1. Pablo Picasso (1881-1973)

Les femmes d’Alger (Version ‚O‘)

signiert ‘Picasso’ (oben rechts); datiert ’14.2.55.’ (auf der Rückseite)

1 Bild via Christie's

Am 11. Mai 2015 hielt die Welt mit weit aufgerissenen Augen den Atem an, als Christie’s Picassos Les femmes d’Alger (Version ‘O’) für unglaubliche 179.365.000 USD versteigerte, womit es zum teuersten, in einer Auktion verkauften Gemälde wurde.

Das Gemälde war das Ergebnis der Rivalität, die zwischen Picasso und seinem Zeitgenossen Henri Matisse herrschte. Nach Matisse‘ Tod im Jahre 1954 trauerte Picasso, indem er eine Serie von 15 Gemälden schuf, die ein Tribut an Eugène DelacroixLes femmes d’Alger von 1834 darstellten.

Nach Matisse‘ Tod entwickelte Picasso seine Idee, bevor er am 13. Dezember 1954 mit seiner Arbeit daran begann – 40 Tage nach Matisse‘ Dahinscheiden. In einem Zeitraum von 15 Tagen schuf er zwei Gemälde auf Leinwand sowie eine Zeichnung. Einen Monat später waren 10 der 15 Werke fertiggestellt. Am Valentinstag 1955 vollendete Picasso Les femmes d’Alger (Version ‚O‘) und übergab es an seinen Händler Daniel-Henry Kahnweiler. Das ist doch mal ein Valentinstaggeschenk!

Lange vor der großen Versteigerung 2015, zu der Zeit, als Picasso an dem Werk arbeitete, standen Picassos Werke auf dem Kunstmarkt nicht hoch im Kurs.

Victor und Sally Ganz, Sammler aus Manhattan, kauften die gesamt Les femmes d’Alger-Serie im Juni 1956 für läppische 212.500 USD.

Sally verkaufte Les femmes d’Alger (Version ‚O‘) 1997 bei Christie’s für 31,9 Millionen USD an die Händlerin Libby Howie, die es im Namen eines Kunden erwarb.

 

2. Amedeo Modigliani (1884-1920)

Nu couché

signiert ‚modigliani‘ (oben rechts)

2 Bild via The Telegraph

2015, nur 6 Monate nachdem Les femmes d’Alger (Version ‚O‘) bei Christie’s verkauft worden war, versteigerte das Auktionshaus Modiglianis Aktgemälde für 170.405.000 USD, womit es zum zweitteuersten Gemälde wurde, das jemals in einer Auktion verkauft wurde und außerdem zum teuersten Gemälde eines italienischen Künstlers in einer Auktion.

Das Werk ist ein echtes Stück Geschichte. Das Gemälde befand sich in der Sammlung von Modiglianis Händler und Compagnon Léopold Zborowski und es war weithin bekannt als ein wichtiges Kunstwerk des 20. Jahrhunderts sowie als Modiglianis bestes Werk.

Später befand es sich in der Sammlung von Gianni Mattioli, einem Verfechter der italienischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts, der es in den 1960er Jahren Teil einer weltweiten Ausstellungstournee mit italienischer Kunst werden ließ.

 

3. Francis Bacon (1909-1992)

Three Studies of Lucian Freud

betitelt und datiert ‘3 studies for portrait Lucian Freud 1969’ (auf der Rückseite des mittleren Bildes)

3 Bild via The Independent

Ein Wendepunkt für den Kunstmarkt war die Auktion für Nachkriegs- und Zeitgenössische Kunst bei Christie‘, New York im November 2013. Die Spitze des Kunstmarktes erlebte einen riesigen Anstieg der Verkaufssummen, da Kunst zu einem genauso begehrten Investitionsobjekt wurde wie Immobilien. Bacons Triptychon über Freud wurde für 142.405.000 EUR verkauft.

Genauso wie Picassos Les femmes d’Alger (Version ‚O‘) beleuchtet Bacon Studie von Freud sowohl die Konkurrenz als auch die Bewunderung die er gegenüber seinem Zeitgenossen empfand. Es feiert die Beziehung, die zwei Genies des 20. Jahrhunderts miteinander verband. Bacon malte seinen Künstlerkollegen mit all den Noppen und der Struktur, für die er bekannt war und die viele Künstler nach ihm inspiriert haben und das auch zukünftig tun werden.

 

4. Alberto Giacometti (1901-1966)

L’homme au doigt

signiert und nummeriert ‚A. Giacometti 6/6‘ (oben auf der Basis); beschriftet mit dem Gießerstempel ‚Alexis Rudier Fondeur Paris‘

4 Bild via Christie's

Nun geht es weiter mit L’homme au doigt, geschaffen vom Mick Jagger des Lehms, Alberto Giacometti.

Zur Skulptur des deutenden Mannes von 1947. Ursprünglich wollte ich eine Komposition mit zwei Figuren schaffen. Doch als die erste fertig war, war es für mich vollkommen unmöglich, noch eine zweite zu machen. Es war nicht das was ich wollte und sofort nach der Ausstellung zerstörte ich die Gipsfigur, die niemals in Bronze gegossen worden war und daher nicht länger existiert... daher bleibt die erste Figur, der deutende Mann, ganz für sich.“

Dafür bekannt, impulsiv und äußerst selbstkritisch zu sein, wird Giacometti als einer der wichtigsten Künstler für Nachkriegskunst angesehen.

Giacomettis L’homme au doigt war Teil der gleichen Auktion von Christie’s, bei der auch Picassos Les femmes d’Alger (Version ‚O‘) verkauft wurde und brachte es auf einen Endpreis von sagenhaften 141.285.000 USD. Als ein tief bewegende s Portrait einer Nachkriegsfigur, fängt die Skulptur Giacomettis ständigen Kampf ein, das Leben durch die Kunst darzustellen.

 

5. Edvard Munch (1863-1944)

Skrik (Der Schrei)

signiert ‚E. Munch‘ und datiert ‚1885‘ (unten links)

Pastell auf Holz im Originalrahmen

5 Bild via The New York Times

Am 3. Mai 2012 wurde Edvard Munchs Der Schrei bei Sotheby’s, New York für die Summe von 119.922.500 USD verkauft. Reich an Symbolik, markierte das Gemälde zur Zeit seines Entstehens einen Wendepunkt darin, um mit Kunst in das Innere der Psyche hinab zu tauchen. Einige Kunsthistoriker glauben, dass das Gesicht von einer Mumie inspiriert worden war, die in der Nähe des Utcubamba Flusses in Peru gefunden wurde.

In einem Gedicht, das sich auf dem Rahmen des Werkes befindet, schrieb Munch:

„Ich wanderte mit zwei Freunden eine Straße entlang

die Sonne ging unter – Der Himmel verwandelte sich in ein blutiges Rot

Und ich fühlte einen Hauch Melancholie – Ich stand

Still, zu Tode erschöpft – über blau-schwarzen

Fjord und Stadt hingen Blut und Feuerzungen

Meine Freunde gingen weiter – Ich blieb zurück –

zitternd vor Angst – Ich spürte den großen Schrei der Natur.“

Unfassbar: Das Gemälde wurde zweimal gestohlen, bevor es vom Munch Museum in Oslo zu Höchstpreisen bei Sotheby’s versteigert wurde. Das erste Mal 1994 und erneut 2004.

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