Die Versteigerungen beginnen am 4. November um 10 Uhr mit russischem Kunsthandwerk. Dabei sind Silber, Gemälde und Porzellan, dekorative Objekte sowie bronzene Ikonen und liturgisches Gerät.  Am Nachmittag geht es ab 13:30 Uhr weiter mit bedeutenden russischen und griechischen Ikonen. Diese Auktion wird am Folgetag ab 10 Uhr fortgesetzt. Die Vorbesichtigungen finden vom 29. Oktober bis 3. November statt. Einige Highlights haben wir auch jetzt schon für Sie. Klicken Sie für nähere Informationen bitte auf die Bilder.

Monumentale und sehr seltene Ikone mit dem jüngsten Gericht, Eitempera auf Kreidegrund, partielle Vergoldung, 156 x 125 cm, Russland, um 1800 Limitpreis: 100.000 EUR Monumentale und sehr seltene Ikone mit dem jüngsten Gericht, Eitempera auf Kreidegrund, partielle Vergoldung, 156 x 125 cm, Russland, um 1800
Limitpreis: 100.000 EUR

Diese vielfigurige Ikone stellt das Jüngste Gericht dar, welches in den abrahamitischen Religionen nach dem Tod auf jeden Gläubigen wartet. Im Christentum erscheint Jesus als Weltenherrscher, der über ewiges Leben oder ewige Verdammnis entscheidet. Dies ist auf der Ikone anschaulich wiedergegeben: Links sieht man die frommen Gläubigen in das Himmelreich einziehen, an dessen Tor Petrus steht. Am unteren Bildrand werden die Sünder an einer Kette von Satan in die Hölle gezogen. Christus befindet sich als Pantokrator in der oberen Bildmitte, über ihm ist Gottvater abgebildet. Eine der bekanntesten Darstellungen des Jüngsten Gerichtes ist jene von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle.

Ikone mit der Madre della Consolazione, Eitempera auf Kreidegrund, 59,3 x 47 cm, Nikolaos Tzafouris, Veneto-Kretisch, um 1500 Limitpreis: 15.000 EUR Ikone mit der Madre della Consolazione, Eitempera auf Kreidegrund, 59,3 x 47 cm, Nikolaos Tzafouris, Veneto-Kretisch, um 1500
Limitpreis: 15.000 EUR

Diese Ikone zeigt die Mutter Gottes mit dem Christusknaben. Diese Art der Darstellung kam in der kretischen Ikonenmalerei des späten 15. Jahrhunderts auf. Zudem sind westliche Einflüsse zu bemerken (Schleier und Gewandschließe). Durch eine Signatur lässt sich die Ikone eindeutig Nikolaos Tzafoures zuordnen, der um 1500 in Heraklion/Iraklio, damals Candia unter venezianischer Herrschaft, tätig war.

Ikone mit der heiligen Anna von Kasin, Eitempera, 31 x 26,4 cm, Russland, Moskau, A.A. Alekseew, datiert 1909 Limitpreis: 5.000 EUR Ikone mit der heiligen Anna von Kasin, Eitempera, 31 x 26,4 cm, Russland, Moskau, A.A. Alekseew, datiert 1909
Limitpreis: 5.000 EUR

Die Heilige Anna von Kasin entstammte dem russischen Uradel. Nach einem bewegten und verlustreichen, weltlichen Leben, ging sie ins Kloster und wurde Nonne, zunächst in Twer, später in Kasin, wo sie auch verstarb und bestattet wurde. 1611 erschien sie dort während einer Belagerung einem Priester. Seitdem wurden ihre Reliquien verehrt, 1649 erfolgte ihre Heiligsprechung.

Ikone der Gottesmutter von Smolensk, Einzeltafel, Riza aus vergoldetem Silber, 28 x 22 cm, Russland, Moskau, 16. Jh. Limitpreis: 4.000 EUR Ikone der Gottesmutter von Smolensk, Einzeltafel, Riza aus vergoldetem Silber, 28 x 22 cm, Russland, Moskau, 16. Jh.
Limitpreis: 4.000 EUR

Der Bildtypus der Gottesmutter von Smolensk geht auf die byzantinische Mariendarstellung der Hodegetria ("Wegweiserin") zurück. Typisch ist die Hand Marias, die auf den Jesusknaben deutet, der eine Schriftrolle in der Hand hält.

Ikone mit dem Einzug Christi nach Jerusalem mit Basma, Eitempera auf Kreidegrund, 31,3 x 24,5 cm, Russland, Ende 16. Jh. Limitpreis: 4.000 EUR Ikone mit dem Einzug Christi nach Jerusalem mit Basma, Eitempera auf Kreidegrund, 31,3 x 24,5 cm, Russland, Ende 16. Jh.
Limitpreis: 4.000 EUR

Die Ikone zeigt den auf einem Esel reitenden Christus bei seinem Einzug in die Stadt Jerusalem am Palmsonntag. Ihm folgen seine zwölf Jünger, die später zu den Zwölf Aposteln wurden - außer Judas Iskariot, der auf Grund der Umstände durch Matthias ersetzt wurde.

Ikone mit der Höllenfahrt und der Auferstehung Christi, Eitempera auf Kreidegrund, Basma aus vergoldetem Silber, 35,7 x 31 cm, Zentralrussland, Ende 19. Jh. (Ikone), Russland, Moskau, Ende 19. Jh. (Basma) Limitpreis: 3.000 EUR Ikone mit der Höllenfahrt und der Auferstehung Christi, Eitempera auf Kreidegrund, Basma aus vergoldetem Silber, 35,7 x 31 cm, Zentralrussland, Ende 19. Jh. (Ikone), Russland, Moskau, Ende 19. Jh. (Basma)
Limitpreis: 3.000 EUR

In der westlichen Kirche spielt die Höllenfahrt Christi, also sein Abstieg in das Totenreich zwischen Kreuzigung und Auferstehung, eher eine untergeordnete Rolle, ist aber auch Teil des Glaubensbekenntnisses. In der Ostkirche hingegen ist der Abstieg das eigentliche Heilserlebnis, da Christus dort die Seelen der Gerechten seit Adam befreite. Es ist als Motiv auf den Osterikonen zu finden.

Ikone mit dem Schutzengel und dem Krieger, Eitempera auf Kreidegrund, 17,9 x 14,7 cm, Russland, Moskau, Osip Chirikov, datiert 1894 Limitpreis: 2.500 EUR Ikone mit dem Schutzengel und den Kriegerheiligen Nikita und Demetrius, Eitempera auf Kreidegrund, 17,9 x 14,7 cm, Russland, Moskau, Osip Chirikov, datiert 1894
Limitpreis: 2.500 EUR

Nikita und Demetrius waren beide Soldaten im 3./4.Jahrhundert, die sich um das Christentum verdient gemacht haben und letztendlich für ihren Glauben sterben mussten. Daher sind beide als Märtyrer anzusehen. Demetrius wird zudem als Heiliger der Soldaten verehrt.

Ikone mit Christus Pantokrator mit emailliertem Verme, Eitempera auf Kreidegrund, 31,3 x 27 cm, Zentralrussland, Ende 19. Jh. (Ikone), Russland, Moskau, Iwan Tarabrow, 1896-1908 (Oklad und Email) Limitpreis: 1.500 EUR Ikone mit Christus Pantokrator mit emailliertem Verme, Eitempera auf Kreidegrund, 31,3 x 27 cm, Zentralrussland, Ende 19. Jh. (Ikone), Russland, Moskau, Iwan Tarabrow, 1896-1908 (Oklad und Email)
Limitpreis: 1.500 EUR

Christus als Pantokrator (Weltenherrscher) ist uns bereits in der ersten Abbildung begegnet. Für die farbige Verzierung des vergoldeten Silber-Oklads wurden zwei unterschiedliche Varianten des Emaille-Dekors verwendet: Der Nimbus sowie die Rundmedaillung wurden in Cloisonné-Technik ausgeführt. Hierbei werden Metallstreifen in einem Muster auf das Objekt aufgelötet. In die so entstandenen Kammern wird anschließend das Emaille eingefügt. Bei der Champlevé-Technik hingegen wird der metallene Objektträger ausgeschabt und das Emaille dann in die Vertiefungen hineingegeben. Bei der Ikone wurde diese Technik beim aufgeschlagenen Evangelium sowie der Inschriftenplakette angewendet.

Sehr seltenes und feines Tabletka mit dem 12jährigen Jesus im Tempel, beidseitig grundierte Leinwand, Kreidegrund, Eitempera, Goldgrund, 10,5 x 8,2 cm, Russland, um 1600 Limitpreis: 800 EUR Sehr seltenes und feines Tabletka mit dem 12jährigen Jesus im Tempel und der Erweckung des Lazarus, beidseitig grundierte Leinwand, Kreidegrund, Eitempera, Goldgrund, 10,5 x 8,2 cm, Russland, um 1600
Limitpreis: 800 EUR

Noch weit vom Pantokrator entfernt, erstaunte der 12jährige Jesus die Gelehrten im Tempel von Jerusalem mit seinem außergewöhnlichen Wissen. Die andere Seite des Tabletka zeigt Jesus als Wunderheiler, der Lazarus von den Toten auferstehen lässt. Die Episode weist große Ähnlichkeit mit der Auferstehung von Christus selbst auf und wird als deren Vorbote angesehen.

Kleines Triptychon mit Deesis und emailliertem Basma, Eitempera auf Kreidegrund auf Holz, 6,7 x 18 cm, Russland, 17. Jh. Limitpreis: 500 EUR Kleines Triptychon mit Deesis und emailliertem Basma, Eitempera auf Kreidegrund auf Holz, 6,7 x 18 cm, Russland, 17. Jh.
Limitpreis: 500 EUR

Das Wort Deesis stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Bitte", "Flehen" oder "Gebet". Das Triptychon zeigt die kleinste ikonografie Form mit Maria und Johannes dem Täufer, die sich dem zentralen Christus bittend zuwenden. Sind neben den drei Personen noch weitere Heilige abgebildet, spricht man von einer "großen Deesis".

Paar FABERGÉ-Kowschi mit Hahnen-Henkel, Silber, gegossen, innen vergoldet, L 11,5 cm, Russland, Moskau, Fabergé, 1908-1917 Limitpreis: 15.000 EUR Paar FABERGÉ-Kowschi mit Hahnen-Henkel, Silber, gegossen, innen vergoldet, L 11,5 cm, Russland, Moskau, Fabergé, 1908-1917
Limitpreis: 15.000 EUR

Diese beiden silbernen Kowschi stammen aus dem berühmten Haus Fabergé, das vor allem für seine für den Zarenhof gefertigten Ostereier bekannt ist. Doch nicht nur prachtvolle Juwelen gehörten zum Sujet des Hauses, auch feinste Silberobjekte wurden dort hergestellt. Eine besondere Vorliebe des Firmenbesitzers Carl Fabergé war die Fertigung solcher Stücke nach Vorbildern der altrussischen Volkskunst.

Seltenes fünfteiliges Trinkset aus vergoldetem Silber mit Cloisonné-Emaille, L 8 cm / 21 cm, Russland, Iwan Saltikow, Ende 19. Jh. Limitpreis: 1.200 EUR Seltenes fünfteiliges Trinkset aus vergoldetem Silber mit Cloisonné-Emaille, L 8 cm / 21 cm, Russland, Iwan Saltikow, Ende 19. Jh.
Limitpreis: 1.200 EUR

Kowschi (russ. "Schöpfkelle", "Eimer") sind traditionelle Trinkgefäße, die in Russland vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich waren. Sie wurden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Hölzerne Exemplare gab es genauso wie solche aus Silber oder anderen Metallen.

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