ERNST EICHGRÜN - Palazzo Barberini, 1907, Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte ERNST EICHGRÜN - Palazzo Barberini, 1907, Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte

Das Museum befindet sich im wiederaufgebauten Palais Barberini im Herzen der brandenburgischen Hauptstadt. Die Frontseite des Gebäudes ist zum Alten Markt hin gelegen, an dem auch die Nikolaikirche sowie das Potsdamer Stadtschloss (heute Landtag von Brandenburg) stehen.

Das Palais wurde in den 1770er Jahren nach dem Vorbild des barocken Palazzo Barberini in Rom errichtet und beherbergte hinter einer einheitlichen Schauseite zwei dreigeschossige Bürgerhäuser. Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr das Gebäude weitreichende Umbauten und Erweiterungen. Der "Kunst- und Wissenschaftliche Verein" hielt nun Einzug sowie weitere Vereine und Büros der Stadtverwaltung. Während des 2. Weltkriegs wurde das Palais vollständig zerstört. Nachfolgende Pläne für einen Wiederaufbau verliefen im Sande. Erst 2005 konnte ein solches Vorhaben von Software-Milliadär und Kunstmäzen Hasso Plattner durchgesetzt werden, die Baumaßnahmen erfolgten von 2013 bis Ende 2016.

Museum Barberini am Ufer der Havel Museum Barberini am Ufer der Havel

Nun folgt also die Eröffnung des neuen Museums, welches von der Kunsthistorikerin Ortrud Westheider geleitet wird. In Dauerausstellungen wird die Kunstsammlung der Hasso-Plattner-Förderstiftung, Kunst aus der Deutschen Demokratischen Republik sowie Kunst nach 1989 zu sehen sein. Ergänzt wird dieses ohnehin schon interessante Angebot durch wechselnde Sonderausstellungen, die sich vor allem dem Impressionismus widmen werden.

WOLFGANG MATTHEUER - Ein merkwürdiger Abend, 1975, Museum Barberini Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf © VG BILD-KUNST Bonn, 2016 WOLFGANG MATTHEUER - Ein merkwürdiger Abend, 1975, Museum Barberini
Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf
© VG BILD-KUNST Bonn, 2016

Die Eröffnungsausstellung ist das auch dieser kunstgeschichtlichen Epoche gewidmet. Impressionismus. Die Kunst der Landschaft zeigt vom 23. Januar bis 28. Mai 2017 Werke von Künstlern wie Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Gustave Caillebotte.

GUSTAVE CAILLEBOTTE - Die Brücke von Argenteuil und die Seine, um 1883, Privatsammlung Abb. via museum-barberini.com GUSTAVE CAILLEBOTTE - Die Brücke von Argenteuil und die Seine, um 1883, Privatsammlung
Abb. via museum-barberini.com

Im selben Zeitraum werden in der Ausstellung Klassiker der Moderne Arbeiten des Impressionismus, Fauvismus und der Abstraktion präsentiert, die u.a. von Max Liebermann, Edvard Munch, Wassily Kandinsky und Andy Warhol stammen.

EDVARD MUNCH - Sommernacht am Strand, 1902/03, Privatsammlung Abb. via museum-barberini.com EDVARD MUNCH - Sommernacht am Strand, 1902/03, Privatsammlung
Abb. via museum-barberini.com

Weitere Ausstellungen 2017 sind Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne (17. Juni bis 3. Oktober) sowie Hinter der Maske. Künstler in der DDR (28. Oktober bis 11. Februar 2018).

Das erste Jahr bietet also schon so manches Highlight für ein kunstinteressiertes Publikum. Wer Potsdam besucht, sollte im Museum Barberini auf jeden Fall vorbeischauen.

Update: Das Eröffnungswochenende war jedenfalls bereits ein voller Erfolg. Zur feierlichen Eröffnung war allerhand Prominenz geladen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Microsoft-Gründer Bill Gates, der ein Gemälde seiner Privatsammlung dem neuen Museum leihweise überlässt. Museumsstifter Hasso Plattner erhielt bei der Gelegenheit die Ehrenbürgerwürde der Stadt Potsdam. Am Samstagnachmittag konnten die ersten Ausstellungen bei freiem Eintritt bewundert werden - ein Angebot, das etwa 1800 Kunstfreunde annahmen, die damit nicht nur ein großes Interesse am neuen Museum bewiesen, sondern auch große Geduld und Standhaftigkeit.

 

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