Auf mehr als 900 besondere Objekte in 11 Kategorien darf am 5. Juli bei Hampel mitgeboten werden. In der Sparte Malerei sind Alte Meister genauso vertreten wie Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Kunsthandwerk begeistert mit Möbeln von musealer Qualität, Silber, Porzellan, Asiatika, Skulpturen und russischer Kunst. Schöner Schmuck sowie die Auktion Hampel Living mit ihrem breitgefächerten Angebot runden die Versteigerungen ab.

Portraits

Auf diesem Bildnispaar aus dem 17. Jahrhundert sehen wir den österreichischen Erzherzog Albrecht sowie seine Gemahlin Isabella von Spanien, beide Kinder des Hauses Habsburg, für das sie die Spanischen Niederlande regierten. Von Brüssel aus übten sie nicht nur ihren Job als Landesherren aus, sondern förderten im hohen Maße die Künstler des Landes, darunter Peter Paul Rubens. Dieser malte gemeinsam mit Mitarbeitern seiner Werkstatt das vorliegende Gemäldepaar. Albrecht und Isabella trugen durch ihr Mäzenatentum erheblich zum großen Erfolg des Barockmalers bei.

In unspektakulärer aber nicht weniger meisterhafter Weise hielt Henri de Toulouse-Lautrec etwa 250 Jahre später das Antlitz einer unbekannten Dame mit einem Kohlestift auf Papier fest. Der Focus des Portraits ist ganz und gar auf das Gesicht der Dargestellten gerichtet, während der Hintergrund nur verschwommen wiedergegeben wurde.

Stadtansichten

Willem Koekkoek entstammte einer niederländischen Malerfamilie. Sowohl seine Brüder als auch sein Großvater und sein Vater übten diese Profession aus. Willem Koekkoek erhielt außerdem eine Ausbildung zum Architekten. Wenn er diesen Beruf auch nur kurz ausübte, mag seine Vorliebe für Stadtansichten vielleicht darin begründet sein.

Die stark perspektivische Straßenszene, die Maurice Utrillo in Poissy, einem Ort der Île-de-France, 1950 malte, gehört der letzten Schaffensperiode des Künstlers an. Utrillos erste Gemälde waren eher düster und noch ganz dem Impressionismus verschrieben. später wählte er helle Farben, Rosa und Weiß wurden die vorherrschenden Töne. Ab 1915 entschied er sich schließlich für eine breitgefächerte Farbpalette - ein Stil, den er bis zu seinem Tod im Jahr 1915 beibehalten sollte.

Für das gehobene Interieur

Diese beiden Meister der Kunsttischlerei des späten 18. Jahrhunderts brauchten die Konkurrenz des anderen nicht zu scheuen. David Roentgen übernahm 1772 in Neuwied die Werkstatt seines Vaters Abraham, der ebenfalls als Ebenist sehr erfolgreich gewesen war. Der unten abgebildete Sekretär, verfügt über eine aufstellbare Schreibplatte sowie einen Rolloverschluss. Die Signatur seines Schöpfers macht dieses Objekt zu etwas ganz besonderem.

Zur selben Zeit war André Louis Gilbert in Frankreich als nicht minder begabter Ebenist tätig. Für den aufwändig gearbeiteten Secrétaire à abattant ließ er sich von den antikisierenden Gemälden seiner Zeit inspirieren. Die dargestellten Ruinenmotive schuf er aus verschiedenen Obst- und Edelhölzern. Beide Möbelstücke sind von musealer Qualität.

Auf dem Lande

Vor der Kulisse eines prächtigen Schlosses hat Pieter Brueghel d.J. ein winterliches Eisvergnügen dargestellt, ein Motiv, das in seinem Oeuvre des Öfteren zu finden ist. Die vielen Personen des Bildes befinden sich in allen Lebenslagen, die das Eislaufen so mit sich bringt: Ein Mann bindet sich seine Schlittschuhe unter die Schuhe, andere finden sich bereits auf dem Eis, wo sie mal sicher, mal mit Unterstützung dahingleiten. Andere drohen hinzufallen oder sind bereits im Eis eingebrochen. Brueghel würzt die ganze Szenerie wie so oft mit Humor und allerlei Andeutungen.

Ein weiteres ländliches Vergnügen zeigt uns Nicolas Lancret auf dem folgenden Gemälde: Mehrere Personen treffen sich zu einem kleinen Fest in einer Parklandschaft. Galante Szenen dieser Art waren typisch für das 18. Jahrhundert, das seine Schäferidyllen so sehr liebte. Ein Trend, der durch die Schriften der Philosophen wie Rousseau, der zur "Rückkehr zur Natur" aufrief, gefördert wurde.

Ländlich wird es auch mit diesen beiden Gemälden des 19. Jahrhunderts. Das realistische Gemälde Corots zeigt, dass die Epoche der Schäferidyllen vorbei war. In seinem Werk stehen die Bauern des Städtchens Pithivière im Mittelpunkt, die nach einem harten Arbeitstag nach Hause zurückkehren. Die Stimmung des Gemäldes wird durch den bedeckten Himmel über der Landschaft noch verstärkt.

Im eigentlichen und im übertragenen Sinne sonniger geht es da im Gemälde von Eugène Boudin zu, welches eine Landschaft an der Côte d'Azur zeigt. Denn die dortige "Überwinterung" konnte sich natürlich nur die feine Gesellschaft leisten. Als das Gemälde entstand, befand sich der Tourismus in Juan les Pines noch in den Kinderschuhen. Später zählten Stars wie Marlene Dietrich, Josephine Baker oder Coco Chanel zu den illustren Gästen des Badeortes.

Ein glänzender Abschluss

Zum Schluss sehen Sie hier noch zwei prachtvolle Stücke mit aufwändigem Diamantbesatz aus der Juwelenofferte der Auktion, die insgesamt 51 Lose umfasst.

Die Versteigerungen bei Hampel beginnen am 5. Juli um 10 Uhr. Ort des Geschehens ist das Auktionshaus in der Schellingstraße in München. Die Ausstellung zur Auktion kann dort vom 30. Juni bis 4. Juli besucht werden.

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