Die ersten beiden Kategorien, die am 16. Juni im Auktionshaus Kastern zum Aufruf kommen, umfassen Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafik. Zu ihnen gehört auch das Werk Madonna mit Christuskind des Tiroler Malers Anton Psenner. Psenner war ein Vertreter der nazarenischen Kunst, einer von deutschen Malern erdachten Stilrichtung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Nazarener verraten eine Art christliche Romantik, bei der häufig, aber nicht ausschließlich, biblische Themen als Motive dienten. Als künstlerische Vorbilder dienten den Nazarenern die großen Meister der italienischen Renaissance, deren Stil sie in den wichtigen Zentren der Bewegung, Rom, Wien und München, für ihre eigene Werke aufgriffen.

Anton Psenner kam in Rom und Wien mit der nazarenischen Kunst in Kontakt und leistete Pionierarbeit für ihre Verbreitung in seiner Tiroler Heimat. Weitere wichtige Vertreter des Stils waren Julius Schnorr von Carolsfeld und Friedrich Overbeck.

Ein intimes Bildnis aus einem noch jungen Eheleben kommt mit Oskar Molls Schlafende Marg von 1906 zum Aufruf. In einer "Nahaufnahme" dargestellt ist die schlafende Künstlerin Margarethe Haeffner, die Oskar Moll in jenem Jahr geheiratet hatte. Das Gemälde war vor Kurzem Teil der Ausstellung "Schlaf. Eine produktive Zeitverschwendung" in den Bremer Museen Böttcherstraße.

Vom bedeutenden Marinemaler Poppe Folkerts stammt das Gemälde Segelboot und Segelschiff auf dem Meer. Neben Studien in Königsberg und Paris konnte Folkerts mit kaiserlicher Erlaubnis praktische Erfahrungen an Bord diverser Schiffe der Marine sammeln. Nach seiner Rückkehr auf seine Heimatinsel Norderney fuhr er häufig mit seinem eigenen Boot namens Senta hinaus, um nach Motiven für seine Arbeiten Ausschau zu halten.

Unter dem Oberbegriff "Möbel" werden 71 Lose mit Schreibtischen, Kommoden und Vitrinen versteigert. Aus der Epoche des Klassizismus stammt ein schöner französischer Trumeauspiegel mit gefassten Holzrahmen. Das Spiegelglas wird von zwei Halbsäulen flankiert und von plastischem Weindekor bekrönt.

In der Kategorie "Silber" kommt ein seltner Münzhumpen Kaiser Wilhelms I. zum Aufruf, den dieser dem Sieger des Manöver-Jagdrennens zu Hannover am 4. September 1881 überreichte. Angefertigt wurde das Deckegefäß mit 36 Münzen vom Hofjuwelier Heinrich Friedeberg in Berlin.

In der Porzellanofferte der Auktion dürfen Stücke aus Meißen natürlich nicht fehlen. Ein interessantes Service mit zwei Löffeln aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zieren ein purpurnes Schuppenmosaik sowie polychrome Vogelmotive. Ein weiteres Set, das zwischen 1730 und 1735 angefertigt wurde, zeigt damals sehr populäre Chinoiserien.

Ebenfalls aus den 1730er Jahren stammt eine große Deckelterrine, deren Dekor eine Mischung aus ostasiatischem Lambrequinmuster und indischer Blumenmalerei ist.

Die Kategorie "Glas" umfasst ein großes Angebot von Gläsern der Glashütte Osterwald bei Lauenstein. Die Lauensteiner Gläser wurden zwischen 1768 und 1827 als Trinkgläser für den Hof des damaligen Kurfürstentums Hannover hergestellt. Die in der Auktion angebotenen Exemplare entstammen alle der frühen Produktion (1768-70).

Neben den vorgestellten Kategorien werden in der Sommerauktion des Auktionshauses Kastern auch Uhren, Schmuck, Ikonen, Skulpturen und Keramik versteigert. Die Auktion beginnt am 16. Juni um 11 Uhr in der Baringstraße 8 in Hannover. Dort können alle Objekte der Auktion noch bis zum 15. Juni täglich begutachtet werden.

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