Unsere Reise beginnt im Piemont, wo um 1500 das Brüderpaar Aimo und Balzarino Volpi als Maler nachzuweisen sind. Aimo und Balzarino waren die Schwäger des Malers Martino Spanzotti (ca. 1455-1528), in dessen Werkstatt in Casale Monferrato sie zwischen 1498 und 1502 nachgewiesen sind. Auch danach arbeiteten sie gemeinsam. Unten anderem an diesem Triptychon einer Kreuzigungsszene mit der Heiligen Jungfrau, dem Apostel Johannes sowie weiteren Heiligen, das ursprünglich für die Kirche Santa Maria degli Angeli in Casale bestimmt gewesen sein soll.

Mit dem Werk Nei campi ("Auf den Feldern") von Niccolo' Cannici machen wir einen Sprung vom 16. ins 19. Jahrhundert. Cannici, der aus einer Malerfamilie stammte, zog vor allem das bäuerliche Leben seiner toskanischen Heimat an, das er in den warmen Farben eines goldenen Zwielichts wiedergab.

NICCOLO' CANNICI (1846 Florenz 1906) - Nei campi, Öl/Lwd. NICCOLO' CANNICI (1846 Florenz 1906) - Nei campi, Öl/Lwd.

In Rom widmete sich der Maler des Manierismus, Giovanni Baglione, um 1600 dem christlich-relgiösen Sujet. Unter anderem führte er Auftragsarbeiten für verschiedene Päpste aus. Im vorliegenden Werk hat er eine sinnierende Maria Magdalena dargestellt, die im Halbdunkel einen menschlichen Schädel betrachtet.

Romantisch wird es dieses Mal nicht in Venedig sondern in Neapel, wo ein Maler des 18. Jahrhunderts diese galante Szene auf die Leinwand zauberte. Als Schöpfer kommt Giuseppe Bonito (1707 Castellammare di Stabia - 1789 Neapel) infrage, der auch am Hof von Neapel als Portraitist tätig war. Die Kleidung der dargestellten Personen legt nahe, dass das Bild in der späten Schaffensphase von Bonito in den 1770/80er Jahren entstanden sein muss.

Alessandro Longhi kam 1733 als Sohn des bekannten Malers Pietro Longhi in Venedig zur Welt und schlug ebenfalls eine Künstlerkarriere ein. Während sein Vater besonders durch Genreszenen sowie die Darstellung eines Nashorns Bekanntheit erlangte, wurde Alessandro ein gesuchter Portraitmaler in der Lagunenstadt.

Ambrosius Benson war ein lombardischer Maler der Frührenaissance, der die Hälfte seines Lebens jedoch in Brügge verbrachte, wo er Mitglied der Malerzunft war. Das vorliegende Büstenportait einer unbekleideten Dame entstand sehr wahrscheinlich kurz nach Bensons Ankunft in Flandern, worauf Eichenholzleisten auf der Rückseite der Leinwand schließen lassen. Vermutlich handelte es sich ursprünglich um das Bildnis einer christlich-mythologischen Figur wie Salomé oder Lucretia. Ein Unbekannter versuchte es als Mona Lisa von Leonardo da Vinci zu deklarieren, wie ein handgeschriebener Vermerk auf der Rückseite zeigt.

Die Auktion mit Alten Meistern und Gemälden des 19. Jahrhunderts findet am 29. November bei Wannenes in Genua statt. Die Ausstellung zur Auktion ist dort vom 24. bis 27. November geöffnet. Bereits am 28. November werden bei Wannenes Schmuck und Armbanduhren versteigert. Eine Auktion mit Moderner Kunst findet am 23. November statt.

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