GUSTAVE COURBET - La Remise des chevreuils au ruisseau de Plaisir-Fontaine, 1866 GUSTAVE COURBET - La remise des chevreuils au ruisseau de Plaisir-Fontaine, 1866

Wie so viele Künstler vor und nach ihm, die mit ihren Gemälden etwas Neues schufen, stieß auch Gustave Courbet (1819-1877), der Begründer und Hauptvertreter des des französischen Realismus, an vielen Stellen auf Ablehnung. Nur wenige seiner Arbeiten werden im jährlichen Pariser Salon ausgestellt. Courbets Situation ändert sich erst in den 1850er Jahren. Er findet in dem Kunstsammler Alfred Bruyas einen Freund und Förderer. Ebenso vergrößert sich der Kreis seiner Auftraggeber und Verfechter. Letztere kann er gut gebrauchen, da seine Bilder hin und wieder einen Skandal verursachen (Die Steineklopfer, 1849, zerstört, Ein Begräbnis in Ornans, 1850, Rückkehr von der Konferenz, 1863).

GUSTAVE COURBET - La remise des chevreuils en hiver, 1866 GUSTAVE COURBET - La remise des chevreuils en hiver, 1866

Zwischen 1856 und 1870 liegen Gustave Courbets erfolgreichste Jahre. Er malt unterschiedliche Sujets, darunter Landschaften  und Jagdszenen. Die Vorlage für diese Arbeiten bildet Courbets Heimat, die ostfranzösische Franche-Comté nahe Besançon. Dabei dienen häufig Rehe als belebendes Motiv.

1871 schließt sich Gustave Courbet der Pariser Kommune an und beteiligte sich an der Zerstörung der Säule auf der Place Vendôme. Dafür verbüßte er eine sechsmonatige Gefängnisstrafe. Als die neue Regierung 1873 für das Vergehen zudem eine erhebliche Geldstrafe von ihm verlangte, konnte Courbet diese Summe nicht aufbringen. Er floh in die Schweiz und ließ sich zunächst im dortigen Jura, unweit seiner französischen Heimat nieder.

GUSTAVE COURBET - Le Change, épisode de chasse au chevreuil en Franche-Comté, 1866 GUSTAVE COURBET - Le Change, épisode de chasse au chevreuil en Franche-Comté, 1866

Auch die dortige Landschaft inspirierte ihn und er schuf das folgende Ölgemälde, welches wiederum ein Reh im Vordergrund zeigt. Die Arbeit läutet Courbets Spätwerk ein, in dem die zurückhaltende Landschaftsmalerei zum zentralen Thema wird. Das vorliegende Gemälde ist ein hervorragendes Beispiel dafür, hat aber zudem einen symbolischen Charakter: Das scheu aufschauende Reh ist von einer gewaltigen Kulisse aus hohen Felswänden umgeben. Man erahnt die Gefühlswelt des Künstlers im Exil, der sich in seiner Heimat von Unheil bedroht sieht. Dorthin konnte er jedoch nicht zurück. Später zog Gustave Courbet an den Genfer See, wo er 1877 starb.

Die Abendliche Waldlandschaft mit kleinem See und rastendem Reh kommt am 18. März im Stuttgarter Auktionshaus Eppli zu Aufruf. Das 73,5 x 60,5 cm große Gemälde ist rückwärtig betitelt, datiert und bezeichnet "Paysage Suisse Le Falaise du Jura 1873 G.C.", seine Echtheit wird durch drei beiliegende Gutachten bestätigt.

Die Auktion beginnt am 18. März um 11 Uhr und umfasst mehr als 500 Lose. Neben Kunst und Antiquitäten der verschiedensten Kategorien, kommen auch Spielzeug, Uhren und Schmuck zum Aufruf.

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