Auf den ersten Blick sehr ähnlich, unterscheiden sich diese beiden Mariendarstellungen in ihren Details. Die Gottesmutter von Smolensk ist im Typus der Hodegetria ("Wegweiserin") dargestellt. Diese Marienikone gilt als die erhabenste. Maria hält den Christusknaben in ihrem linken Arm. Das Kind hat die rechte Hand im Gestus der Segnung erhoben, während die linke Hand eine Schriftrolle hält. Die Gottesmutter Eleusa ("Mitleidende") bzw. Glykophilousa ist hingegen ein Ausdruck der liebevollen Zuwendung zwischen Maria und dem Christusknaben, deren Wangen sich berühren, sodass sie sich zu küssen scheinen. Bei der Gykophilousa streichelt Jesus zusätzlich die Wange seiner traurig blickenden Mutter.

Die Darstellungen auf diesen beidseitig bemalten Tabletki sollte die Gläubigen zu einem frommen und sündenfreien Leben auffordern. Zu sehen sind vier Szenen aus dem Leben der Heiligen Maria von Ägypten, die Erschaffung Adams und Evas, die Leiter des Johannes Klimakos sowie das Jüngste Gericht. Die Himmelsleiter des Johannes Klimakos, ein heilig gesprochener Mönch, basiert auf einer Schrift desselben, die Mönchen die dreißig Stufen (oder Sprossen) auf dem Weg zur Vollkommenheit beschreibt.

Bei dem Mandylion handelt es sich ursprünglich nicht um eine Ikone, sondern um ein Tuch mit dem "Nicht von Menschenhand gemachten Antlitz Christi", das Jesus selbst dem König Abgar von Edessa (im heutigen Südosten der Türkei) zugesandt haben soll. 944 gelangte es nach Konstantinopel, wo es bei Plünderungen im 13. Jahrhundert verschwand. Manche vermuten, dass das Mandylion mit dem Turiner Grabtuch identisch sein könnte. Im vorliegenden Beispiel wurde das Mandylion von einem der bedeutendsten russischen Ikonenmaler des 17. Jahrhunderts, Wasilij Kozmin (erwähnt 1670-1689), auf eine Ikone übertragen.

Zwei feine russische Ikonen aus dem 19. Jahrhundert widmen sich der Darstellung des Christus Pantokrator, des Weltenherrschers. Beide Ikonen wurden mit einem prächtigen Oklad versehen. Oben sehen wir ein teilweise vergoldetes Silberoklad mit Cloisonné-Emaille und Flussperlen, die das Gewand Christi bilden. Die Ikone wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Hoflieferanten Pawel Owtschinnikow geschaffen. Das untere Beispiel stammt aus den Händen des Meisters Petr Baskakow. Das silberne Oklad ist vollständig vergoldet und verfügt über Plaketten aus Cloisonné-Emaille.

Die Bronzeskulpturen des Bildhauers Wassili Jakowlewitsch Gratschew haben wiederholt Ross und Reiter in verschiedenen Lebenslagen zum Thema. Dies ist auch in der vorliegenden Arbeit der Fall. Ausgeführt wurde sie von der Bronzegießerei Woerfel in Sankt Petersburg.

Zum Schluss sehen wir hier noch eine Ansicht des winterlichen Pljos, einem Ort am rechten Ufer der Wolga. Gemalt wurde sie von einem der wichtigsten russischen Künstlern der Gegenwart, Ilja Sergejewitsch Glasunow. Glasunows Werke widmen sich historischen, literarischen aber auch religiösen Themen. Letztere Arbeiten weisen einen Einfluss durch die Ikonenmalerei auf.

Die Ikonen und Kunstwerke, die wir Ihnen vorgestellt haben werden am 7. und 8. April bei den Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf versteigert. Los geht es am 7. April um 10 Uhr mit Russischer Kunst. Am Nachmittag kommen ab 14 Uhr bedeutende Ikonen aus Russland und Griechenland unter den Hammer. Diese Auktion wird am 8. April ab 10 Uhr fortgesetzt.

Die Vorbesichtigungen können vom 1. bis 6. April im Auktionshaus in der Friedrich-Ebert-Straße in Düsseldorf besucht werden. Alle Objekte der Auktion können Sie sich aber auch gleich hier bei Barnebys ansehen.

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