Im März dieses Jahres wurde im niederländischen Onlineauktionshaus Catawiki ein signiertes Gemälde namens Nitia sur le pont dans le jardin de Claude Monet angeboten, das Blanche Hoschedé-Monet 1927 gemalt hatte. Dargestellt ist die Nichte Claude Monets, Nitia, die sich gegen das Geländer jener berühmten Brücke lehnt, die durch Monets Oeuvre bestens bekannt ist.

Blanche Hoschedé-Monet  wurde 1865 in Paris geboren. Ihr Vater Ernest Hoschedé war ein erfolgreicher Geschäftsmann, aber auch ein Kunstsammler, der sich besonders für die Impressionisten interessierte. Er besaß natürlich auch Werke von Claude Monet, den er am Anfang seiner Karriere förderte und mit dem ihn eine Freundschaft verband. Auch war Monet 1876 Gast der Hoschedés auf deren Landsitz, dem Château de Rottembourg in Motegron vor den Toren von Paris, für dessen Eingangshalle er ein Wandgemälde malte.

Doch das Glück der Familie Hoschedé war nicht von Dauer, 1877 war der Bankrott nicht mehr abzuwenden. Ein Jahr später musste die Kunstsammlung versteigert werden. Während sich ihr Mann Ernest künftig häufig in Belgien aufhielt, zog Madame Alice Hoschedé mit ihren sechs Kindern zur Familie Monet nach Vétheuil.

Giverny, 31. Oktober 1900: Die Familie Monet-Hoschedé feiert die Hochzeit zwischen Marthe Hoschedé und Théodore Butler. Claude Monet steht links auf der Treppe | Foto via Flickr Giverny, 31. Oktober 1900: Die Familie Monet-Hoschedé feiert die Hochzeit zwischen Marthe Hoschedé und Théodore Butler. Claude Monet steht links auf der Treppe | Foto via Flickr

Claude Monet und seine Frau Camille hatten selber zwei Söhne, Jean und Michel. Camille starb bereits 1879. Claude und Alice lebten in den folgenden Jahren in wilder Ehe zusammen und kümmerten sich um die achtköpfige Kinderschar, mit der sie zunächst nach Poissy und 1883 schließlich nach Giverny umzogen. Nach dem Tod von Ernest Hoschedé im Jahre 1891, schlossen Claude und Alice dann doch noch den Bund fürs Leben.

Damit waren die Geschwister Hoschedé nun die offiziellen Stiefkinder Claude Monets, für dessen künstlerisches Wirken sich aber nur Blanche interessierte. Auch Monets eigene Söhne gingen ihre eigenen Wege.

Blanche begann im Alter von 11 Jahren zu malen und arbeitete auch in Monets Atelier. Mit 17 wurde sie seine Assistentin und sein einziger Lehrling. Von Monet inspiriert malte sie ebenfalls im Stil des Impressionismus und verwendete auch ähnliche Farbtöne wie ihr Stiefvater und Lehrer.

CLAUDE MONET (1840-1926) - Blanche Hoschedé an ihrer Staffelei mit der lesenden Suzanne Hoschedé, 1887 | Foto: Los Angeles County Museum of Art CLAUDE MONET (1840-1926) - Blanche Hoschedé an ihrer Staffelei mit der lesenden Suzanne Hoschedé, 1887 | Foto: Los Angeles County Museum of Art

In Giverny gab es damals eine amerikanische Künstlerkolonie. Um 1890 entwickelte sich eine Romanze zwischen Blanche und dem Maler John Leslie Breck. Monet gefiel das ganz und gar nicht und zerschnitt die zarten Bande. Breck ging kurze Zeit später nach Amerika zurück.

Es sollten noch einige Jahre dauern, bis Blanche endlich ihr Liebesglück fand. 1897 heiratete sich Claude Monets Sohn Jean. Das Paar zog nach Rouen, wo Jean in seinem Beruf als Chemiker arbeite. Blanche malte auch weiterhin, wobei ihr die Landschaft rund um Rouen als Motiv diente.

Nachdem ihre Mutter Alice und ihr Mann Jean 1911 bzw. 1914 gestorben waren, zog Blanche wieder bei ihren Stief-/Schwiegervater ein. Dieser litt an einer Augenkrankheit, durch die seine Sehkraft teilweise vollständig eingeschränkt war. Blanche kümmerte sich so fürsorglich um ihn, das der befreundete Politiker und zweimalige französische Ministerpräsident Georges Clemenceau ihr den Namen „Blauer Engel“ verlieh. Auch hätte Monet ohne Blanches Hilfe wohl niemals seine großes Seerosendekorationen vollenden können.

Madame Kuroki, Claude Monet (1840-1926), Alice Butler (1894-1949), Blanche Hoschedé-Monet und Georges Clemenceau (1841-1929) im Garten von Giverny | Foto: © Musée Marmottan Monet, Paris / Bridgeman Images Madame Kuroki, Claude Monet (1840-1926), Alice Butler (1894-1949), Blanche Hoschedé-Monet und Georges Clemenceau (1841-1929) im Garten von Giverny | Foto: © Musée Marmottan Monet, Paris / Bridgeman Images

Blanche blieb bis zum Tod Claude Monets im Jahr 1926 an dessen Seite und kümmerte sich um das Haus und den berühmten Garten in Giverny. Sie selber starb einundzwanzig Jahre später im Alter von 82 Jahren in Nizza.

Das Gemälde Nitia sur le pont dans le jardin de Claude Monet, das eine Nichte der Künstlerin inmitten des Gartens von Giverny zeigt, wurde im März bei Catawiki für 51.000 € versteigert.

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