Eine schöne Auswahl mit Werken vom 17. bis 20. Jahrhunderts bietet die Kategorie "Gemälde und Aquarelle". Als Vertreter der Neuen Sachlichkeit sehen wir unten links das Aquarell Aus einem Biergarten von Christian Arnold. Ursprünglich hatte Arnold das Kunsthandwerk des Bildhauers erlernt, musste diesen Beruf nach einer Verwundung im Ersten Weltkrieg jedoch aufgeben. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er zweimal wegen Hochverrats angeklagt, da er sich offen gegen das Regime stellte, wodurch auch seine Karriere als Künstler ins Stocken geriet. Nachdem Arnold bereits in den 1920er Jahren Erfolge hatte feiern können, erlebten seine Stadtansichten, Landschaften und die wenigen Portraits fünfzig Jahre später eine Wiederentdeckung.

Links: CHRISTIAN ARNOLD (1889 Fürth - 1960 Bremen) - 'Aus einem Biergarten', Aquarell/Papier, monogrammiert | Rechts: GERHARD ALTENBOURG (1926 Rödichen - 1989 Meißen) - 'Herr Beiß-Beiß mit Ruh in sich', Tusche/Karton, betitelt und signiert, 1976

Links: CHRISTIAN ARNOLD (1889 Fürth - 1960 Bremen) - 'Aus einem Biergarten', Aquarell/Papier, monogrammiert | Rechts: GERHARD ALTENBOURG (1926 Rödichen - 1989 Meißen) - 'Herr Beiß-Beiß mit Ruh in sich', Tusche/Karton, betitelt und signiert, 1976

Ein traumatisches Erlebnis im Zweiten Weltkrieg und die Unterdrückung durch die DDR-Regierung erlebte Arnolds ostdeutscher Kollege Gerhard Altenbourg. Der Maler und Grafiker Altenbourg weigerte sich Zeit seines Lebens und seiner Karriere, sich der Kunstpolitik in der DDR anzupassen, wodurch er bis kurz vor seinem Tod mit Ausstellungsverboten schikaniert wurde. Anerkennung fanden er und seine Arbeiten jedoch im Westen, wo er 1959 an der documenta II teilnahm, Mitglied der Berliner Akademie der Künste wurde und mit Preisen ausgezeichnet wurde. Auch das MoMA hatte bereits 1961 ein Werk von ihm erworben.

Unter den Gemälden Alter Meister findet sich das Portrait der Donna Maria Grazia di Mocenigo aus dem Jahr 1668. Die abgebildete Dame verfügt über die wohl ungewöhnlichste Kopfbedeckung der Auktion. Gemeinsam mit dem Rosenkranz an ihrem rechten Handgelenk, der Bibel und dem Schleier könnte sie auf den Eintritt der Abgebildeten in ein Kloster hindeuten, aber auch auf eine bedeutende Position, die Maria Grazia in einem solchen einnahm.

Donna Maria Grazia gehörte der bedeutenden venezianischen Patrizierfamilie Mocenigo an, die siebenmal den Dogen der Lagunenrepublik stellte. Gemalt wurde sie vom französischen Künstler Henri Gascar, der lange Zeit in England lebe und erfolgreich die Mitglieder des Hofstaates von König Charles II. portraitiere. Seinen Lebensabend verbrachte er in Italien.

Vom italienischen Maler Gioacchino La Pira kommen zwei Arbeiten zum Aufruf, die den Vesuv-Ausbruch von 1850 dokumentieren. La Pira fertigte im Raum Neapel qualitätsvolle Gouachen der Landschaft, der Städte und historischen Stätten, wie Pompeji, an, die er an Touristen aus England und Frankreich verkaufte. Viel ist über das Leben La Piras nicht bekannt. Ein Bildnis vom Ausbruch des Vesuvs im Jahre 1839 stellt seine erste bekannte Arbeit dar, nach 1870 sind keine mehr dokumentiert.

Mit einer Reihe von gemalten und gezeichneten Portraits sind der hessische Maler Friedrich Kaulbach und dessen Tochter Antonie in der Auktion vertreten. Auch vom "Vater von Max und Moritz", Wilhelm Busch, kann eine mit Bleistift auf Papier ausgeführte Pflanzenstudie ersteigert werden.

Kein anderer Künstler hat im Bereich der Modeillustration so maßgebliche Arbeit geleistet, wie der in Sankt Petersburg geborene Romain de Tirtoff (Künstlername "Erté"). Erté lebte ab 1911 in Paris, wo er als Illustrator, Modedesigner und Bühnenbildner tätig war. Seine Modebilder mit ihrer Mischung aus Kubismus und Expressionismus machen ihn zu einem Hauptvertreter des Art déco. Mehr als 20 Jahre lang zierten seine Modebilder die Seiten von Harper's Bazaar, aber auch in Vogue oder Cosmopolitan konnte man sie entdecken.

Eine perfekte Ergänzung erfahren die beiden Gouachen von Erté durch eine Figur aus der Frauenreuther Porzellanfabrik. Die Modedame trägt das Outfit der einen und führt den Hund der anderen mit sich. Weitere Highlights aus "weißem Gold" stellen ein Uhrengehäuse sowie eine Kinderfigur aus Meißen dar, die von Konrad Hentschel Anfang des 20. Jahrhunderts entworfen wurden. Ein weiterer Porzellankünstler in Meißen, Paul Rumrich, entwarf 1909 die Figurengruppe Kind mit Hund.

CHOPARD - Links: Armband | Mitte: Collier | Innen oben: Paar Ohrclips | Innen unten: Ring | Rechts: Damenarmbanduhr CHOPARD - Links: Armband | Mitte: Collier | Innen oben: Paar Ohrclips | Innen unten: Ring | Rechts: Damenarmbanduhr

In der Kategorie "Schmuck" kann in fünf Losen ein zusammenpassendes Gelbgoldensemble von Chopard ersteigert werden. Die Stücke wurden aus Geldgold gearbeitet und mit diamantbesetzten Herzen verziert. Sie gehören zur Serie "Happy Diamonds" mit beweglichen Elementen, die von Chopard seit 1976 angeboten wird.

Ein weiteres außerordentliches Stück ist ein Collier aus Südsee-Zuchtperlen in unterschiedlichen Farbnuancen vom Schweizer Juwelier Carl F. Bucherer, während eine mit Diamanten besetzte Rolex Day Date-Herrenuhr das Highlight der Uhren-Abteilung darstellt.

Kasterns Angebot aus Kunst, Porzellan, Uhren und Schmuck wird durch antike Möbel, Silber, Bücher und weitere Kategorien ergänzt. Der Beginn der Versteigerung am 3. März ist um 11 Uhr. Vorbesichtigungen können vom 21. Februar bis 2. März täglich vorgenommen werden.

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