Blick in die Ausstellung: Nachbau des von Roberto Peregalli und Laura Sautoir Rimini entworfenen Essenzimmers in der Rue Bonaparte | Foto: ©Sotheby's Blick in die Ausstellung: Nachbau des von Roberto Peregalli und Laura Sautoir Rimini entworfenen Essenzimmers in der Rue Bonaparte | Foto: ©Sotheby's

Allein die Verkaufsausstellung in der Galerie Charpentier zog mehr als 5.000 Besucher an. Die speziell für das Event entworfenen Sets konzentrierten sich auf die Ästhetik und die Atmosphäre der vier Wohnsitze von Bergé: La Datcha in der Normandie, Mas Theo in der Provence, Villa Mabrouka in Marokko und die Pariser Wohnung in der Rue Bonaparte.

Seine außergewöhnliche Sammlung hat Pierre Bergé, Kunstmäzen und Lebensgefährte von Yves Saint Laurent, über fünf Jahrzehnte zusammengetragen. Fünf Auktionssitzungen dauerte es schließlich, sie zu versteigern. Jedes der Stücke fand einen neuen Besitzer. Die Gesamtsumme der Auktion betrug 28.447.169 Euro und war damit fast viermal so hoch wie der zuvor dafür geschätzte Betrag.

Rundgang durch die Ausstellung

Der Aufbau der Sammlung war ein Gemeinschaftswerk von Bergé und Saint Laurent, die die darin enthaltenen Objekte gleichermaßen erworben hatten. Sie zeugen vom treffsicheren Geschmack des Paares, der auch in den von ihnen gegründeten Kultureinrichtungen in Paris und Marrakesch zum Tragen kommt. Die Einnahmen aus der Auktion von Sotheby's, die in Zusammenarbeit mit Pierre Bergé et Associés organisiert worden war, kommen der Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent und der Fondation Jardin Majorelle zugute.

Fondation Jardin Majorelle, Marrakesch Fondation Jardin Majorelle, Marrakesch

Die Ausstellung zur Auktion gewährte ihren Besuchern Einblicke in den Alltag des Paares mit Meisterwerken der Pop Art, Möbeln des 19. Jahrhunderts und modernen Designerstücken.

Der Spiegel von Claude Lalanne

Durch ihre Begeisterung für dekorative Innenausstattungen standen Bergé und Saint Laurent in regem Kontakt mit Designern und Unternehmen wie Jacques Grange, Studio Peregalli und Les Lalanne. Der von Claude Lalanne für das Wohnzimmer der Villa Mabrouka entworfene Spiegel mit der Aufschrift "Y.S.L" wurde für 909 000 Euro verkauft. Sein zuvor festgelegter Schätzpreis lag bei 200.000-300.000 Euro.

Bernard Buffet, "Autoportrait sur fond noir", 1956 | Foto: ©Sotheby's Bernard Buffet, "Autoportrait sur fond noir", 1956 | Foto: ©Sotheby's

Der Katalog enthielt auch 12 Gemälde des Expressionisten Bernard Buffet, die zum Großteil von Bergé direkt beim Künstler, erworben worden waren. Von 1950 bis 1958 waren Bergé und Buffet Partner gewesen - sowohl auf privater als auch auf geschäftlicher Ebene. Das Werk Couple Nu Assis erzielte 705.000 Euro, Bœuf écorché 609.000 Euro. Buffets intimes Selbstportrait vor schwarzem Hintergrund wurde für 669.000 Euro.

Jean-Jules-Antoine Lecomte du Noüy’s, "The Harem's Gate, Souvenir of Cairo" | Foto: ©Sotheby's Jean-Jules-Antoine Lecomte du Noüy, "The Harem's Gate, Souvenir of Cairo" | Foto: ©Sotheby's

Mit einem Ergebnis von 2.409.000 Euro erzielte Sotheby's bei der Versteigerung von The Harem’s Gate, Souvenir of Cairo eine Weltrekordsumme für ein Werk von Jean-Jules Lecomte du Noüy. Die Vorliebe des Paares für Kunstwerke des Orientalismus wurde auch bei dem Gemälde Nubian Guard von Charles Knighton Warren deutlich, dass mit 321.000 Euro ebenfalls für einen neuen Künstlerrekord sorgte. Für Kunst aus Fernost interessierte sich vor allem Yves Saint Laurent. Ein Los mit einer siebenteiligen Papiertapete der Qing-Dynastie  (siehe Foto ganz oben) fand für 465.000 Euro einen neuen Besitzer.

Charles Knighton Warren, "The Nubian Guard" | Foto: ©Sotheby's Charles Knighton Warren, "The Nubian Guard" | Foto: ©Sotheby's

Passend zur Auktion findet aktuell im Pariser Musée Yves Saint Laurent die Ausstellung Yves Saint Laurent : Dreams of the Orient statt, die den Einfluss orientalischer Kunst auf die Kreativität des Modedesigners untersucht.

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