Der erste Deiker, der sich als Künstler hervortat, war Christian Friedrich (1792-1843). 1807 begann er Zeichenunterricht an der Staatlichen Akademie in seiner Geburtsstadt Hanau zu nehmen. Drei Jahre später wechselte für ein Studium an die Kunstakademie Kassel. Nach seinem Studium unternahm er eine Studienreise entlang der Ostseeküste von Lübeck nach Riga. Anschließend war er drei Jahre lang Hofmaler des Landgrafen Friedrich V. von Hessen-Homburg. Für seine späteren Lebensjahre sind Aufenthalte in Paris und Manchester belegt, wo er als Portraitist arbeitete. Gestorben ist Christian Friedlich Deiker 1843 in Wetzlar.

Auch Christian Friedrichs Söhne Johannes Christian (1822-1895) und Carl Friedrich (1836-1892) wurden Maler. Beide kamen in Wetzlar zur Welt und erhielten ersten Zeichenunterricht von ihrem Vater, der sie anschließend auf die Staatliche Zeichenakademie nach Hanau schickte, wo er selbst gelernt hatte.

Johannes Christian besuchte ab 1841 die Städelschule in Frankfurt am Main, wo er Unterricht in Portrait- und Landschaftsmalerei erhielt. Als sein Vater zwei Jahre später starb, kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um als ältester Sohn die Familie zu ernähren. Dafür musste ihm ein angebotenes Studium an der Kunstakademie Düsseldorf ablehnen. Stattdessen winkte ihm eine lukrative Stelle als Hofmaler des Fürsten Ferdinand von Solms-Braunfels.

In Braunfels wirkte er zunächst als Landschafts- und Historienmaler sowie als Portraitist der fürstlichen Familie. Johannes Deiker interessierte sich sehr für die Malerei des niederländischen Barock, vor allem für die Werke Rembrandts. Dies wird durch den Einfall des Lichts auf einem Portrait des Fürsten besonders deutlich.

JOAHNENS CHRISTIAN DEIKER - Fürst Ferdinand von Solms-Braunfels, 1845 JOAHNENS CHRISTIAN DEIKER - Fürst Ferdinand von Solms-Braunfels, 1845

Auf Schloss Braunfels entdeckte Johannes Deiker auch die Tier- und Jagdmalerei, die schließlich sein Hauptsujet werden sollte. Seine feinen und naturgetreuen Darstellungen von Wildtieren fanden großen Anklang in Adelkreisen, die bald seine betuchte Klientel darstellten. Auch König Ernst August I. von Hannover gehörte zu seinen Kunden.

1868 zog Johannes Christian schließlich doch noch nach Düsseldorf, wo auch sein jüngerer Bruder Carl-Friedrich lebte. Zwar wurde er nicht Teil der dortigen Kunstakademie, schloss sich jedoch der Künstlervereinigung Malkasten an. Seine Werke wurden in Ausstellungen in ganz Europa gezeigt.

Christian Friedrich Deiker war auf anderem Wege nach Düsseldorf gekommen. Nachdem er ersten Zeichenunterricht bei seinem älteren Bruder erhalten hatte, erhielt er seine Ausbildung an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau sowie an der Großherzoglich Badischen Kunstschule. Im Alter von 28 Jahren ließ er sich in der kunstfreudigen Stadt am Rhein nieder. Wie Johannes Christian spezialisierte er sich auf Tier- und Jagdmotive. Seine Darstellungen waren jedoch häufig von einer größeren Dramatik geprägt. Tiermaler aus ganz Europa waren seine Schüler, darunter Bruno Liljefors und Louis Henry Weston Klingender.

In dritter Generation wird die Malerfamilie Deiker schließlich von Hans (1876- nach 1910) vertreten. Der an der Kunstakademie Düsseldorf ausgebildete Hans beschäftigte sich hauptsächlich mit der Landschaftsmalerei. Viele Werke zeigen Ansichten der Lüneburger Heide und der Bretagne, wohin er eine Studienreise unternahm. Solche führten ihn auch nach Paris (1909/10), Katwijk in den Niederlanden, Rom und in die Campagna. Verzichtete Hans zunächst auf Personenstaffagen, begann er sie nach seinen Parisaufenthalt vermehrt seinen Landschaften hinzuzufügen. Über Hans Deikers späteren Lebensweg ist kaum etwas bekannt. 1911 und 1917 hielt er sich vermutlich auf Rügen auf.

Die Werke der Malerfamilie Deiker, die vom Stuttgarter Auktionshaus Eppli versteigert werden, stammen aus dem Besitz der Nachfahren der Künstler. Insgesamt werden 26 Arbeiten angeboten. Des Weiteren kommen knapp 700 weitere Lose aus den Bereichen Kunst, Schmuck, Antiquitäten, Uhren, Spielzeug und Silber zum Aufruf.

Die Auktion findet am 27. Oktober ab 11 Uhr in der Eppli Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen statt.

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