Mit 1120 Losen in 15 Kategorien ist die Herbstauktion des niedersächsischen Auktionshauses Schloss Hagenburg mehr als gut ausgestattet. Bieter können sich auf interessante Objekte in Kategorien wie Gemälde, Grafik, Schmuck, Glas, Porzellan, Silber und Asiatika freuen.

Los geht es mit den Kategorien Silber und Porzellan. Hier kommt eine Wackelpagode 1. Wahl der Manufaktur Meissen zum Aufruf. Das vorliegende Exemplar eines sitzenden Chinesen mit beweglichen Händen stammt aus dem 20. Jahrhundert. Das Modell, das es auch in weiblicher Ausführung gibt, ist jedoch wesentlich älter und wurde um 1740 von Johann Friedrich Eberlein entworfen.

Nach China und in andere Länder des größten aller Kontinente geht es auch in der Kategorie "Asiatika", deren Lose im Anschluss an Fayencen und Glas zum Aufruf kommen werden. In der darauf folgenden Kategorie "Schmuck" beeindruckt vor allem die schöne Auswahl an Ringen. Angeführt werden diese von einem gelbgoldenen Solitär-Ring, dessen in einen rechteckigen Ringkopf gefasster Altschliff-Diamant ein beeindruckendes Gewicht von 4,50 ct vorweisen kann.

Nach alter und moderner Grafik folgen die Gemälde der Auktion mit Alten Meistern sowie Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu den älteren Werken gehört das Portrait der Schwester Friedrichs des Großen, Friederike Louise, die mit dem Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach verheiratet war. Ausgeführt wurde das Portrait von Johann Christian Sperling, der ab 1710 Hofmaler in Ansbach war.

Vom populären französischen Maler der Belle Époque, Léon Bazile Perrault, stammt das signierte Ölgemälde Meditation, das ein in Gedanken versunkenes Mädchen zeigt. Kinderdarstellungen gehörten neben mythologischen Szenen zum Repertoire Perraults, der sich in seinen Arbeiten an die Grundsätze des Akademischen Klassizismus hielt. Vermutlich ist das vorliegende Werk mit jenem identisch, das Perrault 1873 im Pariser Salon ausstellte.

Weitere interessante Arbeiten stammen vom Tiermaler Julius Paul Junghanns und dem Marinemaler Poppe Folkerts. Neben zwei kleinformatigen Gemälden kommt von Junghanns auch das 62x70 cm messende Bild Hirtenknabe mit weißer Ziege und Zicklein zum Aufruf.

Der auf der ostfriesischen Insel Norderney geborene Folkerts ist mit einer in Ölfarbe ausgeführten Studie auf Karton in der Auktion vertreten, das drei Segelboote auf bewegter See darstellt.

Auf die zweidimensionale folgt mit Bronzen die dreidimensionale Kunst. Vom Berliner Bildhauer Reinhold Boeltzig stammt die 1908/09 entworfene Figur Reifenwerferin, die eine vollplastische Frauenfigur zeigt, die in der typischen Manier des Jugendstils gestaltet wurde. Von der Figur existieren auch Ausführungen aus Porzellan.

Der in Italien geborene Bildhauer und Grafiker Bruno Bruni ist mit der auf 1000 Exemplare limitierten Bronzefigur Zopf der Aphrodite in der Auktion vertreten. Die elegante Figur widerspiegelt hervorragend die beiden großen Einflüsse auf Brunis Werk: italienische Alte Meister und die deutschen Expressionisten.

Den Abschluss der Auktion bilden Möbel, Varia, Militaria und Uhren. Unter den Letztgenannten ist vor allem eine Louis XVI-Pendule des französischen Uhrmachers Edme-Philibert Guydamour zu nennen, die der letzten Dekade des 18. Jahrhundert entstammt. Die Pendule von Guydamour, der sich 1784 als Meister in der Rue Saint-Denis, eine der ältesten Straßen von Paris, niederließ, ist aus weißem und grauem Marmor gefertigt und mit feuervergoldeten Bronzeapplikationen in Form von Vögeln, Blumen, Blättern und Früchten verziert.

Der Auktionsaal auf Schloss Hagenburg | Foto: schlosshagenburg.com Der Auktionsaal auf Schloss Hagenburg | Foto: schlosshagenburg.com

Die 90. Auktion des Auktionshauses findet am 3. November auf Schloss Hagenburg nahe Hannover statt. Dort können alle Objekte, die in der Versteigerung zum Aufruf kommen vom 27. Oktober bis 1. November besichtigt werden.

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