Ludger Wilhelm Brandenberg

Der Maler Ludger Wilhelm Brandenberg wurde 1889 in Essen geboren. 1908 wurde er an der Düsseldorfer Kunstakademie angenommen. Durch seine Einberufung als Soldat im 1. Weltkrieg konnte er sein Malerei Studium dort erst 1921 beenden. Von 1934 bis 1944 lehrte er an der Folkwang-Schule in seiner Heimatstadt. Später lebte er in Krefeld. Seit den 1920er Jahren nahm Brandenberg an zahlreichen Ausstellungen teil. Dies setzte sich während der Zeit des Nationalsozialismus und den Jahren danach fort.

Brandenberg ist seinem Malstil während seiner gesamten Karriere treu geblieben. Vor allem in seinen frühen Werken ist der Bezug zum Impressionismus und zur Romantik des 19. Jahrhunderts unverkennbar. Allgemein sind seine Arbeiten der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen, die in den 1920er Jahren, der Zeit der Weimarer Republik, ihren Höhepunkt fand. Anders als die Avantgarde seiner Zeit, lehnte Brandenberg Kunstströmungen wie den Expressionismus ab. Dennoch muss man seinen Arbeiten ein Auseinandersetzen mit den damaligen Umständen durchaus zugestehen. Er suchte jedoch nicht nach einer Antwort auf die herrschenden Probleme sondern dokumentierte sie auf unauffällige Weise. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, war, auch wenn sie gerne als "Goldene Zwanziger" oder "Roaring Twenties" bezeichnet wird, eine Zeit großer Unsicherheit. Brandenbergs Arbeiten widerspiegeln dieses Empfinden. Seine Landschaften, Interieurs, Stillleben und die wenigen Portraits sind in eher dunklen Farben gehalten und geben eine gewisse Melancholie wieder. Die Unauffälligkeit seiner Arbeiten fand auch Gnade vor den Augen der Nationalsolzialisten. 1937 war Brandenberg zudem der NSDAP beigetreten. Brandenberg setzte seine Arbeit als Maler nach dem 2. Weltkrieg nahtlos fort und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Bis 1966 waren es bereits 151, wie er selbst notiert hatte.

 

Wolf Vostell

Wolf Vostell, 1932 in Leverkusen mit dem Nachnamen Schäfer geboren, verbrachte die Jahre des zweiten Weltkriegs mit seiner Familie im Sudetenland und kehrte erst 1945 nach Deutschland zurück. Vostell, den Mädchennamen seiner Mutter nahm er 1952 an, erhielt Mal- und Zeicheunterricht. In den 1950er Jahren besuchte er nacheinander die Bergische Universität in Wuppertal, die École nationale supérieure des beaux-arts in Paris und schließlich die Kunstakademie Düsseldorf. Im Alter von 27 Jahren heiratete er die Spanierin Mercedes Guardado Olivenza. Das Paar lebte zunächst in Köln, zog 1970 aber nach Berlin. Ein weiterer Lebensmittelpunkt wurde das Dorf  Malpartida de Cáceres in der spanischen Estremadura. Gemeinsam gründeten sie dort das Museo Vostell Malpartida, das noch heute von Vostells Witwe verwaltet wird. Bereits 1959 hatte Wolf Vogel damit begonnen das Vostell-Archiv zusammenzutragen, das Andenken, Fotos und auch die Korrespondenz mit anderen Künstlern umfasst.

Wolf Vostell sog die Strömungen seiner Zeit auf, ließ sich von seiner Umgebung inspirieren und setzte die Eindrücke, die er Sammelte in seinen Arbeiten um. Diese Offenheit für äußere Einflüsse, kombiniert mit einer unbändigen Fantasie und Schöpfungskraft, machte Vostell zum Wegbereiter der Fluxus-Bewegung, des Happening, der Environment Art, der Videokunst und der Installation. Er erfand neue Techniken, wie die Décollage, die Verwischung und die Einbetonierung. Letztere wurde zu einem Markenzeichen seiner Werke. Genauso wie er sich von seiner Umgebung inspirieren ließ, nahm er auch Bezug zu politischen Ereignissen, der Fall der Berliner Mauer war "verantwortlich" für mehr als 50 seiner Arbeiten.

WOLF VOSTELL (1932 Leverkusen - 1998 Berlin) Links: Diskobol, Bronze mit goldener Patina, signiert und datiert, 1989/90 Mitte: Berliner Brot (Brot und Spiele für das Volk), Multiple, lackiertes Brot, Beton, Schwarz-Weiß-Fernseher, signiert, 1994 Rechts: Venus mit Knochen, Multiple, Bronze, signiert 1988 WOLF VOSTELL (1932 Leverkusen - 1998 Berlin)
Links: Diskobol, Bronze mit goldener Patina, signiert und datiert, 1989/90
Mitte: Berliner Brot (Brot und Spiele für das Volk), Multiple, lackiertes Brot, Beton, Schwarz-Weiß-Fernseher, signiert, 1994
Rechts: Venus mit Knochen, Multiple, Bronze, signiert 1988

Die Sammlungen mit Werken dieser beiden so unterschiedlichen Künstler werden am 29. September im Berliner Auktionshaus Jeschke van Vliet versteigert. Insgesamt kommen etwa 700 Werke der Modernen ind Zeitgenössischen Kunst, der modernen Fotografie sowie Alte Kunst und Antiquitäten zum Aufruf. Die Vorbesichtigung kann am 23. sowie vom 25.-28. September besucht werden.

Entdecken Sie den aktuellen Katalog des Auktionshauses Jeschke van Vliet hier bei Barnebys.

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