Von französischen Meistern ihres Faches stammen diese beiden Objekte. Oben sehen Sie ein Gemälde des Malers Jean Léon Gérôme, dessen Stil dem akademischen Realismus zuzuordnen ist. Das mit Les misères de la guerre (Das Elend des Krieges) betitelte Werk zeigt im Vordergrund eine resigniert blickende junge Frau. In der dahinter liegenden Landschaft ist ein brennendes Dorf zu sehen. Auf der Rückseite hat der Künstler eigenhändig vermerkt, dass der Erlös aus dem Verkauf des Bildes den französischen Bauern zugute kommen soll, die 1870/71 unter den Auswirkungen des deutsch-französischen Krieges zu leiden hatten.

Der nachfolgende Beistelltisch ist von seinem Erschaffer mit einer Signatur und Datierung versehen worden: Henry Dasson. Dasson war ein ein absoluter Meister für die Herstellung von Möbeln mit qualitätsvollen Verzierungen aus vergoldeter Bronze. Sein Hauptwerk bestand aus Mobiliar, das in den Stilen des 18. Jahrhunderts ausgeführt wurde. Eine dieser hervorragenden Arbeiten war eine Kopie des Bureau du Roi, dem zylinderförmigen Schreibtisch Ludwigs XV., die er 1878 auf der Pariser Weltausstellung zeigte und sogleich verkaufen konnte.

Auch auf der anderen Seite des Rheins wurde im 19. Jahrhundert meisterliche Kunst geschaffen. Die Studie des Biedermeier-Malers Carl Spitzweg führt uns, wie der Untertitel verrät, in die Welt des Theaters. Schauspieler in Renaissancekostümen befinden sich inmitten einer Mordszene. Typisch für Spitzweg wurde die Arbeit auf dem Holzdeckel einer Zigarrenschachtel ausgeführt.

Aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin stammt diese Prunkvase, die auf beiden Seiten Ansichten der preußischen Hauptstadt zeigt. Zum einen das Alte Museum, das bei seiner Erbauung durch Karl Friedrich Schinkel noch Neues Museum hieß, zum anderen das Reiterstandbild Friedrichs des Großen auf dem Boulevard Unter den Linden. Friedrich hatte die Porzellanmanufaktur 1763 gegründet.

Noch weiter in östliche Richtung reisen wir mit diesen beiden Objekten aus China. Der vergoldete Weihrauchbrenner verfügt über einen durchbrochen gearbeiteten Deckel, der von einem buddhistischen Löwen gekrönt ist. Aus der Ming-Zeit stammt die Schale mit buntem Cloisonné-Emaille. Während die Außenseite mit Fabelwesen verziert ist, zeigt das Innere in der Mitte das von Pferden umgebene Vishvavajra-Symbol, ein Talisman für Beständigkeit und Erleuchtung.

Mit den Gemälden Alter Meister kehren wir schließlich nach Europa zurück. Hier wurden im 16. Jahrhundert diese beiden biblischen Szenen auf die Leinwand bzw. das Eichenholz gebracht. Dem venezianischen Maler Polidoro da Lanciano wird das Bild der Heiligen Familie mit dem Johannesknaben zugeschrieben. Eine beinahe identische Arbeit befindet sich im Louvre. Dieses wurde fälschlicherweise, wie viele andere Werke Polidoros, zunächst Tizian zugeschrieben, mit dessen Arbeiten Polidoro vertraut war und die er bewunderte.

Nördlich der Alpen entstand in der Schule von Antwerpen die nachfolgende Szene, die die Anbetung der Heiligen Drei Könige zeigt. Der Jesusknabe, der auf dem Schoß seiner Mutter Maria sitzt, hat seine rechte Hand im Gestus des Segnens erhoben. Vor ihm kniet einer der weitgereisten Könige. Wie auch im Werk Polidoros und bei Les misères de la guerre wurde die Arbeit auf zwei Ebenen ausgeführt, mit der Hauptszene im Vordergrund und einer weiten Landschaft im hinteren Bildteil. Bei der Anbetung wird die Abgrenzung der beiden Ebenen durch eine Architektur verstärkt.

Alle vorgestellten Werke sind Teil der Auktion, die die Hargesheimer Kunstauktionen am 10. und 11. März in Düsseldorf abhalten. Mehr als 1500 Arbeiten aus den Kategorien Kunsthandwerk, Gemälde Alter und Neuer Meister, Skulpturen und Bronzeplastiken sowie Asiatische Kunst kommen jeweils ab 10 Uhr zum Aufruf. Vorbesichtigungen können vom 2. bis 8. März täglich vorgenommen werden.

Entdecken Sie den gesamten aktuellen Katalog hier bei Barnebys.

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