Die sieben bemerkenswerten großformatigen Werke Mathieus, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten, stehen Pate für die vielfältige Offerte der Auktion, die so renommierte Namen wie Lucio Fontana, Victor Vasarely, Keith Haring, Sol Lewitt und Wifredo Lam umfasst.

Die Laufbahn als Künstler schlug Georges Mathieu 1942 ein, nachdem er die ersten Ölgemälde bereits während seines vorherigen Jurastudiums und der Zeit, in der er als Lehrer arbeitete, geschaffen hatte. Vier Jahre später stellte er im Pariser Salon des moins de trente ans aus, ein weiteres Jahr später im Salon des réalités nouvelles. Mathieu präsentierte farbenfrohe Bilder voller Strukturen, zu denen ihn die abstrakten "Drip-Paintings" inspiriert hatten, die um 1945 von Jackson Pollock aus der Wiege gehoben worden waren.

Georges Mathieus Bekanntheitsgrad erreichte 1950 internationale Ausmaße, nachdem er Gemälde geschaffen hatte, die sowohl die Geschwindigkeit als auch die Geste und die Idee der Spontanität hervorhoben. Die Erschaffung dieser Bilder konnten bei Performances in sogenannten "Happenings" bestaunt werden, zu denen kunstbegeisterte Menschen scharenweise strömten. Bei einer solchen Performance 1956 im Sarah Bernhardt Theater in Paris verteilte Mathieu den Inhalt von insgesamt 800 Farbtuben auf einer Leinwand von 4 x 12 Metern.

Mathieu etablierte sich schnell als Begründer der lyrischen Abstraktion. Seine Verwendung von Material und Farbe, die er mit roher Energie aus ihren Tuben herausspritzen ließ, sowie die Kreativität der Bewegung schufen eine beispiellose Freiheit der Entfaltung.

Die Beziehung zwischen der Hand von Georges Mathieu und der Oberfläche der Leinwand ist beinahe physisch zu nennen - ebenso wie die Geschwindigkeit der Ausführung, die in Ästhetik übertragen wird. Die Titel seiner Werke greifen historische Begebenheiten auf, sind musikalisch oder auf Orte bezogen und verleihen ihren Namensträgern dadurch eine weitere, poetische Dimension.

Jenseits des Atlantiks hatte Mathieu jedoch Schwierigkeiten, seine Kunst zu vermarkten. Die öffentlichen Auftritte, die er 1958 in New York zu etablieren versuchte, wurden verboten, die New Yorker Galerien weigerten sich, seine Arbeiten auszustellen. An dieser Ablehnungshaltung sollte sich bis zum Ende seiner Karriere nichts ändern.

Seine offizielle Weihe fand 1963 statt, als ihm das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris eine Retrospektive widmete, während gleichzeitig sein Buch Au-delà du tachisme erschien.

Fünf Jahre später zerstörte ein Feuer in seinem Atelier Dutzende seiner Werke, darunter eine Hommage an die Dichter dieser Welt, die er 1956 bei einer Performance im Sarah Bernhardt Theater geschaffen hatte.

Georges Mathieu schuf im Laufe seiner Karriere jedoch nicht nur seine großen farbenfrohen Leinwandarbeiten, sondern auch goldene Dekors für Keramiken aus der Manufaktur Sèvres. Außerdem arbeitete als Redakteur für United States Lines Paris Review und konnte sogar sein Talent als Architekt unter Beweis stellen, als für den Industriellen Guy Biraud die Pläne für den Neubau eines Fabrikgebäudes entwarf.

Die sieben vorgestellten Werke, die am 22. Oktober bei Leclere aufgerufen werden entstanden zwischen 1967 und den späten 1980er Jahren und geben Einblick in die künstlerische Entwicklung Mathieus, in deren Verlauf seine Palette umfangreicher und reifer wird. Zur Auktion wurden sie alle aus derselben Privatsammlung eingeliefert.

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