18. Mai, 17 Uhr - Schmuck

Diesen außergewöhnlichen Doppel-Clip entwarf die berühmte Schmuckdesignerin Suzanne Belperron 1935 für das Pariser Maison B. Herz. Es zeigt sowohl Elemente des Art Déco als auch den persönlichen Stil der Künstlerin, die ihre Arbeiten niemals signierte, sondern ihren Stil für sich sprechen ließ. Ihre eleganten Entwürfe zogen eine gut betuchte Klientel an, darunter Joséphine Baker, Jean Cocteau und Elsa Schiaparelli.

19. Mai, 10 Uhr - Kunstgewerbe

Die seltene Kumme stammt aus einer frühen Periode der Meißner Porzellanherstellung. Die Bemalung erfolgte in Emaillefarben: Der Fond in Puderblau, das Phönix- und Blumendekor im polychromen Kakiemonstil. Das Kakiemondekor leitet sich von der japanischen Manufaktur Kakiemon Sakaida ab, die im 17. Jahrhundert gegründet wurde und auch heute noch, nach wie vor in Familienbesitz, existiert.

19. Mai, 17 Uhr - Ausgewählte Werke

An die Kunstgewerbe-Auktion schließt sich die Versteigerung von knapp 80 ausgewählten Werke an. Unter den Losen befindet sch auch dieser seltene französische Architektentisch aus der Epoche König Charles' X. (1824-30). Die Deckplatte des Biedermeiertisches aus massivem Mahagoniholz verfügt über einen mit Leder bezogenen Mittelteil, der hochgeklappt als Stehpult genutzt werden kann.

20. Mai, 11 Uhr - Alte Kunst

Wie auf einer Bühne hat ein Nachfolger des flämischen Meisters Jan van Eyck auf diesem Gemälde die heilige Jungfrau mit dem Jesusknaben in Szene gesetzt. Mutter und Sohn sind in geradezu plastischer Art und Weise dargestellt, jedes Detail des Werkes wurde mit äußerster Präzision wiedergegeben. Das Werk ist eine Kopie des mittleren Bildausschnittes des Van der Paele-Altarbildes, welches van Eyck 1436 für die St. Domizian-Kirche in Brügge gemalt hatte. Das Werk van Eycks wurde zur einem der berühmtesten der Stadt und wurde während einer "Van Eyck-Renaissance" zu Beginn des 16. Jahrhunderts wiederholt übernommen. Die vorliegende Version ist vermutlich eine der frühesten dieser Zeit.

20. Mai, 14:30 Uhr - 19. Jahrhundert

In diesen beiden Arbeiten nimmt Carl Spitzweg den biedermeierlichen Bürger auf gewohnt humorvolle Weise aufs Korn. Beide Werke zeigen einen einen spazieren gehenden Herren, dessen idyllischer Aufenthalt in der Natur von Gefahren oder der Natur selbst gestört wird. Links muss der ängstlich dreinblickende Herr einen Bach über einen doch recht stabil wirkenden Steg kreuzen, rechts wird ein Landpfarrer von zwei sorglos taumelnden Schmetterlingen "belästigt". Vermutlich stammen beide Arbeiten aus einem zeitgleichen Werkkomplex.

31. Mai, 15 Uhr - Photographie

Den zweiten Teil des Auktionsreigens bei Lempertz leitet die Versteigerung von Fotografien ein, womit wir ins 20. Jahrhundert vorrücken. Im vorliegenden Beispiel hat der Fotograf August Sander den Kölner Maler Heinrich Hoerle portraitiert. Beide Künstler verband ein ähnliches Kunstverständnis, was um 1920 zur Gründung der Gruppe Kölner Progressive führte. Das Portrait Hoerles widerspiegelt Sanders Hinwendung zur Neuen Sachlichkeit, in deren Stil er seinen Bildatlas Menschen des 20. Jahrhunderts schuf, der Sander zu einem der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts machte.

31. Mai, 18 Uhr - Moderne Kunst

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?" - Das dachte sich wohl auch August Macke, der wiederholt das Idyll des heimischen Gartens in Bonn als Motiv seiner Werke wählte. Als belebende Protagonisten dienten ihm seine Familienmitglieder. Dies ist auch bei der Kaffeetafel im Garten der Fall. So sind Mackes Frau Elisabeth und deren Mutter dargestellt sowie Walter, der Sohn des Künstlers, an der Hand der Urgroßmutter. Außerdem im Bild: Der Familien-Schäferhund Wolf. Ein Geschehen oder ein Gegenstand außerhalb des Bildes scheint die Aufmerksamkeit des Kindes und des Hundes auf sich gezogen zu haben, da beide in dieselbe Richtung blicken oder deuten.

1. Juni, 14 Uhr - Zeitgenössische Kunst

Die Bildergruppe Homage to the Square ist sowohl das bekannteste als auch bedeutendste Werk von Josef Albers. Der Aufbau der Arbeiten ist immer derselbe: Ineinander geschachtelte Quadrate in verschiednen Farben und Größen. Lässt der Name der Serie auch anderes vermuten, steht nicht die Form, sondern die Farbe und deren Wirkung im Mittelpunkt. Josef Albers gilt mit diesen Werken als ein Begründer der OP-Art.

Alle vorgestellten Auktionen finden im Auktionshaus Lempertz in Köln statt. Die Vorbesichtigungen können wie folgt in Köln besucht werden: Schmuck und Kunstgewerbe (13.-18. Mai), Alte Kunst und 19. Jahrhundert (13.-19. Mai), Photographie (27.-30. Mai), Moderne Kunst (29.-30. Mai), Zeitgenössische Kunst (27.-30. Mai). Eine Auswahl mit Werken der Photographie sowie der Modernen und Zeitgenössischen Kunst wird zuvor in Berlin, Hamburg und Brüssel zu sehen sein.

Entdecken Sie alle Kunstwerke der Maiauktionen von Lempertz hier bei Barnebys.

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