Zwischen dem 24. und 28. September hält das Zürcher Auktionshaus Koller 10 Auktionen voller Highlights ab, von denen wir Ihnen an dieser Stelle leider nur eine kleine Auswahl vorstellen können. Die sehr qualitätsvolle Offerte umfasst Zeichnungen und Gemälde Alter Meister, Gemälde des 19. Jahrhunderts, Alte Grafik, Teppiche, Möbel und Skulpturen, Porzellan, Majolika und Silber sowie Schmuck, Autographen und Bücher.

Zu den herausragendsten Losen aus der Auktion mit Gemälden Alter Meister gehört die Kopfstudie eines Mönchs nach oben blickend, die ein Antwerpener Meister um 1610 bis spätesten 1615 mit Ölfarbe auf einer Holztafel festgehalten hat. Die spätere Datierung erfolgt durch die Verwendung dieser Studie durch Peter Paul Rubens für sein um 1615 entstandenes Altarbild Augustinus zwischen Christus und Maria. Des Weiteren kam es für die Gestaltung des heiligen Dominiks für ein weiteres Altarbild zum Einsatz, das sich heute im Musée des Beaux Arts in Lyon befindet.

Links: Peter Paul Rubens - Die Heiligen Dominikus und Franziskus von Assisi als Beschützer der Welt vor dem Zorn Christi, um 1618, Musée des Beaux Arts, Lyon Rechts: Peter Paul Rubens - Augustinus zwischen Christus und Maria, um 1615, Real Accademia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid | Beide Abb.: Wikipedia Links: Peter Paul Rubens - Die Heiligen Dominikus und Franziskus von Assisi als Beschützer der Welt vor dem Zorn Christi, um 1618, Musée des Beaux Arts, Lyon Rechts: Peter Paul Rubens - Augustinus zwischen Christus und Maria, um 1615, Real Accademia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid | Beide Abb.: Wikipedia

Nach Rubens Tod wurden mehrere solcher Studien in seinem Nachlass gefunden, die in der Regel nach realen Vorbildern angefertigt worden waren. Sie geben Einblick in die Arbeitsweise des bedeutenden Barockmalers, weshalb es nicht verwundert, dass der Schätzpreis des vorliegenden außergewöhnlichen Exemplar nur auf Anfrage zu erfahren ist.

Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammt das intime Andachtsbild Maria mit dem Kind, dessen dendrochronologische Untersuchung des Bildträgers auf eine Entstehungszeit ab 1555 hindeutet.

Das Bildmotiv entspricht dem Typus der Maria lactans, also der stillenden Gottesmutter, die eine ihrer Brüste entblößt. Der Christusknabe hält zudem eine Birne in der Hand, welches ein Zeichen der Reinheit darstellt. Das Gemälde stammt von Willem Benson, der nicht nur dem Gesicht Marias sehr fein gestaltet hat, sondern sein Können auch die hervorragende Darstellung des Knaben in einem durchsichtigen Gewand unter Beweis stellt.

Die Gemälde des niederländischen Renaissancemalers Hieronymus Bosch sind stets spannend, zuweilen ein wenig befremdlich aber in jedem Fall faszinierend. Auch nach seinem Tod gab es Künstler, die seine Tradition fortführten einer davon war Herri met de Bles, dem das vorliegende Werk Nächtliche Landschaft mit der Versuchung des Hl. Antonius zugeschrieben wird.

Die Zuschreibung erfolge durch die auf dem Visier des Helmes am rechten Bildrand platzierte Eule, die die figürliche Signatur des Malers war.

Die Möbel-Auktion wird von einer Doppelglobus-Uhr aus dem 18. Jahrhundert angeführt, die den universellen Wissensdurst jener Epoche der Aufklärung perfekt widerspiegelt. Die mit Glas versehenen Wände der Uhrgehäuse zeigen jeweils das Uhrwerk, das zwei Zifferblätter mit Uhrzeit-, Wochentags- und Datumsanzeige sowie einen Erd- und einen Himmelsglobus antreibt.

Eine weitere Uhr, eine Pendule, stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und repräsentiert den Hang zu allem Exotischen, der der Epoche ebenfalls innewohnte. Gestaltet wurde sie in Paris um 1740/50 in Form eines Nashorns. Vermutlich diente das aus Indien stammende Nashorn Clara als Quelle der Inspiration. Clara war das erste Nashorn das seit dem Mittelalter in Europa zu sehen war und wurde ab 1746 in vielen Städten einem Interessierten Publikum präsentiert. Auch Künstler waren von Clara begeistert und huldigten ihr in ihren Werken. Da Clara 1748 in Paris zu sehen war, ist die spätere Datierung für die Pendule die wahrscheinlichere.

Links: Louis XV-Pendule "au rhinoceros", Paris 1740/50 Rechts: Pietro Longhi, Ausstellung des Rhinozeros, 1751, National Gallery, London | Abb.: Wikipedia Links: Louis XV-Pendule "au rhinoceros", Paris 1740/50 Rechts: Pietro Longhi, Ausstellung des Rhinozeros, 1751, National Gallery, London | Abb.: Wikipedia

Ein weiteres exotisches Stück aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist ein hochdekorativer Sekretär mit Coromandellackdekor. Die spezielle Lackkunst aus China wurde auf Platten nach Europa verkauft. Umgeladen wurden sie in der Häfen der europäischen Ost-Indienkompagnien, die sich an der Coromandelküste des indischen Subkontinents befanden.

Über eine interessante Provenienz verfügt ein Paar chinesischer Deckevasen mit französischer Bronzemontur, die ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammen. Sie gehörten dem iranischen Geschäftsmann Djahanguir Riahi, der eine herausragende Sammlung mit französischer Möbel- und Handwerkskunst sein Eigen nannte, mit der er seine Pariser Wohnung dekorierte.

Das Porzellan des Vasenpaares wurde um 1700 in China hergestellt. Rund zehn Jahre später startete im sächsischen Meißen die europäische Porzellanherstellung. Eines der frühesten Objekte, die man aus Meissner Herstellung erwerben kann, ist die vorliegende Kanne aus Böttgersteinzeug aus dem Jahr 1710.

35 Jahre später war die Porzellanproduktion in Meißen bereits in vollem Gange und mit Johann Joachim Kändler verfügte man über einen herausragenden Modelleur. Zusammen mit Peter Reinecke entwarf er dieses entzückende Figurenpaar eines Mopses mit Möpsin und Jungtier, mit dem unser kleiner Rundgang durch die herausragende Offerte von Koller enden soll.

Sehen Sie hier alle Auktionen im Überblick:

24. September: Bücher (14 Uhr), Autographen (17 Uhr)

25. September: Schmuck (13:30 Uhr), Majolika, Porzellan und Silber (16 Uhr)

27. September: Möbel & Skulpturen (10:30 Uhr), Teppiche (16:30 Uhr)

28. September: Alte Grafik (10:30 Uhr), Zeichnungen Alter Meister (11:30 Uhr), Gemälde Alter Meister (14 Uhr), Gemälde des 19. Jahrhunderts (16 Uhr)

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