Die Auktionen beginnen am 28. März um 17 Uhr mit der Versteigerung SCHMUCK, in der neben einem sehr kostbaren „Kashmir“-Saphirring auch eine über Jahrzehnte von einem privaten Sammler zusammengetragene Kollektion von 23 historischen Spindeltaschenuhren offeriert wird. Einen weiteren Höhepunkt bietet ein bedeutendes historisches Collier mit Rubinen, Diamanten, Demantoiden und Perlen von Carlo und Arthur Giuliano, aus der Zeit um 1900.

Am Folgetag, den 29. März folgen ab 15 Uhr Porzellan, Silber, Skulpturen und Kunsthandwerk sowie Möbel & Einrichtungsobjekte.

Die Besichtigungstage sind von Donnerstag, 23. bis Montag, 27. März 2017, täglich von 9 bis 17.30 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr. Am Montag Abendöffnung bis 20 Uhr.

Einige Highlights aus diesen großartigen Auktionen sehen Sie hier. Für nähere Informationen klicken Sie bitte auf die Bilder oder Bildunterschriften.

Skulpturen & Kunsthandwerk

Ein besonders reizvolles Porzellanobjekt, das nicht sofort als Teekanne zu erkennen ist: Auf einer ovalen Plinthe sitzt eine Affenmutter und hält ein rückwärts gebeugtes Junges im Arm, dessen geöffnetes Maul als Ausguss dient. Ein weiteres Junges, der Henkel der Kanne, sitzt auf ihrem Rücken und knabbert an einer Frucht, in die der Tee eingefüllt wurde. Bemerkenswert ist die sehr naturgetreue Fellzeichnung in Nuancen von Grau und Braun.

Auf hohen geschweiften Beinen liegt die Tischplatte mit neun darin eingelassenen ovalen Porzellanplaketten (wohl Meissen) mit jagdlichem Dekor und Wappen. Darunter auch das Wappen des sächsischen Konferenzministers Graf Johann Christian von Hennicke (1681–1752), der seit 1739 Vizedirektor der Meissener Manufaktur war. Das zentrale Medaillon zeigt einen äsenden Hirsch in einem Blütenkranz und ist gut vergleichbar dem Dekor des „Hanbury Williams“ Service, das August III. um 1748–50 dem britischen Diplomaten in Sachsen Sir Charles Hanbury Williams zum Geschenk machte.

Ein Meisterwerk viktorianischer Glasmalerei. Das bestätigte Martin Harrison von der British Society of Master Glass Painters 2012, der den Christus mit Szepter und Weltkugel der Hand Henry Hughes (1822-1883) zuschreibt – und zwar aufgrund der stilistischen Nähe zu signierten Fenstern. So etwa das Mittelfenster des Baptisteriums von St. Mary the Virgin’s Church in Eccleston bei Preston, dessen Christuskopf dieselbe qualitativ hochstehende, differenzierte Binnenmalerei aufweist wie das NEUMEISTER Exemplar. Christus thront in einer Mandorla, von adorierenden Engeln umgeben. Die Mandorla einbeschrieben das Bibelzitat Matthäus 25,34: „COME YE BLESSED OF MY FATHER INHERIT THE KINGDOM. PREPARED FOR YOU FROM THE FOUNDATION OF THE WORLD“. Die Eckzwickel sind mit gotisierenden Rosetten und Akanthusranken verziert.

Gemälde 16.-18. Jahrhundert

Seinen Zeitgenossen galt Guido Reni als der „göttliche Guido“ und „neuer Raffael“. Noch heute sieht man in ihm den Hauptmeister der bolognesischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Die Literatur über ihn und seine Werke ist kaum überschaubar, sowohl seinem Gesamtschaffen wie auch Detailaspekten seiner Arbeit werden regelmäßig große Präsentationen gewidmet. Eine der maßgeblichsten Ausstellungen veranstaltete 1988/89 die Schirn Kunsthalle, Frankfurt, unter dem Titel „Guido Reni und Europa. Ruhm und Nachruhm“. Ein bezeichnender Titel, denn Reisende aus ganz Europa sahen und bewunderten bereits zu Lebzeiten Renis Arbeiten in italienischen Kirchen und Sammlungen.

Sicherlich am stärksten beeindrucken dürfte den Betrachter die Darstellung des Kindes in seiner Körperhaftigkeit und gekonnten Verkürzung, die zurückgeht auf ein kleines Fresko Renis, 1627 ursprünglich entweder für Santa Maria Maggiore oder San Giovanni in Laterano geschaffen, heute im Palazzo Barberini, Rom. Raffaella Morselli sieht im qualitativen Vergleich der beiden Darstellungen des Kindes ihre Vermutung bestätigt, dass das vorliegende Gemälde um 1636–37 entstanden sein sollte, in einer kurzen Phase, in welcher der reife Guido Reni in seinem Schaffen späte künstlerische Höhepunkte erreichte.

Daniel Seghers, der einzige dokumentierte Schüler Jan Brueghels d. Ä., gilt als Schöpfer des Typus des „Kartuschenbildes“: Um eine Steinkartusche mit figürlicher, in der Regel religiöser Darstellung sind üppig Blumengirlanden drapiert. Daniel Seghers schuf dabei prächtige Blütenarrangements, für die Malerei der Kartuschen und der figürlichen Darstellung zog er hingegen gern andere Künstler hinzu. Sein bevorzugter Partner hierfür war der Rubens-Schüler Erasmus Quellinus d. J. was bei dieser Madonnendarstellung besonders deutlich wird, da sie eindeutig auf Rubens‘ „Vallicella-Madonna“ zurückzuführen ist, von der eine Ausführung in Grenoble im Musée de Peinture et de Sculpture und eine zweite in Santa Maria in Vallicella (Chiesa Nuova), Rom hängt.

Neben Jan van Eyck ist Robert Campin der Hauptkünstler der frühen niederländischen Malerei. Dieses Gemälde ist ein sehr schönes frühes Beispiel für das Nachwirken eines nicht erhaltenen Gemäldes Campins, das um 1420 entstanden sein sollte. Robert Campins Gemälde erfreuten sich einer immensen Popularität, denn es sind zahlreiche – zeitlich z.T. in deutlichem  Abstand entstandene – Kopien bekannt, die von Lievens-De Waegh (s.u.) akribisch chronologisch geordnet wurden. Dort ist unser Gemälde unter die zehn dem Vorbild am nächsten stehenden Kopien eingeordnet. Für die zeitliche und stilistische Nähe zum Vorbild sprechen u.a. die rundliche Gesichtsform Mariens und das dichte wellige Haar, der skulpturale Faltenwurf ihres Gewandes und auch das perlmutterfarbene Inkarnat. Hierin ist das vorliegende Gemälde etwa mit der im Metropolitan Museum, New York verwahrten Fassung sehr eng verwandt, die um 1480 datiert wird.

Typisches Gemälde des bedeutenden Haarlemer Landschafts- und Seemalers aus den 40er Jahren des 17. Jahrhunderts. Auffällig sind Parallelen zum gleichzeitigen Schaffen Jan van Goyens: Beiden Künstlern gemeinsam ist in dieser Zeit die Vorliebe für die Darstellung von Dünen- und Baumlandschaften in gelbbrauner bis graugrüner Farbigkeit, im Vordergrund oft ein dunkel verschatteter Uferstreifen.

Gemälde 19. Jahrhundert

In zahlreichen Zeichnungen und Skizzen hielt Carl Spitzweg die Einsiedler fest, die er auf seinen Reisen in den Tälern der Etsch besucht hatte. Nicht zuletzt war er an den Gebäuden interessiert, welche sich diese – in der für Südtirol typischen Weise – an die Felswände gebaut hatten. Die dargestellte Klausnerei hatte Spitzweg auf einer Wanderung nach Meran gesehen und skizziert (Bozener Skizzenbuch 1863).

Insgesamt kommen 15 Positionen mit Werken von Carl Spitzweg, des NEUMEISTER Hausheiligen, in der Auktion zum Aufruf.

„Man hat noch keinen recht ähnlichen Kupferstich von der Königinn. Das ähnlichste Bild von ihr ist von Lauer aber in seiner harten u[nd] steiffen Manier; Tischbein hatt sie gemahlt aber niemahls ähnlich, v. Ploetz und Hornemann haben ein gutes Profiel von ihr in Miniatur gemahlt; Bütner aus Cassel soll sie sehr gut gemahlt haben aber ich habs nicht gesehen. Darbes quält sich sie zu mahlen und die Königinn daß sie ihm sitzen soll, und sie will nicht…” (Daniel Nikolaus Chodowiecki, 1726–1801, Direktor der Königlich-Preußischen Akademie der Künste, im Jahre 1799 an den Maler Anton Graff. Zitiert nach Steinbrucker, Charlotte, Briefe Daniel Chodowieckis an Anton Graff. Berlin/Leipzig 1921, S. 189f.).

Aus dem „Wettstreit“ verschiedener Künstler um das treffendste Bildnis der von der Öffentlichkeit bereits zu Lebzeiten verehrten Königin scheint der Kasseler Wilhelm Böttner („Bütner“, s.o.) als eindeutiger Sieger hervorgegangen zu sein. Mehrere Bildnisse Luises von seiner Hand sind nachzuweisen, darunter in Schloss Fasanerie bei Fulda und ein anderes, ehemals im Schlösschen auf der Pfaueninsel bei Berlin. Im Sommer 1799 hatte Wilhelm Böttner anlässlich eines Besuchs des preußischen Königspaares in Kassel Luise erstmals zeichnen können. Wohl im Auftrag des hessischen Landgrafen Wilhelm IX. entstanden kurze Zeit darauf zwei lebensgroße, offizielle Porträts des Paares.

Moderne & Art Déco

Schmuck

Das Collier besteht aus Schweifwerkgliedern mit einem Mittelstück, das sich agraffenförmig wie ein Pfauenrad vergrößert und einen Besatz von Rubinen, Smaragden und Diamanten trägt. Fünf Orientperlen sind als Pendantifs angehängt. Die Gestaltung als Collier mit Betonung auf die Mitte verweist auf die Mode der rechteckigen Decolletées um 1890, während die Neorenaissancemotive schon auf die Jahrhundertwende hinleiten.

Auf der Schauseite sind der Saphir und auch die flankierenden Diamanten im Trapezschliff in Zargengriff-Fassungen eingesetzt. Die „Kashmir“-Farbe gilt als das schönste Blau bei Juwelen. Typisch für die „Kashmir“-Farbe ist ein warmes, intensiv seidiges Kornblumenblau. Diese hochbegehrten Saphire aus Kaschmir/Indien, die 1880 nach einem Bergststurz in ca. 5.000 m Höhe gefunden wurden, sind seither prägend für die Farbe erstklassiger Saphire. Das Vorkommen scheint seit 1951 erschöpft zu sein, weshalb für diese Saphire regelmässig hohe Preise erzielt werden.

Interessenten können an der Auktion sowohl persönlich als auch telefonisch oder per Internet mitbieten. Außerdem nimmt NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus schriftliche Gebote per Post oder Fax entgegen.

Entdecken Sie hier das gesamte Angebot der kommenden Auktionen von NEUMEISTER bei Barnabys.

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