Bacri frères Antiquitaires - Die Sammlung Jacques Bacri - 30. März 2017

Mitte des 20. Jahrhunderts zählten die Brüder Bacri zu den großen Kunsthändlern, deren Stil sie zu Kennern des Erbes des 18. Jahrhunderts machten. Beide waren einflussreiche Liebhaber, Sammler und Händler, deren einzigartige Sammlung Leidenschaft mit Professionalität verband.

Die Sammlung von Jacques Bacri, die Sotheby’s am 30. März in Paris versteigern wird, ist eine von seltener Qualität. Wenn in der Sammlung auch Zeichnungen und Gemälde dominieren, zeugen sie dennoch von der Leidenschaft für Objekte verschiedener Epochen und Kulturen.

Portrait von Jacques Bacri vom Studio Harcourt Portrait von Jacques Bacri vom Studio Harcourt

„Mein Vater Jacques liebte es, Entdeckungen zu machen. Er hatte eine Leidenschaft für die Forschung, jedes Objekt, dass durch seine Hände ging, erhielt eine genaue Dokumentation. (…) Die Haute Époque war seine größte Leidenschaft“, erzählt die Tochter des Sammler, Clotilde Bacri Herbo.

Tatsächlich, ist das Stück aus der Sammlung Jacques Bacri, welches wir mit der größten Spannung erwarten, ein Portrait der Anne de Pisseleu, Duchesse d’Étampes (1508-1580), gemalt von Corneille de La Haye, genannt Corneille de Lyon, vor 1545.

Fasziniert von ihrer Schönheit und Intelligenz, machte Franz I. die Herzogin zu seiner Favoritin. Es war das erste Mal, dass eine Maitresse einen so hohen politischen Einfluss auf einen König bekommen hatte. Eine erste Version des Gemäldes, mit blauem Hintergrund und einer etwas anderen Darstellungsweise, befindet sich im Metropolitan Museum in New York.

Die Doppeltafel eines Triptychons des mysteriösen Meisters Johannes ist ebenfalls Teil der seltenen Objekte aus der Sammlung Bacri.

Ursprünglich gehörte es zu einem Korpus von fünf Gemälden, der zwischen Flandern und Spanien aufbewahrt wurde. Lediglich zwei Teile sind in privater Hand erhalten geblieben. Sie zeigen Johannes den Täufer und die Heilige Agnes sowie die Taufe Christi.

Bei einer mit Hochspannung erwartete Zeichnung handelt es sich zweifellos um eine Landschaft von Jean-Honoré Fragonard, entstanden um 1760. Typisch für eine galante Szene, zeigt die Zeichnung aus verwaschener Tinte ein Paar, welches vor einer Vegetation umarmt.

Jacques Bacri war außerdem ein großer Experte für mittelalterliche Tapisserien. eine von diesen zeigt eine imposante Kampfszene, in der Ritter auf eine Vielzahl von Fußsoldaten treffen.

Ebenso legen bedeutende Skulpturen und Reliefs Zeugnis für die künstlerische Fülle der Haute Époque ab.

Um den vollen Umfang des ausgewählten Geschmacks Bacris zu beweisen, umfasst die Sammlung auch Kunstwerke der Antike, wie einen Marmortorso des Äskulap aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr. Die Experten von Sotheby’s haben ihn auf 50.000-80.000 Euro geschätzt.

Die Ausstellung findet am 25., 27., 28. und 29. März bei Sotheby’s in Paris statt. Entdecken Sie hier den gesamten Katalog der Sammlung Bacri Frères Antiquitaires.

Die Sammlung von Monsieur Erik Le Caruyer de Beauvais - 31. März 2017

Am 31. März sucht Sotheby’s neue Besitzer für Stücke aus dem Nachlass von Erik Le Caruyer de Beauvais, autodidakter Antiquitätenhändler und Sammler. Die Auktion mit 148 Losen umfasst Möbel, Skulpturen und Kunstgegenstände aus Europa und Asien.

Mit seiner Galerie am Boulevard de Courcelles in Paris wollte Monsieur Le Caruyer de Beauvais seine Leidenschaft mit vielen anderen internationalen Sammlern teilen. Seine Kenntnisse zur Kunstgeschichte waren enorm. Er entwickelte einen besonderen Appetit auf die dekorative Kunst Frankreichs vom 17. bis 19. Jahrhunderts sowie auf die Kunst Asiens.

Eines der wichtigsten Objekte der Auktion von Sotheby’s stammt aus der Sammlung Alphonse Mayer Rothschild (1827-1905). Dabei handelt es sich um ein Paar Tische aus vergoldeter Bronze mit Porphyroberflächen aus der Epoche der Restauration, datiert zwischen 1820 und 1830.

Den Beweis für den Geschmack Monsieur Le Caruyer de Beauvais im Bereich asiatischer Kunst, liefert eines Statue des Guanyin aus vergoldeter Bronze. Sie stammt aus der Ming-Dynastie (16.-17. Jahrhundert) und ist ein wahrer Schatz buddhistischer Kunst.

Schließlich ist auch eine herausragende Innenszene einer Kirche des Antwerpener Malers Bartholomeus van Bassen dem geschulten Auge von Erik Die Caruyer de Beauvais nicht entgangen.

Das Lichtspiel und die Perspektive in dieser gotischen Kirche sind auffällig. Die Experten von Sotheby’s haben das Werk auf 50.000-80.000 Euro geschätzt.

Die öffentliche Ausstellung findet vom 25. bis 30. März von 10-18 Uhr (außer am Sonntag, den 26. März) bei Sotheby’s in Paris statt. Entdecken Sie hier den gesamten Katalog der Sammlung Erik Le Caruyer de Beauvais.

Beide Kataloge finden Sie auch hier bei Barnebys.

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