Alte Meister

Sandro Botticelli gehört zweifellos zu den bedeutendsten Malern der Florentiner Frührenaissance. Sein Oeuvre umfasste sowohl Themen der Mythologie (Die Geburt der Venus), als auch Portraits (Simonetta Vespucci) und religiöse Szenen. Letzterem gehört auch die vorliegende Arbeit an, die der Meister gemeinsam mit seinen Schülern und Mitarbeitern ausgearbeitet hat. Botticelli, der bereits zu Lebzeiten hohes Ansehen besaß und die besondere Gunst der Familie Medici genoss, verfügte bereits ab den 1470er Jahren über eine eigene Werkstatt - ein unverzichtbares "Hilfsmittel", um der zahlreichen Aufträge Herr zu werden.

Auch Paris Bordone beschäftige Schüler und Mitarbeiter, die in seiner Werkstatt Vorlagen des Meisters zu neuen Kompositionen zusammenfügten und ausarbeiteten. Bordone selbst war ein Schüler Tizians und in dessen Atelier ausgebildet worden. In den 1520er Jahren eröffnete er seine eigene Werkstatt und wurde so zum Konkurrenten seines einstigen Lehrers.

Mit den leuchtendsten Farben hat Denys Calvaert hier die Anbetung der Heiligen Drei Könige wiedergegeben - ein weiteres Werk der Auktion, das in Italien entstanden ist. Denn Calvaert wurde zwar in Antwerpen geboren, verbrachte allerdings die meiste Zeit seines Lebens in Italien, wo er auch seine Ausbildung erhielt und später selbst eine Malerschule in Bologna eröffnete.

Unser letztes Gemälde Alter Meister wurde zwar nicht in Italien angefertigt, die dargestellte Szene hat sich allerdings dort abgespielt: Die Ermordung Caesars von Martin Johann Schmidt. Schmidt war ein wahres Phänomen. Obwohl er keine akademische Ausbildung genossen hatte, wurde er 1768 an der Wiener Akademie aufgenommen und zum bedeutendsten Maler der österreichischen Spätbarock.  Neben der Malerei beschäftigte sich Schmidt auch eingehend mit Zeichnungen und Radierungen. Ein Beispiel dafür findet sich unter den Zeichnungen der Auktion.

Antiquitäten

Eine äußerst qualitätsvolle Arbeit ist dieser ebonisierte Kabinettschrank aus dem 17. Jahrundert. Seine Türen und Schubladen sind aufwändig mit Reliefintarsien aus unterschiedlichen Hölzern versehen. Sie wurden teilweise bemalt und geben Szenen des Alten und des Neuen Testamentes wieder.

Ebenfalls auf eine biblische Geschichte griff der österreichische Bildhauer Josef Bergler für seine Alabastergruppe Die Errettung der Hagar in der Wüste zurück. Sie zeigt Abrahams Nebenfrau Hagar mit dem Engel und ihrem Sohn Ismael.

Aus Wiener Privatbesitz stammen diese beiden um 1800 gefertigten Empire-Stühle. Ihr ursprünglicher Standort war die allerdings das Palais Erzherzog Friedrich, in dem sich heute die Albertina befindet.

Gemälde des 19. Jahrhunderts 

Eingehende Naturstudien, der einzigartige Einsatz von Licht und Schatten und ein Hauch von Pathos ließen die Bilder des österreichischen Landschaftsmalers Friedrich Gauermann gegenüber denen seiner Zeitgenossen herausstechen. Gauermann traf mit seinen Arbeiten den Geschmack seiner Zeit. Er erhielt zahlreiche Aufträge, die ihn zu einem der erfolgreichsten Maler des österreichischen Biedermeier machten.

Auch der italienische Maler Giuseppe Riva ließ sich von der Orientbegeisterung seiner Epoche anstecken. Vor allem der Harem des Sultans beflügelte die Fantasie des damaligen Europäers und Giuseppe Rivas. So ist diese Szene einer tanzenden Haremsdame vollkommen der Vorstellungskraft des Künstlers entsprungen. Neben Darstellungen aus dem Orient malte und zeichnete Riva Historienbilder und hielt das Volksleben seiner italienischen Heimat fest.

Mit unseren letzten beiden Losen wenden wir uns wieder der Landschaftsmalerei zu, jetzt jedoch in ihrer fortgeschrittenen Variante in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während Friedrich Gauermann während des Biedermeiers lediglich Skizzen in der freien Natur anfertigte, die er anschließend in seinem Atelier ausarbeitete, fertigten die späteren Vertreter der Landschaftsmalerei ihre Werke vollkommen im Freien an. In Österreich zählen Alfred Zoff und Olga Wisinger-Florian dazu. Beide Künstler malten im Stil des Stimmungsimpressionismus, der sich ab 1870 in Österreich etabliert hatte und unterschiedliche Lichtverhältnisse besonders betonte.

Die Versteigerungen beginnen am 25. April um 15 Uhr mit der Kategorie Antiquitäten. Am 26. April folgen Alte Meister (15 Uhr), Zeichnungen (16 Uhr) und Bilder des 19. Jahrhunderts (18 Uhr). Die Schaustellung zur Auktion kann vom 20.-26. April besucht werden.

Sämtliche Objekte der Auktion können Sie sich auch gleich hier bei Barnebys ansehen.

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