Mit der Gründung der Schule von Barbizon 1830 veränderte sich die Kunstwelt immens. Künstler wie Théodore Rousseau, Jean Courbet und Camille Corot wandten sich von der klassischen Ateliermalerei ab, um ihre Motive unter freiem Himmel zu suchen und dort auch zu malen. Dies war ein wichtiger Schritt, dem der Impressionismus mit seiner schnellen Malweise auf dem Fuße folgte. Besondere Lichtverhältnisse wurden zum zentralen Streben dieser Künstler. Solches Licht gab es vor allem in ländlichen Gebieten, in der Heide, im Gebirge oder an den Küsten. An vielen solcher Orte fanden sich in den folgenden Jahrzehnten Künstler zusammen, um dort zu arbeiten und sogar zu leben. In Deutschland ist in diesem Zusammenhang vor allem die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen bekannt.

Auch in Dänemark gab es einen Ort, an dem sich Vertreter der Freilichtmalerei versammelten: Skagen, ein Fischerort an der Nordspitze Jütlands, wo Nord- und Ostsee aufeinandertreffen. Die Künstlerkolonie erlebte ihre Blütezeit in den 1880er Jahren. Die Werke von zwei ihrer Maler sind oben und unten zu sehen. Michael Ancher, der ab 1875 in Skagen lebte, heiratete die Tochter seiner Gastwirte, Anna Brøndum (1859-1935), die ebenfalls Malerin des Impressionismus wurde und in die Künstlergemeinschaft aufgenommen wurde.

Ein persönlicher Freund und künstlerischer Rivale Anchers kam 1882 nach Skagen: Peder Severin Krøyer. Durch ihn erhielt die Kolonie internationale Bekanntheit, wie bei der erfolgreichen Teilnahme an der Weltausstellung in Paris 1889. Andererseits wurde Skagen nun auch zunehmend als Urlaubsort entdeckt. Das Beisammensein der Künstler verlor ihre Intimität, der freundschaftliche Kreis, den Krøyer in einigen Bildern festgehalten hatte, löste sich langsam auf. Vor allem aber verdrängten andere Kunstströmungen mit der Zeit die Kunstauffassung der Skagen-Maler.

Unter freiem Himmel entstanden auch in anderen Ländern beeindruckende Kunstwerke. In Deutschland kam es zu einer eigenen Ausformung des Impressionismus. Ein Meister seines Faches war Max Liebermann, dessen Frühwerk Pifferaro im Folgenden zu sehen ist.

Der italienische Maler Umberto Veruda war beeindruckt vom Stil Max Liebermanns und begann in gleicher Manier unter freiem Himmel zu arbeiten. Dies wird vor allem bei seiner Jungen Frau im Rosengarten deutlich.

Alle Gemälde sind Teil der kommenden Auktion des Kunst- und Auktionshauses Kastern am 4. März. Ab 11 Uhr kommen nicht nur Werke der Impressionisten zum Aufruf, sondern auch Arbeiten des Realismus, der Moderne und der Zeitgenössischen Kunst sowie Alte Meister. Außerdem darf auf Schmuck, Antiquitäten und Kunsthandwerk mitgeboten werden.

Die Vorbesichtigungen finden noch bis zum 3. März täglich im Auktionshaus in der Baringstraße 8 in Hannover statt. Den gesamten Katalog können Sie auch hier einsehen.

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