Die Versteigerung der großartigen Russland-Offerte mit mehr als 1300 Losen beginnt am 9.November um 12 Uhr. In diesem ersten Teil der Auktion kommen russisches Kunsthandwerk, Gemälde, dekorative Objekte sowie Bronzeikonen und liturgisches Gerät zum Aufruf.

Im Anschluss daran erfolgt um 14:30 Uhr die Versteigerung mit russischen und griechischen Ikonen, deren zweiter Teil am 10. November ab 12 Uhr abgehalten wird. Im Folgenden haben wir einige der vielen besonderen und bedeutenden Ikonen für Sie herausgepickt.

Ihren Ursprung habe die aus den orthodoxen Kirchen nicht wegzudenkenden Ikonen im Byzantinischen Reich. Aus dem direkten Umkreis desselbigen, genauer gesagt aus Mazedonien, stammt eine Ikone des 14. Jahrhunderts mit der Erweckung des Lazarus, also jener Episode des Neuen Testaments, in der Jesus Christus den bereits verstorbenen Lazarus aus dem Reich der Toten zurückholt - eine Geschichte, die viele Parallelen zu der Auferstehung Christi aufweist.

Rund zweihundert Jahre später entstand auf Kreta eine großformatige Ikone mit der Verklärung Christi. Sie zeigt diesen auf dem Berg Tabor - im heutigen Isreal - stehend inmitten einer stilisierten Bergkulisse. Begleitet wird er von Elias und Moses sowie den Jüngern Johannes, Petrus und Jakobus. Christus ist vor einer blauen Mandorla dargestellt, einer Art Heiligenschein, der den ganzen Körper umschließt.

Von den meisten Ikonen ist der Name ihres Erschaffers unbekannt. Es gibt aber auch Beispiele für Ikonenmaler, die es zu einiger Berühmtheit gebracht haben. Einer von diesen war Simon Uschakow, dessen Talent ihm im 16. Jahrhundert die besondere Gunst des Zaren einbrachte, der ihn in die Kreml-Werkstätten in Moskau holte. Uschakows Arbeiten, die er gemeinsam mit vielen Schülern und Mitarbeitern ausführte, wurden auch in den Westen geschickt, wo man dadurch auf diese traditionelle russische Kunstform aufmerksam wurde.

So wie die Ikone mit der Gottemutter von Wladimir stammt auch die folgende aus den Händen eines Nachfolgers Simon Uschakows. Es handelt sich um eine Darstellung der Gottesmutter von Kykkos, deren wundertätiges Urbild in dem Kloster Kykkos auf Zypern aufbewahrt wird, wo es als die bedeutendste Ikone des Landes betrachtet wird. In Russland waren Ausführungen dieser Ikone im 17. Jahrhundert weit verbreitet, wobei vor allem eine Arbeit Uschakows hervorzuheben ist, die dieser für die Ikonostase in der Kirche des Gregor von Neocäsarea schuf.

Eine beinahe quadratische Ikone aus dem Griechenland des 18. Jahrhunderts greift jene Episode nach der Auferstehung Christi auf, in der Maria Magdalena als erste auf Christus trifft. Sie erkennt ihn jedoch erst, nachdem er sie bei ihrem Namen genannt hat, woraufhin sie versucht ihn zu umarmen oder zu küssen, was vom Auferstandenen mit den Worten "Noli me tangere" ("Berühr mich nicht") zurückgewiesen wird. Die Zurückweisung erfolgte aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Aufnahme in das Reich Gottes und kann aus dem griechischen Original auch mit "Halte mich nicht fest" übersetzt werden.

In der Ikonenmalerei überwiegen eindeutig Darstellungen von Christus, der Gottesmutter, Heiligen sowie Szenen aus dem Neuen Testament. Doch kommt hin und wieder auch alttestamentliches Bildmaterial vor, so wie in dem vorliegenden Fall mit der Vertreibung aus dem Paradies. Die Ikone zeigt die nur notdürftig verhüllten Adam und Eva wie sie gemeinsam mit der Schlange vom Erzengel Gabriel aus dem Paradiesgarten vertrieben werden.

Ikonen, die den Lebensweg von Heiligen in einzelnen Bildern darstellen, werden Vitenikonen genannt. Eine solche liegt mit der äußerst seltenen Ikone mit den Lebensstationen von Philaretos dem Mitleidigen. Philaretos, ein Heiliger der orthodoxen Kirche, lebte im 8. Jahrhundert im nördlichen Kleinasien. Durch seine umfassende Wohltätigkeitsarbeit, verlor er mit den Jahren sein gesamtes Vermögen.

Nicht nur eine sondern gleich 29 Ikonen erhält man, wenn man für das folgende Los das höchste Gebot abgibt. Die Ikonen stammen aus einer Kirchen-Ikonostase und wurden um 1890 im westrussischen Palech angefertigt, einem Zentrum der Ikonenmalerei. Auf ihnen abgebildet sind Darstellungen von Christus, der Gottesmutter und den Aposteln sowie die wichtigsten orthodoxen Festtage und die Auferstehung Christi.

Aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt eine feine Ikone mit dem Heiligen Nikolaus dem Wundertäter. Eingefasst ist das Heiligenbild in einen Vermeil-Oklad, der 1904 von Dmitri Lukitsch Smirnow angefertigt wurde. Eine Widmung auf der Rückseite verrät, dass die Ikone von Zar Nikolaus II. an seine Soldaten geschickt wurde, die für ihn im Russisch-Japanischen Krieg kämpften, der von 1904 bis 1905 dauerte und mit der Niederlage des Zarenreiches endete.

Die Versteigerungen finden an beiden Tagen bei den Hargesheimer Kunstauktionen in der Friedrich-Ebert-Strasse 11+12 in Düsseldorf statt. Dort können alle Objekte vorab der Auktion vom 3.-9. November besichtigt werden.

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