Isidro (katalanisch: Isidre) Nonell i Monturiol kam 1872 in Barcelona zur Welt, wo sein Vater ein einträgliches Geschäft mit Teigwaren betrieb. Obwohl er später eigentlich das kleine Unternehmen seines Vater hätte übernehmen sollen, wandte er sich im Alter von etwa 12 Jahren der Malerei zu und wurde darin von seinen wohlwollenden Eltern unterstützt.

Die Zeichen- und Malstunden, die er zwischen 1884 und 1892 bei verschiedenen Künstlern in Barcelona nahm, stellten die Weichen für sein späteres Schaffen. Er erlernte die Darstellung von Früchten und Blumen, fand in Bettlern und Obdachlosen ein ihn ansprechendes Motiv und entdeckte sein Talent als Karikaturist.

Selbstkarikatur von Nonell aus dem Jahr 1902 Selbstkarikatur von Nonell aus dem Jahr 1902|Abb. Wikipedia

Ab 1893 besuchte Nonell für zwei Jahre die Escola de Belles Arts de Barcelona. Gemeinsam mit einigen Studienkollegen begann er sich für den französischen Realismus und die Freilichtmalerei zu interessieren und wandte sich zunächst der Landschaftsmalerei zu. Um Geld zu verdienen, arbeitete er als Karikaturist bei verschiedenen Zeitschriften in Barcelona. In dieser Zeit lernte er in jenem Umfeld auch den jungen Pablo Picasso kennen.

Während eines Aufenthaltes in den Pyrenäen im Sommer 1896 wandte sich Nonell von der Landschaftsmalerei ab und erneut einem Gebiet zu, für das er sich schon früher interessiert hatte: die Darstellung der unteren Gesellschaftsschicht, mit Bettlern, Obdachlosen, Kranken und mittellos heimgekehrten Soldaten.

Im Jahr darauf ging er nach Paris, wo er an der selbst gewählten Thematik festhielt. Sein Stil veränderte sich jedoch, als er sich vermehrt an den Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec orientierte. Bei einem weiteren Aufenthalt in der französischen Hauptstadt 1899 hätte er seinen Durchbruch feiern können, wenn er, wie vom bekannten Kunstsammler Paul Durand-Ruel vorgeschlagen, folkloristische spanische Szenen, die sich damals großer Beliebtheit erfreuten, in sein Oeuvre aufgenommen hätte.

Trotz der Ausstellung seiner Arbeiten in diversen Salons kehrte Nonell 1900 als noch immer nicht etablierter Künstler in seine Heimatstadt zurück. Auch dort fanden sich keine Abnehmer für seine Werke. Sozialkritische Themen und Darstellungen von Unterprivilegierten, darunter viele Portraits von Sinti und Roma, entsprachen nicht dem Geschmack der spanischen Oberschicht.

Die Stagnation seiner Karriere und die Ablehnung, auf die er überall, außer bei einigen Künstlerkollegen, stieß, hinterließen ihre Spuren. Auch wenn Isidre ausrief „Jo pinto i prou“ („Ich male und basta“), zog er sich in den nächsten Jahren mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück.

In dieser Zeit begann sich sein Stil dann doch zu wandeln, er verwendete hellere Farben und auch bei der Motivwahl orientierte er sich mehr an den Wünschen des Publikums. Tatsächlich konnte er damit im Jahr 1910 Erfolge bei einer Einzelausstellung feiern.

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Isidre Nonell in seinem Atelier|Foto: Pinterest Isidre Nonell in seinem Atelier|Foto: Pinterest

Anstatt auf diesem Erfolg aufzubauen, wandte er sich anschließend einem neuen Sujet zu: dem Stillleben. Damit kehrte er zum Anfang seiner Ausbildung als Maler zurück. Doch auch dabei wollte ihm ein gewisser Hang zur Unangepassheit nicht von der Seite weichen. Statt dekorative Früchte und Blumen, wählte er auch hier meist die "Unterprivilegierten", wie Kastanien, Heringe oder Zwiebeln, die er in gedeckten Farben darstellte.

Die Frage, ob Isidre Nonell irgendwann doch noch ein wirklich erfolgreicher Künstler geworden wäre, muss jedoch unbeantwortet bleiben. Er starb bereits 1911 im Alter von nur 38 Jahren in seiner Geburtsstadt Barcelona.

Die beiden vorgestellten Gemälde von Isidre Nonell sind Teil der Auktion von Duràn Subastas am 22. Februar, in der Kunst, Uhren und Schmuck zum Aufruf kommen werden. Auktionsbeginn ist um 18 Uhr Ortszeit.

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