Wenn das Lempertz am 19. September zur Auktion bittet dürfen sich Kunstfreunde und Sammler auf rund 250 Gemälde aus fünf Jahrhunderten freuen, mit denen das Kölner Auktionshaus in das zweite Auktionshalbjahr 2018 startet. Zum Auf kommen zahlreiche Portraits bekannter und unbekannter Persönlichkeiten, Stillleben verschiedener Epochen, Landschaften und Genreszenen des 18. und 19. Jahrhunderts und eben auch Historienbilder, von denen wir Ihnen einige nachfolgend näher vorstellen möchten.

Die Historienmalerei nahm ihren Anfang in der Zeit der Renaissance. Während die Menschen (und Künstler) des Mittelalters hauptsächlich mit ihrer Gegenwart, dem Jenseits und dem Ausloten der besten Vorbereitung auf das Jenseits in ihrer Gegenwart beschäftigt waren, entwickelte sich in der nachfolgenden Epoche ein Bewusstsein für die Vergangenheit, wobei die Wiederentdeckung der Antike ein wichtige Rolle spielte.

Von Anfang an nahmen Szenen aus der griechischen Mythologie einen wichtigen Platz in der Historienmalerei ein - man denke nur an die epochemachenden Werke Botticellis. Diese Werke widerspiegeln auch einen zunehmenden Bildungsstandard und die Beschäftigung mit den antiken Autoren, die die Mythen und geschichtlichen Überlieferungen aus der Antike überlieferten. Denn schließlich ist die Kenntnis über diese Themen und der darin agierenden Figuren mitsamt der sie symbolisierenden Attribute die Voraussetzung für die "erfolgreiche" Betrachtung und Interpretation der Werke.

Ähnlich verhält es sich mit Historienbildern mit religiösen Inhalt. Denn hierbei stand nicht mehr nur alleine die Darstellung von Heiligen und Figuren aus der Bibel im Fokus, sondern die Darstellung einer Szene mit erzählerischem Schwerpunkt. Verwendung fanden Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament sowie aus den Apokryphen, also jenen Büchern und Evangelien, die es nicht in den Kanon der Bibel geschafft hatten.

 

Im Laufe der Zeit gewann die Darstellung von tatsächlichen historischen Ereignissen in der Historienmalerei an Bedeutung. Diese mussten auch gar nicht lange zurückliegen, sondern konnten mit der Darstellung ruhmreicher Taten zur Glorifizierung eines Herrschers, vor allem im Zeitalter des Absolutismus, beitragen.

Zu dieser Art von Gemälden zählen auch die Schlachtengemälde, auf denen meist eine Vielzahl von Menschen (und Pferden) agiert, galt eine erfolgreiche Kriegsführung doch als besonders ruhmreiche Tat.

Mit zunehmender Nationalbewusstsein ab dem frühen 19. Jahrhundert gewannen Darstellungen von geschichtlichen Ereignissen aus der Frühzeit einer Nation oder ihrer Mythen und Legenden immer mehr an Bedeutung. Diese Art der Historienmalerei war stark von einem Hang zur romantischen Idealisierung geprägt, der bis ins frühe 20. Jahrhundert andauern sollte.

Die Auktion mit Gemälden des 15.-19. Jahrhunderts findet am 19. September um 14:30 Uhr im Auktionshaus Lempertz in Köln statt. Dort können alle Lose der Auktion ab dem 13. September besichtigt werden. Beachten Sie bitte auch die Benefizauktion am 20. September, bei der der zweite Teil des Nachlasses von Dr. Joachim Kardinal Meisner versteigert wird.

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