Möbel & Einrichtung

Die Versteigerungen beginnen am 30. März um 10 Uhr mit der Kategorie "Möbel & Einrichtung". Daraus möchten wir Ihnen dieses Zylinderbureau vorstellen, das Ende des 18. Jahrhundert im Umkreis des Neuwieder Ebenisten Abraham Roentgen entstanden ist. Das qualitätsvolle Stück verfügt über mehrere Geheimfächer, was bei Schreibmöbeln der damaligen Zeit äußerst beliebt war und auch heute nicht zu unterschätzen sein sollte...

Skulpturen & Kunsthandwerk 

Der Gnadenstuhl war in der christlichen Kunst ursprünglich ein Abbild der Dreifaltigkeit mit Gottvater, der den gekreuzigten Jesus vor sich hält, der vom Heiligen Geist in der Gestalt einer Taube begleitet wird. Im 13. Jahrhundert kam zudem der Typus des Gottvaters mit dem toten Christus auf. Letztere Version liegt auch mit der Skulptur des Michel Ehrhardt vor. Sie wurde mit größtem kunsthandwerklichen Können aus Lindenholz geschnitzt und ist auf der Rückseite stark gehöhlt. Die Skulptur war ursprünglich farbig gefasst.

Gemälde 16.-18. Jahrhundert

Eine Frau zwischen zwei Männern... Dieses zeitlose Dilemma wurde hier vom Meister des galanten Gemäldes Jean-Honoré Fragonard gekonnt in Szene gesetzt. Das Werk ist voller erotischer Anspielungen und war zur Dekoration von Privaträumen gedacht. Fragonard war einer der beliebtesten Maler Frankreichs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der Genreszenen im Auftrag des französischen Adels oder des Königshauses kreierte.

Silber & Porzellan

Ein Geschenk der besonderen Art erhielt der Wirt "Willh. Lüdemann nebst Frau Gemahlin" zur Silbernen Hochzeit und zum 25. Geschäftsjubiläum. Zwei wichtige Ereignisse im Leben des Gastronomen, die beide in den Februar 1903 fielen. Die Inschrift verrät jedoch nicht nur, wer und warum diesen prachtvollen Tafelaufsatz bekam. Auch der Schenkende ist vermerkt: Der "Club Alpenglühen", der offenbar seinen Stammtisch in jenem Lokal hatte. Das Schiff selbst ist ein Modell der HMS Victory, mit der Admiral Horatio Nelson 1805 an der Seeschlacht von Trafalgar teilgenommen hatte.

Moderne & Gemälde 19. Jahrhundert

Mit seiner schlafenden Susanna hat der österreichische Maler Hans Makart dieser biblischen Szene eine neue, erotische Komponente verliehen. Die Geschichte der schuldlosen Susanna, die von zwei älteren Herren des Ehebruchs beschuldigt und schließlich vom Propheten Daniel gerettet wird, diente viele hundert Male als Motiv für die unterschiedlichsten Bereiche in der Bildenden Kunst. Makarts Vorbild wurde vermutlich von der Version inspiriert, die Anthonis van Dyck etwa 200 Jahre zuvor gemalt hatte und die in der Alten Pinakothek in München bewundert werden kann.

ANTHONIS VAN DYCK - Susanna und die beiden Alten, 1621/22 ANTHONIS VAN DYCK - Susanna und die beiden Alten, 1621/22

Juwelen 

Dieser außergewöhnliche Ring ist mit einem Burma-Saphir von 44,86 ct im antiken Kissenschliff besetzt. Der größte Saphir, der jemals gefunden wurde, war der "Stern des Adam" aus Sri Lanka mit einem Gewicht von 1404 ct. Sein geschätzter Wert liegt bei ca. 90 Millionen Euro.

Asiatika

Wie bereits in der Kategorie "Möbel & Einrichtung", begeben wir uns auch bei den Asiatika in göttliche Sphären. Der auf einen Eisensockel montierte stehende Buddha aus Kalkstein zeigt die Gesten der Wohltätigkeit und der Zuversicht. Er wurde im 6. oder frühen 7. Jahrhundert in China gefertigt. Reste einer Bemalung sind noch vorhanden.

Russische Kunst

Der Maler Franz Roubaud war französischer Abstammung. Seine Eltern waren vor seiner Geburt nach Russland emigriert. Roubaud begann bereits im Alter von sechs Jahren zu zeichnen und malen. Aufenthalte im Kaukasus ließen die dortigen Menschen und Landschaften zu einem seiner beliebtesten Motive werden. Des Weiteren war er berühmt für seine Schlachtengemälde wie Die Belagerung von Sewastopol von 1904, ein 100 Meter langes Monumentalwerk, für das in Sewastopol ein eigenes Museum errichtet wurde. Auch sein Panorama von der Schlacht von Borodino hat in Moskau ein eigenes Museum erhalten.

Hampel Living

Der zweite Tag, der sich ab 10 Uhr ganz der Auktion "Hampel Living" widmet, führt uns mit diesem etwas gruseligen Objekt zurück zum Thema Möbel und Dekoration. Ganz harmlos ist dieser Tisch zunächst einmal aus Nussbaum gefertigt worden. Die Oberfläche wurde mit Ponyfell belegt, die Tischbeine und die Mittelsäule bestehen aus Dammwildgeweihen. Das ist vielleicht sowieso schon eine nicht alltägliche Kombination. Richtig ungewöhnlich wird es jedoch, wenn man noch die vierte Dekorationskomponente hinzuzieht: Echte menschliche Schädel! Wie ist es dazu nur gekommen?

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Im 19. Jahrhundert kaufte die böhmische Adelsfamilie Schwarzenberg die Kirche auf dem Friedhof des ehemaligen Zisterzienser-Klosters Sedletz östlich von Prag. Das Untergeschoss der Kirche aus dem 15. Jahrhundert diente als Beinhaus für die Knochen der Verstorbenen, die seit dem 13. Jahrhundert auf dem Friedhof begraben worden waren. Insgesamt stapelten sich in den Gewölben die knöchernen Überreste von etwa 40.000 Menschen.

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Die Schwarzenbergs gaben dem Holzschnitzer František Rint 1870 den Auftrag, den Innenraum der Kapelle neu zu gestalten. Allerdings nicht mit Holz oder Stuck, sondern unter der Verwendung der eingelagerten Knochen. Es entstand die wohl außergewöhnlichste Innenausstattung einer Kirche überhaupt. Rint fertigte u. a. einen Kronleuchter, Monstranzen, das Wappen der Schwarzenbergs und auch sein eigener Name findet sich, aus Knochen gefertigt, an einer Wand der Kapelle. Der vorliegende Tisch ist ein weiterer Teil des einzigartigen Ensembles.

Insgesamt wurden etwa 10.000 Skelette für die Dekoration der Kapelle verwendet. Die übrigen wurden erneut auf dem Friedhof beigesetzt.

Die Auktionen mit allen vorgestellten Objekten finden am 30. und 31. März im Auktionshaus Hampel in München statt. Die Möglichkeit einer Vorbesichtigung kann vom 24. bis 29. März wahrgenommen werden.

Entdecken Sie noch mehr Spannendes, Außergewöhnliches und Schönes in den aktuellen Katalogen von Hampel hier bei Barnebys.

 

 

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