Abb.: Christie's Abb.: Christie's

Die erste Teil der Auktion "Malerei von 1400-1900" versammelt einige der besten Künstler der Renaissance bei Christie's.

Bei der Auktion vertreten sind u. a. Gottesmutter mit Kind von Maestro di Popiglio, ein Distichon von Sassoferrato, ein Gemälde aus der Werkstatt Tizians, Werke aus der flämischen Schule des 17. Jahrhunderts, ein Stillleben von François Habert, Portraits von Hyacinthe und Gaspard Rigaud, Landschaften von Prosper François Irénée Barrique, Chacta-Darstellungen von Louis Édouard Rioult sowie drei Arbeiten von Lucien Lévy-Dhurmer.

Ein interessantes Los der Auktion ist die Kopf-Studie, die Simone Cantarini (Pesaro 1612-1648 Verona) zugeschrieben wird. Trotz der auffälligen Inschrift "G. Reni" am unteren linken Bildrand, wird das Werk nicht als Original von Guido Reni betrachtet. Die Studie in Ölfarbe auf Papier, montiert auf eine Leinwand, wird stattdessen Simone Cantarini zugeschrieben, der von 1634 bis 1639 ein Schüler Renis war.

Die Studie, die zwei geneigte, nach links blickende Köpfe zeigt, entstand vermutlich in der Zeit, die Cantarini in der Werkstatt Renis in Bologna verbrachte. Jugendliche Gestalten sind im Oeuvre Canatarinis sehr häufig vertreten. Sein Werk Der Traum des Joseph, welches sich in der Cassa Depositi e Prestiti in Rom befindet, weist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Werk auf, das bei der Auktion von Christie's in Paris angeboten wird.

Ein anderes Werk, das man keinesfalls verpassen darf ist Cavalier arabe, dit aussi 'La Retraite' von Horace Vernet (Paris 1789-1863).

Horace Vernet, ein Zeitgenosse des französischen Bürgerkönigs Louis Philippe d'Orléans (1773-1850), war als Historien- und Militärmaler tätig. Vom König gefördert und den Geschmack seines Publikums treffend, machte er in ganz Europa und auch in New York Karriere. Vernet entstammte einer Künstlerdynastie. Sowohl sein Vater als auch beide Großväter waren als Maler oder Kupferstecher und Radierer tätig.

Werke von Horace Vernet. Links: Die Schlacht von Jemmapes, London, National Gallery. Rechts: Die Schlacht von Jena, Versailles, Musée National des Châteaux de Versailles et de Trianon Werke von Horace Vernet. Links: Die Schlacht von Jemmapes, London, National Gallery. Rechts: Die Schlacht von Jena, Versailles, Musée National des Châteaux de Versailles et de Trianon

Ausgestattet mt angeborenem Talent, schuf Vernet im Laufe seiner Karriere detaillierte Darstellungen des französischen Militärs im 19. Jahrhundert. Besonders berühmt wurden seine Schlachtengemälde der napoleonischen Kriege. Vernet dokumentierte ebenfalls die Algerienkampagne, die 1834 zur Annexion Algeriens durch die französische Krone unter Louis Philippe führte.

Die Expansion des französischen Kolonialismus in Nordafrika schuf die Grundlage für den Orientalismus, der in Europa beliebt wurde. 1832 ging der nicht minder erfolgreiche französische Maler Eugène Delacroix nach Marokko, ein Jahr später betrat Vernet algerischen Boden.

Das Reiterbild, das in der Auktion von Christie's zum Aufruf kommen wird, malte Vernet sehr wahrscheinlich während seines Aufenthaltes in Algerien. Gleichermaßen fasziniert von der französischen Armee und deren Gegnern, hielt Vernet hier den Rückzug eines algerischen Reiters fest, der, in seinen Burnus gekleidet, mit einem Gewehr auf seine Verfolger schießt.

Der zweite Teil der Auktion "Das andere 20. Jahrhundert: Die Kunst der figürlichen Darstellung 1900-1950" beinhaltet Werke von Frederico Armando Beltran Massés, Georges Hanna Sabbagh, Fernand Lantoine, Raphël Delorme, André Devambez und Henri Deluermoz.

La Charette ist ein Werk des französischen Malers und Illustrators Bernard Boutet de Monvel (Paris 1881-1949 Azoren). Als Sohn des Malers Louis-Maurice Boutet de Monvel (1850-1913) geboren, wurde Bernards Zeichentalent schon früh entdeckt. Ab 1903 stellte er seine Arbeiten in Salons in Frankreich und Amerika aus.

Als Geschichtenerzähler des alltäglichen Lebens wurde Bernard Boutet de Monvel von seinen Zeitgenossen und Kritikern als banal bezeichnet. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Boutet de Monvel eingezogen und musste die Malerei vorerst an den Nagel hängen. Erst bei seiner Stationierung in Marokko nahm er Leinwand und Pinsel wieder zur Hand. In einem rigoros geometrischen Stil malte er Ansichten von Fez, Marrakesch und Rabat. Für grade Linien griff er sogar zum Lineal. Diese präzisen Formen waren es, die seinen Stil nach dem Krieg auszeichneten und die in La Charette bereits zu erahnen sind.

Bernard Boutet of Monvel. Links: Portrait of Georges Menier (circa 1925) Rechts: New York Street (1928) Centre Pompidou Bernard Boutet of Monvel. Links: Portrait of Georges Menier (circa 1925) Rechts: New York Street (1928) Centre Pompidou

1926 ging er nach New York und portraitierte die dortige High Society. Doch vor allem bot das geometrische Aussehen der Wolkenkratzer von Manhattan ein hervorragendes Motiv für Bernard Boutet de Monvels Zeichnungen.

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