Der Auktionsherbst steht wieder einmal ganz im Zeichen moderner und zeitgenössischer Kunst. Das Kölner Auktionshaus Lempertz ist natürlich mit von der Partie und präsentiert am 30. November und 1. Dezember eine hochinteressante Offerte mit Werken vieler bedeutender Künstler Europas und Nordamerikas des 20. Jahrhunderts.

Das Top-Los der Auktion stammt aus den begnadeten Händen Pablo Picassos, der zum Zeitpunkt des Entstehens bereits 85 Jahre alt war. Die Polychrome Farbkreidezeichnung zeigt lediglich einen nackten Mann in ruhender Position - eher ungewöhnlich für Picasso, der sich auch im hohen Alter noch in seinen Arbeiten als Stierkämpfer, Eros oder Minotauros selbst darstellte. Aber immer gemeinsam mit einer jungen Frau, die der ungebrochenen Potenz des kraftstrotzenden Künstlers erliegt.

Gab es zum Zeitpunkt des Entstehens von Homme nu couché also Anlass zur Sorge? Wohl eher nicht. Der Blick des Mannes, mit welchen er dem des Betrachters begegnet, ist hellwach und herausfordernd und schont zu sagen: "Das war noch lange nicht alles".

Zwei weitere bedeutende Arbeiten der Auktion stammen von Picassos Landsmann Joan Miró, der von 1936 bis 1940 wegen des Spanischen Bürgerkrieges als Flüchtling in Paris lebte. Aus dieser Zeit stammt die verträumte Gouache Souvenir du Parc Montsouris, die eine nächtliche Ansicht des Parks im Süden der französischen Hauptstadt darstellt.

Mit Solitude III/III ist ein späteres Werk Mirós in der Auktion vertreten, das Teil einer dreiteiligen Reihe aus dem Jahr 1960 ist.

Mit dem Impressionisten Henry Moret ist ein Mitglied der Schule von Pont-Aven in der Auktion vertreten. Die Künstlergemeinschaft um Paul Gauguin entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert in dem Ort an der bretonischen Südküste. Die dortige Landschaft bildet in Morets Œuvre das Hauptmotiv.

Nach Picasso und Miró sind mit Wassily Kandinsky und Serge Poliakoff zwei weitere Künstler Teil der Auktion, die einen Teil ihres Lebens in Frankreich verbracht haben. Der in Moskau geborene Poliakoff lebte ab 1923 überwiegend in Paris, wo er mit seinen gegenstandslosen Abstraktionen ein bedeutender Vertreter der Nouvelle École wurde. Großen Einfluss auf diese Entwicklung hatte Kandinsky, der, ebenfalls in Moskau geboren, zunächst als Mitglied des Blauen Reiters in München Erfolge feiern konnte, bevor er 1933 ins Exil nach Frankreich ging, wo er seinen Wandel vom Expressionisten zum abstrakten Künstler weiterverfolgte.

Ein Leben lang dem Expressionismus treu blieb hingegen Emil Nolde, dessen Bilder durch eine meist sehr farbenfrohe Palette begeistern, mit der er seine norddeutsche Heimat portraitierte. Die vorliegende Arbeit präsentiert sich hingegen in eher gedeckten Farben und ist in einer Berglandschaft angesiedelt, die Nolde zeitlebens faszinierte.

Das künstlerische Schaffen von Ernst Wilhelm Nay lässt sich in unterschiedliche Perioden unterteilen. Die frühen Phasen vor dem Zweiten Weltkrieg sind noch von einer figurativen Malweise geprägt, die unmittelbar nach dem Krieg der Abstraktion weichen muss. Nay beschäftigt sich nun mit verschiedenen Herangehensweisen. Zwischen 1954 und 1962 entstehen die "Scheibenbilder", von denen mit Dominant Grün eines in der Auktion von Lempertz zum Aufruf kommt.

Eine Arbeit ohne Titel aus dem Jahr 1992 liegt vom amerikanischen Künstler Sam Francis vor, der in den 1950er Jahren ebenfalls eine Zeit lang in Paris lebte. Dort kam der ursprünglich dem abstrakten Expressionismus angehörende Francis mit dem Tachismus in Kontakt. Zurück in seiner kalifornien Heimat begann er sich mit dem ähnlichen Action Painting zu beschäftigen, für das er hauptsächlich bekannt wurde.

Andy Warhol und Joseph Beuys begegneten sich zum ersten Mal im Jahr 1979 in der Galerie Hans Mayer in Düsseldorf. Ein weiteres Treffen gab es im folgenden Jahr in New York, wo Warhol eine Polaroidaufnahme von Beuys machte. Diese verwendete er als Vorlage für eine Reihe von Siebdrucken, die zum ersten Mal im April 1980 in Neapel ausgestellt wurden.

Agostino Bonalumi, ein Vertreter der italienischen Post-War-Avantgarde, strebte nach Gemälden, die, in Anlehnung an seinen Mentor Lucio Fontana, die Grenzen zwischen zweidimensionaler und dreidimensionaler Kunst aufhoben. Das Ergebnis sind farbintensive Werke, die Gemälde und Skulptur zugleich sind.

Des weiteren in den Auktionen vertreten sind Künstlerinnen und Künstler wie August Macke, Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, Max Lieberman, Paula Modersohn-Becker, Niki de Saint Phalle und Lyonel Feininger.

Sehen Sei hier die Termine der Herbstauktion im Überblick.

30. November, 14 Uhr - Fotografie

30. November, 17 Uhr - Moderne Kunst

1. Dezember, 14 Uhr - Zeitgenössische Fotografie und Kunst

Beachten Sie auch die Auktionen mit asiatischer Kunst am 7. und 8. Dezember, in denen Netsuke, Inrô und Sagemono aus einer
rheinischen Sammlung zum Aufruf kommen sowie der zweite Teil der Sammlung Papp.

Entdecken Sie die aktuellen Lose des Auktionshauses Lempertz hier bei Barnebys.

Kommentar