William Hogarth

William Hogarth - The Painter and his Pug, 1745 William Hogarth - The Painter and his Pug, 1745

Unser erstes und gleichzeitig frühestes Beispiel betrifft den englischen Maler William Hogarth (1697-1764). Hogarth besaß im Laufe seines Lebens mehrere Möpse. Nach einem Mops namens Pugg (nach dem englischen Wort pug für Mops) besaß er einen weiteren namens Trump. Trump wurde von Hogarth in mehrere Gemälde eingefügt. Eines davon ist das Vanitas-Stillleben The Painter and his Pug aus dem Jahr 1745, in dem Trump vor einem Gemälde seines Herrchens sitzt. Interessant ist auch, dass Möpse im 18. Jahrhundert noch ganz anders aussahen als heutzutage.

Paul Klee

Paul Klee, seine Frau Lily und Katze Bimbo Paul Klee, seine Frau Lily und Katze Bimbo

Im Gegensatz zu Hogarth war der Schweizer Expressionist Paul Klee (1879-1940) ein ausgesprochener Katzen-Fan. Mindestens sechs Stubentiger besaß er im Laufe seines Lebens: Fritzi, Bimbo I, Nuggi, Mys, Skunk und Bimbo II, die ihm alle als Inspirationsquelle dienten und so manche Freiheit genossen. So war Paul Klee weit davon entfernt, seinen Katzen zu verbieten, über seine Kunstwerke zu laufen.

Paul Klee - Katze und Vogel, 1928 Paul Klee - Katze und Vogel, 1928

Ernst Ludwig Kirchner

Ernst Ludwig Kirchner - Selbstportrait mit Katze, 1919/20 Ernst Ludwig Kirchner - Selbstportrait mit Katze, 1919/20

Einen weiteren Katzenfreund haben wir mit Paul Klees Zeitgenossen Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) vor uns. Kaum ein anderer großer Künstler des 20. Jahrhunderts hat mehr Katzenbilder gemalt als er. Besonders oft stand ihm sein schwarzer Kater Bobby Modell, der 1919 in sein Leben getreten war. Ein Jahr nach Bobbys sehr betrauertem Tod im Jahr 1930 folgten Schacky und 1935 schließlich Flecky und weitere Katzen, die Kirchner bis zu seinem Tod 1938 begleiteten.

Georgia O'Keeffe

John Loengard - Georgia O'Keefe und einer ihrer Chow Chows John Loengard - Georgia O'Keefe und einer ihrer Chow Chows

Die Amerikanerin Georgia O'Keeffe (1887-1986) besaß im Laufe ihres Lebens sechs Chow Chows. die ersten beiden, Bo und Chia, bekam sie zu Weihnachten 1953 als Welpen von einem Nachbarn geschenkt. 1972 wurde O'Keeffe sogar Mitglied im Chow Chow Club. Die Künstlerin, die häufig Blumen als Motiv ihrer Werke wählte, beschreibt das Aussehen eines Chow Chows-Kopfes als "gigantische orangefarbene Chrysantheme."

Salvador Dalí

Salvador Dalí und sein Ozelot Balou Salvador Dalí und sein Ozelot Balou

Eines der bekanntesten Künstler-Haustier-Gespanne überhaupt sind Salvador Dalí (1904-1989) und sein Ozelot Babou. Der exzentrische Dalí bekam Balou in den 1960er Jahren (angeblich) vom kolumbianischen Präsident geschenkt. Seitdem nahm er den Ozelot überall mit hin: Ins Pariser Hotel Le Meurice, an Bord der SS France oder in ein Restaurant in Manhattan, wo er einer verschreckten Dame erklärte, bei dem Tier handle es sich um eine gewöhnliche Katze, der er persönlich mit Tupfen einen Op Art-Look verpasst hätte.

Frida Kahlo

Frida Kahlo - Selbstportrait mit Affen, 1943 Frida Kahlo - Selbstportrait mit Affen, 1943

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907-1954) umgab sich in ihrem Zuhause mit den unterschiedlichsten Tieren. Kahlo besaß Hunde, Vögel, ein Reh und zwei Klammeraffen namens Fulang Chang und Caimito de Guayabal, die ihr nach der Scheidung vom Maler Diego Rivera 1939 Trost und Kraft spendeten. Auch malte sie sich nun häufig selbst gemeinsam mit ihren Tieren. Insgesamt sind sie auf 55 ihrer Werke zu sehen. Besonders bekannt sind die Selbstportraits mit Affen.

David Hockney

David Hockney mit seinen beiden Dackeln Boodgie und Stanley David Hockney mit seinen beiden Dackeln Boodgie und Stanley

Dackel besitzen unter Künstlern eine große Fangemeinde, was vielleicht an ihrem außergewöhnlich geformten Äußeren liegen mag. Ein Künstler, dessen Herz für die "sausage dogs" schlägt, ist der britische Maler David Hockney (*1937). In einem Bilderzyklus, der zwischen 1993 und 1995 entstand hielt er seine beiden Dackel Boodgie und Stanley in zahlreichen Werken fest.

"Die Leute verstehen diese Bilder nicht. Sie haben nicht verstanden, dass es darin um Liebe geht und um sonst gar nichts." - David Hockney

Andy Warhol

Andy Warhol und Archie Andy Warhol und Archie

Auch in der New Yorker Kunstszene der 1970er Jahre machte ein Dackel von sich reden. Der damalige Lebensgefährte von Pop Art-Ikone Andy Warhol (1928-1987), Jed Johnson, überredete den Künstler, zur Anschaffung eines Hundes. Die Wahl fiel auf den Dackel Archie. Wie sehr Warhol an Archie hing, zeigt die Episode, als er sich weigerte, für einen Auftrag nach London zu reisen, da er Archie entweder zurücklassen oder in Quarantäne hätte geben müssen.

Andy Warhol - Dog (Dachshund), 1976 Andy Warhol - Dog (Dachshund), 1976

Pablo Picasso

Pablo Picasso und Lump Pablo Picasso und Lump

Der bekannteste Dackel der Kunstgeschichte ist aber Lump, der Pablo Picasso (1881-1973) gehörte. Da Dackel bekanntlich sehr eigensinnig sind, was einen nicht unerheblichen Teil ihres Charmes ausmacht, ist es nicht verwunderlich, dass nicht Picasso den Hund aussuchte, sondern der Hund Picasso als Herrchen auserkor. Picasso und Lump waren einander in inniger Liebe verbunden. Lump starb am 29. März 1973. Sein Herrchen folgte ihm nur wenige Tage später am 8. April.

Picassos ikonische Zeichnung von Lump Picassos ikonische Zeichnung von Lump

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