David Shrigley wurde 1968 geboren und wuchs in der Stadt Macclesfield in Cheshire auf, bevor er nach Glasgow zog, um zu studieren. Heute lebt der Künstler in der südenglischen Küstenstadt Brighton, doch noch immer spielt Glasgow eine wichtige Rolle in seinen Arbeiten. 2013 war Shrigley für den Turner Prize nominiert.

Jeden Herbst zeigt das Spritmuseum in Stockholm eine Ausstellung, die einem der Künstler der Absolut Art Collection, der hauseigenen Sammlung des Museums, gewidmet ist. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Briten David Shrigley.

Die Arbeiten, die ab September ausgestellt werden, hat Shrigley speziell für das Spritmuseum geschaffen. Gezeigt werden sie unter dem Namen Exhibition of Giant Inflatable Swan-things ("Ausstellung von riesigen aufblasbaren Schwanen-Dingern"). Obwohl der Titel der Ausstellung schon so manches über die Exponate verrät, hatte Barnebys ihren Schöpfer dennoch vorab zu einem persönlichen Gespräch gebeten.

David Shrigley, OT, 2017 | Foto: davidshrigley.com David Shrigley, OT, 2017 | Foto: davidshrigley.com

Wir sind schon sehr gespannt darauf, Ihre Einzelausstellung zu besuchen. Haben Sie eine besondere Beziehung zu Schweden? 

Stockholm ist eine meiner Lieblingsstädte. 2009 hatte ich an einem Aufenthaltsprogramm von IASPIS teilgenommen und habe damals drei Monate hier gelebt und die Stadt dabei etwas kennengelernt. Ich hatte mir damals viele Fußballspiele angeschaut und verfolge seitdem den Verein AIK [Fußballverein in Stockholm, Anm. d. Red.]. Wenn ich hier bin, versuche ich immer, ihre Spiele zu besuchen.

Sie haben einige sehr große Installationen und Skulpturen geschaffen, wie Life Modell II, das Anfang des Jahres vorgestellt wurde. Was inspiriert Sie dazu?

Ich denke, die oberste Aufgabe eines Künstlers, der eine Ausstellung vorbereitet, ist es, den Raum zu füllen. Natürlich geht es um noch viel mehr als das, aber die Art und Weise, wie die Kunst den Raum einnimmt, ist sehr wichtig.

David Shrigley, Life Model II, 2016 |Foto: davidshrigley.com David Shrigley, Life Model II, 2016 |Foto: davidshrigley.com

Ihre Arbeit wurde als sarkastisch, scharf, verspielt und energiegeladen beschrieben. Wo glauben Sie, kommt das her - was inspiriert Sie?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, das ist, als würde man fragen, woher man seine Persönlichkeit bezieht. Ich würde sagen, ich bin von allem inspiriert. Aber das ist wohl keine sehr befriedigende Antwort.

Ihre Arbeit ist ja auch sehr vielseitig und sie haben im Laufe der Jahre mit vielen unterschiedlichen Materialien gearbeitet.

Ich habe mit unterschiedlichen Medien gearbeitet, da ich mich vielleicht vom handwerklichen Aspekt nie habe abschrecken lassen. Ich neige nicht dazu, meine handwerklichen Fähigkeiten zu demonstrieren und kann daher leichter zwischen den Medien hin und her springen. Wäre ich zum Beispiel ein sehr talentierter figürlicher Maler, dann würde es mir schwer fallen, mich mit einem Medium auszudrücken, in dem ich kein Experte bin.

David Shrigley, Fight the Nonsense, 2015 | Foto: davidshrigley.com David Shrigley, Fight the Nonsense, 2015 | Foto: davidshrigley.com

Bevorzugen Sie bestimmte Medien gegenüber anderen?

Zeichnen ist für mich das einfachste, das ich machen kann. Es ist wirtschaftlich und ich kann damit schnell sagen, was ich sagen möchte.

Ihre neueste Arbeit, die sie speziell für das Spritmuseum geschaffen haben, wurde noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert - worauf wir mehr oder weniger geduldig warten. Gibt es etwas in Bezug auf diese Arbeit, das Sie mit uns teilen möchten (oder können)?

Es wird interessant und es wird den Raum füllen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann.

David Shrigley, Memorial, 2016 | Foto: davidshrigley.com David Shrigley, Memorial, 2016 | Foto: davidshrigley.com

Die Absolut Art Collection wurde 1986 von Andy Warhol initiiert und zeigt die Arbeiten einiger der aufregendsten Künstler der Welt, zu denen seit 1996 auch Sie gehören. Wie ist Ihre Beziehung zur Sammlung und zu deren anderen Künstlern?

Ich wurde 1996 gebeten, eine Arbeit zu machen, für die ich, wie ich mich erinnere, 500 Pfund erhalten habe. Es schien damals eine Menge Geld zu sein. Ich hatte keine Ahnung, dass ich jetzt noch darüber reden würde. Es war nur eine kleine Zeichnung. Wissen über die Sammlung habe ich mir gerade erst durch den Besuch des Museums angeeignet. Es ist eine sehr große Sammlung und ziemlich einzigartig in Bezug auf Kunst vs. Vermarktung.

Ihre Zeichnungen haben eine kindliche Nuance, die Ihre Kunst sehr zugänglich macht. Gleichzeitig setzen Sie für Ihre Kunst jedoch ernste, manchmal politische Themen ein. Was meinen Sie ist es, weshalb sich die Menschen von Ihren Arbeiten angezogen fühlen?

Ich denke, dass komische Aspekte nützlich sind, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Die Tatsache, dass meine Arbeiten oft lustig sind, hilft den Menschen, sich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Wenn sie darüber lachen, haben sie es auf einer gewissen Ebene verstanden.

David Shrigley, OT, 2013 | Foto: davidshrigley.com David Shrigley, OT, 2013 | Foto: davidshrigley.com

Sind die Reaktionen auf Ihre Kunst in der Regel die, die Sie erwartet haben?

Darüber denke ich nicht wirklich nach. Ich lese keine Kritiken oder verfolge die Kommentare in den sozialen Medien usw. Ich finde das nicht hilfreich. Ich denke, in erster Linie muss man eine Arbeit für sich selbst schaffen: Wenn man es selber nicht mag, kann man auch nicht erwarten, dass andere es tun.

David Shrigleys Exhibition of Giant Inflatable Swan-things im Stockholmer Spritmuseum ist seit dem 27. September geöffnet und kann noch bis zum 31. März 2019 besucht werden.

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