In seiner großen Kunstauktion am 5. und 6. sowie am 12. Mai präsentiert das Kunstauktionshaus Schloss Ahlden eine spektakuläre Auswahl an Kunst, Antiquitäten und Schmuck, die den höchsten Ansprüchen von Sammlern und Connaisseuren mehr als gerecht werden wird.

Am ersten Auktionstag kommt neben Glas, Silber und Fotografie auch feinstes Porzellan der bekanntesten Manufakturen zum Aufruf. Bedeutende Stücke der KPM Berlin und aus Meißner Herstellung sind die Highlights der Kategorie.

Die vorliegenden Stücke mit kobaltblauem Fond aus der Porzellanmanufaktur Meissen stammen alle aus dem späten 19. Jahrhundert und sind mit Limone-Emaille bzw. Pâte-sur-pâte-Malerei (Deckeldose) verziert. Diese beiden Techniken der Porzellanverzierung, die in Sèvres und Worcester bereits Anwendung fanden, wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Modelleur Ernst August Leuteritz (1818-1893) auch in Meißen eingeführt.

Die Personifikation der Nacht auf dem Zierteller sowie der Triumphzug Alexander des Großen auf der Doppelhenkelvase wurden nach Werken des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen (1770-1844) geschaffen. Die Vase war für die Weltausstellung in Paris entworfen worden, wo sie 1867 präsentiert wurde.

Ein weiteres Modell aus Meißner Produktion, das ebenfalls auf der Weltausstellung von 1867 vorgestellt wurde, ist eine Ziervase mit Emaillemalerei, die von Leuteritz entworfen worden war. Das polychrome Dekor zeigt umlaufend ein Bacchanal mit Weingott Bacchus, Bacchanten, Silenen und Mänaden. Mit seinen Schlangenhalshenkeln entspricht das Stück dem von Leuteritz wiederbelebten Renaissancestil in der Manufaktur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Am 6. Mai stehen Schmuck, Uhren, Skulpturen, Möbel und Gemälde auf dem Programm. Mit jeweils mehr als einem Werk sind in der Gemäldeabteilung der Auktion die folgenden drei Künstler vertreten, wobei sich zumindest eine Arbeit der Aktmalerei widmet.

Hans Makart war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der unangefochtene Malerfürst in der Kaiserstadt Wien. Wie kein anderer wusste er das Verlangen der Wiener nach Werken im Stil eines üppigen Historismus zu bedienen. Ganz diesem Geschmack entsprechend, waren mythologische Szenen und Historienbilder sein bevorzugtes Sujet.

HANS MAKART (1840 Salzburg - 1884 Wien) Links: "Das Gesicht", Öl/Lwd., signiert Rechts: Triumphzug der Diana mit Bacchus, Öl/Lwd., signiert HANS MAKART (1840 Salzburg - 1884 Wien) Links: "Das Gesicht", Öl/Lwd., signiert Rechts: Triumphzug der Diana mit Bacchus, Öl/Lwd., signiert

Als Bewunderer der Werke Tizians und Rubens' lag Makarts Arbeiten eine gewisse Sinnlichkeit zu Grunde. Buchstäblich auf die Leinwandgebracht, hat er sie 1872-79 mit der allegorischen Gemäldefolge Die fünf Sinne. Das vorliegende Gemälde mit dem Originaltitel Das Gesicht ist eine Version des Werkes Sehen aus jener Reihe. Während jene Dame mit einer blonden Haarpracht gesegnet ist, schreitet sie dem Betrachter hier mit tizianfarbenem Haar entgegen.

Vor einer Meereskulisse, inmitten von Dünen blickte im Jahr 1923 eine halbverhüllte junge Dame den Maler Hermann Max Pechstein an, einen der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus. Bei der jungen Frau handelte es sich um Marta Möller, die Pechstein seit 1921 öfter Modell saß. Am 21. September 1923 heirateten der 42-jährige Pechstein und die um 24 Jahre jüngere Marta. Den Hintergrund für das Gemälde lieferte der Ostseestrand bei Leba in Pommern, wo Pechstein seit 1921 die Sommer verbrachte.

Auch Pechsteins Zeitgenosse und "Brücke"-Kollege Erich Heckel zog es im Sommer immer wieder an die Ostsee. Heckel fand sein Paradies jedoch in Osterholz an der Flensburger Förde. Die inspirierende Küstenlandschaft bot Heckel die Gelegenheit, Mensch und Natur als eine Einheit wiederzugeben. Nachdem er zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch auf eine kräftige Farbpalette zurückgegriffen hatte, verwendete Heckel vor allem in den 1930er Jahren Pastelltöne, die die dargestellten Personen und ihre Umgebung verschmelzen ließen.

Abschließend sehen wir hier noch ein wahrlich außergewöhnliches Stück Augsburger Handwerkskunst vom Ende des 16. Jahrhunderts. Der Klappsekretär aus Rüster- und Palisanderholz verfügt an seiner Frontseite über äußerst üppige Einlegearbeiten, die sog. Intarsien. Diese wurden aus Edelhölzern geschnitten und teilweise grüngefärbt und brandschattiert, um sie zu detailreichen Bildern und Ornamenten zusammensetzen zu können.

Die Frontseiten der Schubfächer und Türchen im Inneren des querrechteckigen Korpus' sowie die Schauseite der Arbeitsplatte sind mit Architektur- bzw. Ruinenarchitekturmotiven verziert. Die Schreibfläche der Arbeitsplatte zeigt einen Putto mit Hund in einer Landschaft und floralem Dekor. Ein sehr seltenes Stück, das seinem Erschaffer sehr viele Arbeitsstunden gekostet haben dürfte.

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In seiner Versteigerung am 12. Mai greift das Auktionshaus nochmals die bereits zum Aufruf gekommen Kategorie auf und ergänzt sie u.a. mit Bücher, Ikonen, Spielzeug und Asiatika.

Beginn der Versteigerungen ist an allen drei Auktionstagen um 11 Uhr. Vorbesichtigungen können noch bis zum 3. Mai täglich von 14-18 Uhr im Kunstauktionshaus Schloss Ahlden vorgenommen werden.

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