In der Kategorie Gemälde begegnen uns Arbeiten vom 17. bis 20. Jahrhundert. Wie gewohnt legt das Auktionshaus Satow wieder einen Fokus auf Werke von Deutschlands Nord- und vor allem Ostseeküste.

Kurt Haase-Jastrow malte, zunächst im post-impressionistischen Stil, hauptsächlich Portraits. Die Sommermonate verbrachte er jedoch, wie viele andere deutsche Maler und Malerinnen jener Epoche, an der Ostsee in der Künstlerkolonie Ahrenshoop und fing mit Leinwand und Pinsel die dortige Landschaft ein. Mit der Zeit wechselte er zu einer expressionistischen Malweise.

Unter den vielen Qualitätvollen Holzmöbel der Auktion sind jene mit Blütenintarsien besonders bezaubernd. Neben einer französischen Vitrine aus Rosenholz kommt auch ein hochinteressanter Barschrank zu Aufruf, der Mitte des 20. Jahrhunderts in Schweden gefertigt wurde. Hinter seinem historisierenden Äußeren verbirgt sich im oberen Teil ein verspiegeltes Barfach.

Rechts im Bild ist ein Aufsatzschrank aus Eichenholz zu sehen, der Ende des 18. Jahrhunderts in Lüttich gefertigt wurde. Seine Schnitzarbeit sind ganz im damals modernen Louis Seize-Stil gehalten, der den kommenden Klassizismus bereits erahnen lassen, das vergangene Rokoko jedoch noch nicht hinter sich gelassen hat.

Eine sehr feine und stimmungsvolle Arbeit des Impressionismus ist das Werk Reiter in eine Steppenlandschaft von Jon Popp. Der Maler wurde in Hamburg geboren und starb auch dort. Viele Jahre seines Lebens verbrachte er jedoch an anderen Orten. Er reiste viel ins europäische Ausland, aber auch nach Nordafrika und in die Türkei, wo er seine Liebe zu orientalischen Motiven entwickelte. Achtzehn Jahre lang lebte und arbeitete Popp in Rumänien, wo er u. a. Portraits der Königsfamilie anfertigte. Im Laufe des 1. Weltkriegs wurde Popp in Rumänien interniert. Nach Ende des Krieges kehrte er schließlich in seine Heimatstadt zurück.

Neben Malerei des 19. Jahrhunderts sind auch Arbeiten des 20. Jahrhunderts in der Auktion gut vertreten und präsentieren sich äußerst abwechslungsreich. Eines hr modernes Werk ist Komposition des kürzlich verstorbenen Malers und Grafikers A. R. Penck, der 1939 als Ralf Winkler in Dresden zur Welt kam und später nach Westdeutschland übersiedelte.

An den Werken der Münchener Schule des 19. Jahrhunderts orientiert sich hingegen der 1940 in der bayerischen Landeshauptstadt geborene Hubert Kaplan, dessen Enten am Weiher oben zu sehen ist. Kaplan, der zunächst eine Ausbildung zum Dekorationsmaler absolvierte, erlernte die realistische Naturmalerei als Autodidakt. Er entwickelte sich zu einem der wenigen Maler des 20. Jahrunderts, die dieses Genre meisterlich beherrschten. Seine Bilder sind gefühlvoll ohne ins Kitschige abzugleiten.

Insgesamt kommen in der Auktion mehr als 900 Lose zum Aufruf. Die Auktion findet am 21. Oktober um 11 Uhr im Auktionshaus in Satow statt.

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