"Die Aussteller betreiben jedes Jahr einen enormen Aufwand mit ihrer Präsentation, doch in diesem Jahr war der Standard der Kuration und die Qualität der angebotenen Objekte außergewöhnlich hoch, was zu einer durchweg lebhaften und positiven Messe führte." 

Mit diesen Worten fasst Christian Hemmerle vom Juwelier Hemmerle in München und neues Mitglied des Kuratoriums der TEFAF das diesjährige Geschehen auf der bedeutenden Messe in Maastricht zusammen.

Stand des Kunsthandels Peter Mühlbauer, Pocking | Foto: Natascha Libbert Stand des Kunsthandels Peter Mühlbauer, Pocking | Foto: Natascha Libbert

Seit 1988 werden auf der TEFAF Maastricht im Frühjahr herausragende Objekte aus 7000 Jahren Kunstgeschichte von internationalen Galerien und Händlern präsentiert. Die Stücke aus privater Hand stehen alle zum Verkauf, weshalb nicht nur private Sammler sondern auch Museen zu den treuen Besuchern der TEFAF gehören.

In diesem Jahr wurden vom 10.-18. März Kunst, Kunsthandwerk und Antiquitäten von 282 Ausstellern präsentiert. Diese konnten sich unter den Käufern nicht nur über ihre langjährige Klientel freuen, sondern auch eine Kunden, darunter 100 Museen, begrüßen.

Rupert Maas von The Maas Gallery, London bemerkt dazu: "... das ist die einzige Messe in der Welt, die ich kenne, bei der Museen mit dem Wunsch (Kuratoren), Entscheidungen (Direktoren) und Geld (Gönner und Treuhänder) an einem Ort erscheinen, um den Erwerbsprozess zu rationalisieren."

Insgesamt zog es in der vergangenen Woche 68.000 kunstfreudige Besucher aus aller Welt nach Maastricht. Luigi Mazzoleni von der erstmals bei der TEFAF vertretenen Galerie Mazzoleni, London - Turin konnte feststellen, dass Besucher aus europäischen Ländern besonders gut vertreten gewesen sind, die sich zudem als extrem gute Kenner der Materie erwiesen hätten.

Stand der Galerie David Koetser, Zürich | Foto: Natascha Libbert Stand der Galerie David Koetser, Zürich | Foto: Natascha Libbert

Die Händler auf der TEFAF konnten sich über eine gute Bilanz für den Verkauf ihrer mitgebrachten Kunstwerke freuen. Eines der am teuersten verkauften Stücke war das 1887 von Vincent van Gogh gemalte Ölgemälde Flieder, das für 9,5 Millionen Euro an einen privaten Sammler verkauft wurde.

VINCENT VAN GOGH (1853-1890) - Flieder (1887), Hammer Galleries VINCENT VAN GOGH (1853-1890) - Flieder (1887), Hammer Galleries

Für 700.000 Euro verkaufte die Londoner Galerie Colnaghi den römischen Portraitkopf einer älteren Frau aus der julianisch-claudischen Epoche im 1. Jahrhundert an einen Privatsammler aus den USA. Zudem konnten die Direktoren der Galerie, Jorge Coll und Nicolás Cortés, feststellen, dass die Nachfrage nach Gemälden Alter Meister wieder gestiegen ist - auch bei einem jüngeren Publikum.

Leihausstellung des Amsterdam Museums | Foto: Natascha Libbert Leihausstellung des Amsterdam Museums | Foto: Natascha Libbert

Links: Janus-Reliquiar der Kota (Gabun), Bernard de Grunne Tribal Fine Arts | Rechts: Portraitkopf einer älteren Frau, Marmor (1. Jh.), Colnaghi Links: Janus-Reliquiar der Kota (Gabun), Bernard de Grunne Tribal Fine Arts | Rechts: Portraitkopf einer älteren Frau, Marmor (1. Jh.), Colnaghi

Auch im Sektor der Tribal Art aus Afrika, Ozeanien und dem alten Indonesien waren private Käufer stark vertreten. An einen solchen verkaufte die Brüssler Galerie Bernard de Grunne Tribal Fine Arts u.a. einen Janus-Requilar der Kota aus Gabun.

Mit Preisen zwischen 1.000 und 25.000 Euro konnte die Galerie James Butterwick, London sieben Arbeiten des russischen Künstlers Boris Kosarew, dem sie in diesem Jahr ihren Stand auf der TEFAF gewidmet hatte. Auch hier waren es private Sammler, die die Werke mit nach Hause nahmen.

Links: BORIS KOSAREW (1897-1994) - Stillleben mit einem Ball (1921), James Butterwick | Rechts: FUJITA TSUGUHARU (1886-1968) - Junges Mädchen, drei Butterblumen haltend (1953), Galerie Tanakaya Links: BORIS KOSAREW (1897-1994) - Stillleben mit einem Ball (1921), James Butterwick | Rechts: FUJITA TSUGUHARU (1886-1968) - Junges Mädchen, drei Butterblumen haltend (1953), Galerie Tanakaya

Einen besonderen Fokus richtete die Pariser Galerie Tanakaya auf den japanischen Künstler Fujita Tsuguharu, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. Insgesamt verkaufte die Galerie 23 Werke Fujitas, wobei Junges Mädchen, drei Butterblumen haltend mit 180.000 Euro besonders zu erwähnen ist.

2019 findet die TEFAF Maastricht vom 16.-24. März statt. In diesem Jahr können wir uns noch auf die beiden Ausgaben der TEFAF in New York freuen. Vom 4.-8. Mai ist dort der Fokus auf Moderne und Zeitgenössische Kunst sowie Design gerichtet, während die Herbstmesse (27.-31. Oktober) die schönen und dekorativen Künste von der Antike bis 1920 zum Thema hat.

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