Mit einem frühen Hauptwerk des Spätromantikers Louis Douzette hat die Sommerauktion des Auktionshauses Satow am 28. Juli ein ganz besonderes Los im Angebot. Das großformatige Ölgemälde Nach dem Gewitter stammt aus einer Zeit in Douzettes Laufbahn als Maler, in der der junge Künstler sein für den Rest seiner Karriere bevorzugtes Sujet entdeckte, welches ihm den Beinamen "Mondschein-Douzette" einbrachte.

Louis Douzette wurde 1834 im vorpommerschen Triebsees in eine ursprünglich aus Frankreich stammende Familie hineingeboren, die zunächst in Schweden und schließlich in Norddeutschland ansässig geworden war. Louis' Vater Gustav Wilhelm war in Helsingborg zur Welt gekommen und von dort nach Vorpommern ausgewandert.

Gustav Wilhelm, der ebenfalls Maler war, brachte seinem Sohn Louis die ersten Kenntnisse in diesem Metier bei. Der Umzug in den Küstenort Barth trug dazu bei, dass Louis maritime Motive für sich entdeckte. Landschafts- und Marinegemälde standen auch im Fokus von Louis' Ausbildung in Berlin. Hier begann er sich in den frühen 1860er Jahren verstärkt für Lichtverhältnisse zu interessieren, die er im Stil der Spätromantik auf die Leinwand brachte.

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Louis Douzette konnte bereits seine frühen Werke erfolgreich verkaufen und damit verschiedene Studienreisen finanzieren. Eine davon führte ihn 1865 in die Heimat seines Vaters, wo er sich dem Licht der Mitternachtssonne widmete. Während der Überfahrt über die Ostsee geriet Douzettes Schiff in ein schweres Gewitter - es bestand Gefahr für Leib und Leben. Dieses einschneidende Erlebnis hielt Douzette im folgenden Jahr in dem Gemälde Nach dem Gewitter fest, das nun als ein Highlight im Auktionshaus Satow angeboten wird.

Zu dem weiteren Highlights der Kategorie "Gemälde und Aquarelle" zählt eine Folge von 9 Motiven, die die russischen Zaubermärchen zum Thema haben. Die von einem unbekannten russischen Maler um 1900 mit Ölfarbe auf Karton oder Leinwand gebannten Szenen zeigen Der Feuervogel, Fuchs und Rabe, Gamayun - Vogel, Hütte der Hexe Baba Jaga, Iwan- Zarewitsch auf dem Wolf, Baba Jaga, Winterwald sowie das doppelseitige Gemälde Gamayun- Vogel und Bauern im Winter.

Mit gleich zwei Werken aus den 1950er Jahren ist der Maler Ulrich Knispel in der Auktion vertreten, der der Halleschen Schule angehörte. Knispels Arbeiten sind in erster Linie der Abstrakten Malerei, aber auch dem Surrealismus zuzuordnen - Kunststile, die nicht dem Kunstverständnis der damaligen Regierung in Ostdeutschland entsprachen. Die beiden vorliegenden Arbeiten waren bereits in in der Bundesrepublik entstanden, wohin Ulrich Knispel, um einer möglichen Verhaftung zu entgehen, geflohen war.

Neben Gemälden, Aquarellen und Grafiken sind auch Skulpturen, Silber, Porzellan und Uhren in der Auktion vertreten. Die Kategorie "Möbel" hat klassische Stücke vom Barock bis zum 20. Jahrhundert im Angebot. Mit einer Jahresangabe versehen kommt unter ihnen ein Hochzeitsstuhl von 1799 zum Aufruf, dessen Rückenlehne eine hübsches Motiv mit Vögeln, Vase und Ranken zeigt. Für ein wenig Exotik sorgt ein Paar bemalter Elefanten aus Keramik. Solche Elefanten standen als Friedenssymbole seitlich des Throns des chinesischen Kaisers in der Verbotenen Stadt.

Die Schmuckofferte der Auktion umfasst eine Vielzahl hübscher Stücke aus Gold, Platin oder Silber, die aus unterschiedlichen Epochen stammen. Der fantasievollen Epoche des Jugendstils entstammen u.a. ein bezaubernder Weißgoldanhänger, dessen Maiglöckchen-Motiv sechs Altschliff-Diamanten zieren sowie eine zarte Silberbrosche in Form einer geflügelten Elfe.

Die Auktion im Hause Satow beginnt am 28. Juli um 11 Uhr. Die Ausstellung zur Auktion findet im Auktionshaus statt und ist noch bis zum 27. Juli täglich von 10-18 Uhr für Sie geöffnet.

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