1911 - Louvre, Paris

Leonardo Da Vinci - Mona Lisa, 1503-06 Leonardo Da Vinci - Mona Lisa, 1503-06

Der erste Fall ist auch gleich der bekannteste: Der Raub der Mona Lisa aus dem Pariser Louvre am 21. August 1911. Zwei Jahre lang tappte die Polizei im Dunkeln. Zeitweilig geriet sogar Pablo Picasso unter Tatverdacht. Schließlich stellte sich heraus, dass ein Gelegenheitsdieb aus Italien, der in Paris als Anstreicher arbeitete, das Bild entwendet hatte, indem er sich nachts im Museum einschließen ließ und morgens damit aus dem Louvre spazieren konnte, indem er es eingerollt unter seinem Mantel verbarg. Sein Motiv: Er wollte Leonardo Da Vincis Werk "heim nach Italien" holen. Zum Verhängnis wurden ihm seine potenziellen Käufer, die ihn auffliegen ließen. Obwohl die Mona Lisa auch vor dem Diebstahl bekannt war, machte sie der Vorfall erst so richtig berühmt.

seit 1966 - Dulwich Picture Gallery, London

Rembrandt Harmensz van Rijn - Jacob III. de Gheyn, 1632 Rembrandt Harmensz van Rijn - Jacob III. de Gheyn, 1632

Rembrandts Portrait des niederländischen Kupferstechers Jacob de Gheyn III. entstand 1632 und befindet sich - meistens - in der der Dulwich Picture Gallery im Süden Londons. Warum "meistens"? Tatsächlich wurde das Gemälde ganze vier Mal aus dem Museum entwendet. Dieser Umstand brachte ihm nicht nur einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde als meistgestohlenens Gemälde der Welt ein, sondern auch den Namen "takeaway Rembrandt" ("Rembrandt zum Mitnehmen"). Der letzte Diebstahl fand 1983 statt. Doch auch diese Straftat ging für Portrait und Museum gut aus und Jacob de Gheyn III. konnte an seinen angestammten Platz zurückkehren.

1990 - Isabella Stewart Gardner Museum, Boston

Jan Vermeer - Das Konzert, ca. 1664-66 Jan Vermeer - Das Konzert, ca. 1664-66

1990 sorgte ein offenbar groß angelegter Kunstraub im Bostoner Isabella Stewart Gardner Museum weltweit für Aufsehen. Insgesamt wurden 13 Werke entwendet: 5 von Edgar Degas, 3 von Rembrandt, jeweils 1 von Jan Vermeer, Édouard Manet und Govert Flinck sowie eine chinesische Vase und ein bronzener Adler. Die Diebe kamen als Polizisten verkleidet ins Museum, der Verbleib der Werke ist bis heute ungeklärt. In Erinnerung an den Diebstahl hängen die leeren Rahmen der gestohlenen Bilder an den Wänden des 1903 eröffneten Museum der Kunstmäzenin Isabella Stewart Gardner.

1991 - Van Gogh Museum, Amsterdam

Vincent van Gogh - Selbstportrait vor Staffelei, 1888 Vincent van Gogh - Selbstportrait vor Staffelei, 1888

Ein Jahr nach dem Vorfall in Boston kam es auch im Van Gogh Museum in Amsterdam zu einem schweren Fall von Kunstraub. Dieses Mal konnten sich die Diebe ganze 20 Werke aneignen, darunter Vincent van Goghs Selbstportrait von 1888, das den Künstler vor einer Staffelei zeigt. Weit kamen die Diebe jedoch nicht. Dank einer Reifenpanne am Fluchtwagen, konnte die Polizei die Gemälde bereits eine Stunde nach dem Diebstahl wieder sicherstellen. Man kann nur vermuten, dass die Diebe das Geld brauchten, um sich ein neues Auto zu kaufen...

1994 - Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main

Caspar David Friedrich - Nebelschwaden, ca. 1820 Caspar David Friedrich - Nebelschwaden, ca. 1820

Ein wahrer Kunstkrimi entwickelte sich aus dem Raub von drei Gemälden aus der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am 28. Juli 1994, der als der größte Kunstraub der deutschen Geschichte in die Annalen einging. Entwendet wurden zwei Gemälde von William Turner, die als Leihgaben der Londoner Tate Gallery nach Frankfurt gekommen waren sowie das Gemälde Nebelschwaden von Caspar David Friedrich, eine Leihgabe der Hamburger Kunsthalle. Als Täter erwies sich die jugoslawische Mafia, die Lösegeld forderte. Scotland Yard schaltete sich in der nun folgenden Operation Cobra ein. Um es kurz zu machen: Durch verdeckte Ermittler und die Zahlung diverser Gelder, konnte alle drei Werke an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden.

2002 - Van Gogh Museum, Amsterdam

Vincent van Gogh - Meeresbucht bei Scheveningen, 1882 Vincent van Gogh - Meeresbucht bei Scheveningen, 1882

Nach dem Abstecher an den Main, kehren wir ins Van Gogh Museum in Amsterdam zurück. Und auch dieser Fall führt uns ins Mafia-Milieu, dieses Mal jedoch ins italienische. Im Auftrag des Bosses der neapolitanischen Camorra wurden die Werke Meeressicht bei Scheveningen und Die reformierte Kirche von Nuenen mit Kirchgängern 2002 aus dem Museum gestohlen. 14 Jahre später wurden sie von der Polizei wiedergefunden, und zwar auf dem Landsitz jenes Mafiabosses südlich von Neapel. Auch den hohen Bekanntheitsgrad der Gemälde, hatte sich ihr Verkauf wohl als zu schwierig erwiesen.

2003 - Drumlanrig Castle, Thornhill

Leonardo Da Vinci - Madonna mit der Spindel (Buccleuch Madonna) Leonardo Da Vinci - Madonna mit der Spindel (Buccleuch Madonna)

Auch in Schottland ist man seiner Kunst nicht sicher, wenn Ganoven ihr diebisches Auge auf sie gerichtet haben. In diesem Fall betroffen war eine Version der Madonna mit der Spindel von Leonardo Da Vinci. Es handelt sich um eine von zwei Versionen eines nicht erhaltenen Originals, an denen das italienische Malergenie jedoch mitgearbeitet hat. Eine dieser beiden Kopien ist im Besitz des Duke of Buccleuch (daher auch Buccleuch Madonna genannt), der es in seinem Familienstammsitz Drumlanrig Castle in Südschottland öffentlich ausstellte. Zwei als Polizisten verkleidete Diebe entwendeten das Bild vor den Augen zweier verdutzter Touristen aus Neuseeland, denen sie erklärten, es handele sich um eine Übung. Letztendlich wurde das Gemälde vier Jahre später zurückgeholt. Heute befindet es sich in der Scottish National Gallery in Edinburgh.

2004 - Munch Museum, Oslo

Edvard Munch - Der Schrei, Tempera-Version von 1910 Edvard Munch - Der Schrei, Tempera-Version von 1910

Bei einem bewaffneten Raubüberfall entwendeten am 22. August 2004 maskierte Diebe Edvard Munchs Tempera-Version von Der Schrei von 1910 sowie eine Version seiner Madonna von 1894 aus dem Munchs Werk gewidmeten Museum in Oslo. Der Diebstahl schien mit einem Überfall auf ein Osloer Gelddepot zum selben Zeitpunkt zusammenzuhängen. Zwei Jahre später wurde einige der Täter gefasst und die beiden Bilder bei einer Razzia sichergestellt. Der Schrei war allerdings so stark beschädigt, dass eine vollständige Restaurierung nicht möglich war. Eine weitere Temperaversion von Munchs Schrei war 1994 aus dem Museum entwendet worden. Die Arbeit kehrte nach nur drei Monaten auf seinen Platz zurück.

2007 - Wohnung Diana Widmaier-Picasso, Paris

Pablo Picasso - Maya à la Poupée, 1938 Pablo Picasso - Maya à la Poupée, 1938

Aus dem sehr privaten Umfeld von Diana Widmaier-Picassos Wohnung in Paris wurden 2007 drei Werke von Dianas Großvater Pablo Picasso gestohlen, darunter ein Gemälde, in dem Picasso seine Tochter María de la Concepción "Maya" 1938 verewigt hatte. Maya ist die Mutter von Diana Widmaier-Picasso, die als Kunsthistorikerin tätig ist. Sechs Monate nach dem Raub fand die Polizei die Gemälde und konnte die Täter fassen. Einer von ihnen ist unter dem Namen "Le Serrurier" ("der Schlosser") bekannt, da er Einbrüche begeht, ohne Spuren zu hinterlassen. Manchmal aber eben doch...

2008 - Sammlung Bührle, Zürich

Claude Monet - Mohnfeld bei Vétheuil, 1879 Claude Monet - Mohnfeld bei Vétheuil, 1879

Bei diesem Raub in der vom Unternehmer Emil Georg Bührle gestifteten Sammlung in Zürich wurden 2008 vier Gemälde mit einem Gesamtwert von 110 Millionen Euro gestohlen. Zwei der Werke - Blühende Kastanienzweige von Vincent van Gogh und Mohnfeld bei Vétheuil von Claude Monet - tauchten bereits zehn Tage später wieder auf. Knabe mit der roten Weste von Paul Cézanne kam 2012 in Belgrad wieder zum Vorschein, Ludovic Lepic und seine Töchter von Edgar Degas war zuvor bereits zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Zürich zurückgekehrt. Bei dem Diebstahl handelt es sich um den vermutlich größten Kunstraub Europas.

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