Es sollte das Prunkstück des Impressionist & Modern Art Evening Sale von Christie's am 15. Mai werden: Le Marin ("Der Seemann"), das Pablo Picasso im Jahr 1943 gemalt hatte, war auf 70 Millionen USD geschätzt worden.

Es kam jedoch anders als geplant, als das Werk im Vorfeld der Ausstellung zur Auktion "versehentlich beschädigt" wurde und daraufhin aus der Auktion zurückgezogen werden musste.

Picassos "Le Marin" von 1943 | Foto: © PHILIP FONG/AFP/Getty Images Picassos "Le Marin" von 1943 | Foto: © PHILIP FONG/AFP/Getty Images

In einer Erklärung äußerte sich Christie's dazu: "Das Gemälde wurde aus dem Verkauf bei Christie's am 15. Mai zurückgezogen, um den Beginn der Reparaturarbeiten zu ermöglichen [...] Wir haben unverzüglich Schritte zur Behebung des Problems in Absprache mit unserem Kunden in die Wege geleitet. Aktuell liegen keine weiteren Informationen vor."

Die New York Times berichtet, dass es sich beim Eigentümer des Gemäldes um den US-amerikanischen Hotel- und Casinobesitzer Steve Wynn handelt, der Wynn Resorts vor Kurzem wegen eines Sexskandals verlassen musste. Für den Kunstsammler ist der aktuelle Vorfall nicht der erste, bei dem ein Werk aus seinem Besitz beschädigt wurde. 2006 hatte es Le Rêve, ebenfalls von Picasso, getroffen, dass Wynn anschließend an den Investor Steve Cohen verkaufen konnte.

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"Das sind Dinge, die passieren", kommentierte Guillaume Cerutti, CEO von Christie's, am Abend der Ausstellungseröffnung den Vorfall. Egal wie vorsichtig man ist, es kann immer passieren, dass zu solchen Vorfällen kommt und auch so kostbare Objekte wie Le Marin sind davon nicht gefeit. Natürlich kommt in einem solchen Fall noch der ökonomische Faktor hinzu, dass eine der beteiligten Parteien, den Verkauf des Objektes zu einem bestimmten Preislevel garantiert hat. Wer wird nun für den Nicht-Verkauf geradestehen und wie hoch werden die finanziellen Einbußen sein?

Man kann davon ausgehen, dass Christie's für solche Fälle eine Versicherung abgeschlossen hat, da die Kosten für die Restaurierung eines Gemäldes vom Kaliber von Le Marin sehr hoch ausfallen können. Dennoch werden sowohl der Mitarbeiter, dem das Malheur passiert ist, als auch die Verantwortlichen bei Christie's und der Besitzer des Gemäldes einige schlaflose Nächte verbracht haben...

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