REMBRANDT HERMANSZ. VAN RIJN - Rembrandt und Saskia im Gleichnis des verlorenen Sohnes, um 1635, Staats. Kunstsammlung Dresden REMBRANDT HARMENSZ. VAN RIJN - Rembrandt und Saskia im Gleichnis des verlorenen Sohnes, um 1635, Staats. Kunstsammlung Dresden

Meister des Goldenen Zeitalters der Niederlanden treffen wir unter den alten Gemälden, Zeichnungen und Grafiken der Auktion. In direkten Blickkontakt mit Rembrandt geraten wir durch eine seiner Radierungen. Das Werk von 1636, von dem ein identisches Exemplar im Rembrandthuis in Amsterdam ausgestellt ist, zeigt den Maler mit seiner Frau Saskia Uylenburgh, die er zwei Jahre zuvor geheiratet hatte. Auch 1635 fertigte Rembrandt eine Arbeit an, die ihn und Saskia darstellt: Das Ölgemälde "Gleichnis des Verlorenen Sohnes".

Zehn Jahre älter als Rembrandts Werk ist das "Ländliche Fest" von Joost Cornelisz. Droochsloot. Droochsloots Werke waren stark von den Arbeiten Pieter Brueghles d.Ä. und Pieter Brueghels d.J. beeinflusst. Seine Spezialität waren ländliche Szenen, die meist einen wenig schmeichelhaften Blick auf die bäuerliche Gesellschaft warfen. Die reichen Patrizier in den Städten schätzten diese Gemälde sehr, führten sie ihnen doch ihre eigene Kultiviertet vor Augen.

Knapp 100 Jahre nach Entstehung der Werke Rembrandts und Doorchsloot waren die Erzeugnisse der 1710 gegründeten Porzellanmanufaktur in Meißen bereits sehr begehrt. Ein frühes Objekt stellt die in der Auktion zum Aufruf kommende seltene Teekanne. Als Dekor wurden chinesische Gartenszenen in Grün, Rot und Violett gewählt. Einen Hinweis auf ihren Entstehungszeitpunkt im Jahr 1722/23 liefert die K.P.M. ("Königliche Porzellan-Manufaktur") -Signatur, die damals gebräuchlich war, bis sich 1730 die gekreuzten Schwerter als einziges Symbol durchsetzten.

Ein weiteres Stück aus der Porzellan-Manufaktur in Meißen ist eine Jugendstil-Pendule, die von einer aufrecht stehenden Figur der griechischen Göttin Pallas Athene, die zwei Füllhörner hält, bekrönt wird. Der Entwurf stammte von Martin Wiegand, der von 1906 bis 1908 künstlerischer Leiter der Manufaktur war.

Noch figürlicher wird es mit zwei Bronzeplastiken, die mehr als 400 Jahre trennen. Im 16. Jahrhundert schuf der venezianische Bildhauer Vettor Gambello eine kraftvolle Skulptur des Herkules und des Nemäischen Löwen. Die Bezwingung des als unbesiegbar geltenden Löwen war eine der 12 Aufgaben, die Herkules von der Göttin Hera auferlegt bekommen hatte. Das Fell des Löwen wurde zu einem Attribut des Herkules in der Kunst.

Eine genaue Wiedergabe des menschlichen Körpers stand im Gegensatz zu Gambellos Werk bei Hans Arp nicht im Mittelpunkt. Stattdessen war es das ineinander Verschmelzen der Formen zu einer unbestimmten Körperlichkeit das Ziel des Surrealisten Arp. Großplastiken schuf er in den 1950er Jahren u.a. für das Gebäude der UNESCO in Paris und für die Harvard University.

Das Verlangen, das menschliche Antlitz künstlerisch wiederzugeben ist beinahe so alt, wie die Menschheit selbst. Zumindest aber so alt wie das Pharaonenreich in Ägypten. Dort wurde in dieser Hinsicht besonders viel Sorgfalt an den Tag gelegt, wenn es darum ging, einen Verstorbenen für sein Leben nach dem Tod auszustatten. Das vorliegende Teilstück eines Sarkophag-Deckels mit männlichem Gesicht zeigt, dass der Einfluss der Altägyptischen Kunst auch unter der libyschen Fremdherrschaft der 22. und 23. Dynastie ungebrochen blieb.

Eine lebendige Polychromie beherrscht auch Human Circle des israelischen Malers und Skulptur David Gerstein. Gerstein begann in den 1980er Jahren mit der Arbeit an mehrschichtigen Metallobjekten, die wie eine Mischung aus Zwei- und Dreidimensionalität erscheinen. Neben Wandskulpturen erschafft er auch großformatige Arbeiten für den öffentlichen Raum.

Die Arbeiten moderner und zeitgenössischer Künstler zeigen, wie man aus unkonventionellen Materialien Großartige Kunst erschaffen kann. Der in Dresden geborene Künstler Petrus Wandrey gründete 1978 in New York den "Digitalismus", eine Kunstbewegung, die direkten Bezug zur "pixeligen"  Welt des Computerzeitalters nimmt. Die vorliegende Collage Circuit Family kreierte er aus Leiterplatten.

Wandreys Ursprünge lagen im Surrealismus und in der Pop Art. Als Meister der Letzteren ist auch Andy Warhol in der Auktion vertreten. Kleider mit den aufgedruckten Campbell's Suppendosen, die Warhol 1962 zum Kunstwerk erhoben hatte, wurden als Werbeaktion von Campbell's verkauft. Die Kundinnen, die sie trugen, entsorgten sie meist, nur wenige existieren noch heute. Eines davon kommt im Auktionshaus Stahl zum Aufruf. Das Exemplar ist noch ungeöffnet unter Glas gerahmt.

Passend für eine Herbstauktion sind Objekte, bei denen Blätter im Fokus stehen. Zwei sehr schöne Stücke mit diesem Motiv sind in den Kategorien Schmuck sowie Interieur und Design zu entdecken. In den 1980er Jahren in einer Manufaktur für Glaskunst in Murano geschaffen, besticht ein imposanter Deckenleuchter mit einem feinen Blattwerk aus irisierendem Glas.

Blätter sind auch das beherrschende Element des goldenen Schmucksets aus der "Greek"-Kollektion vom griechischen Schmuckdesigner Ilias Lalaounis, dessen Kreationen aus den 1950er bis 1970er Jahren nichts an Glanz eingebüßt haben. Lalaounis ließ sich immer wieder von der Kunst vergangener Kulturen inspirieren. Im vorliegenden Fall war es die mykenische Kultur der späten Bronzezeit (ca. 1600-1100 v. Chr.).

Alle vorgestellten und knapp 700 weitere schöne Objekte werden am 30. September ab 11 Uhr im Auktionshaus Stahl in Hamburg versteigert. In einer eigenen Kategorie kommen Objekte aus der Sammlung von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt zum Aufruf, darunter eine emaillierte Schatulle, die er als Geschenk des englischen Königshauses erhielt.

Die Vorbesichtigungen finden vom 23. bis 29. September (außer am Sonntag) jeweils ab 10 Uhr im Auktionshaus im Graumannsweg 54 statt. Entdecken Sie das aktuelle Angebot des Auktionshauses Stahl jetzt hier bei Barnebys.

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