Peking baut um. Bereits 2017 haben die Behörden der chinesischen Hauptstadt damit begonnen, in einigen Vierteln der Metropole Zwangsräumungen durchzuführen, Gebäude abzureißen oder Fenster und Türen ganz einfach zuzumauern. Betroffen sind arme Zuwanderer, die sich in den letzten Jahren in Peking niedergelassen hatten. Sie waren der Armut auf dem Land entflohen und hofften auf ein besseres Leben in ihrer Hauptstadt. Doch Peking will sie nicht und greift daher zu drastischen Methoden.

Ai Weiwei mit seinem Sohn | Foto via instagram/aiww Ai Weiwei mit seinem Sohn | Foto via instagram/aiww

Ebenfalls betroffen ist das Künstlerviertel von Chaochang mit seinen zahlreichen Galerien und Ateliers. Und jetzt hat es auch das Atelier von Ai Weiwei getroffen. Der streitbare Künstler, der seit Jahren seine Stimme gegen das Hartliner-Regime der Volksrepublik erhebt, hatte das Gebäude 2006 bezogen. Nach einer zweieinhalbmonatiger Haft im Jahr 2011 und dem anschließenden vier Jahre währenden Verbot, das Land zu verlassen, war Ai Weiwei schließlich nach Berlin übergesiedelt.

Nun erhielt er die Aufforderung, das Atelier zu räumen. Die ihm gesetzte Frist sei seitens der Behörden jedoch nicht eingehalten worden, wodurch viele Kunstobjekte, die sich noch im Atelier befanden, für immer zerstört wurden.

Auf Instagram dokumentiert Ai Weiwei den Abriss seines Studios in Peking durch die Behörden. Auf Instagram dokumentiert Ai Weiwei den Abriss seines Studios in Peking durch die Behörden.

Der Abriss seines Ateliers in Peking ist nicht die erste derartige Maßnahme durch die chinesische Regierung, die sich Ai Weiwei gefallen lassen musste. Bereits 2011 hatte es sein Studio in Shanghai getroffen. Damals hieß es, die Nutzung sei nicht sachgemäß.

Bereits 2011 erlebte Ai Weiweis Studio in Shanghai die gleiche "Behandlung" | Foto via google+/Ai Weiwei Bereits 2011 erlebte Ai Weiweis Studio in Shanghai die gleiche "Behandlung" | Foto via google+/Ai Weiwei

Ob es sich bei dem aktuellen Vorfall in Peking um einen gezielten Schlag gegen den unbequemen Künstler handelt, ist angesichts der unrechtmäßigen Methoden, die die chinesischen Behörden aktuell in Peking anwenden, fraglich, aber nicht völlig auszuschließen.

"Durch die unangekündigten Attacke auf das Studio sind Werke zerstört worden. Es wurde mit keinerlei Vorsicht vorgegangen.  Jedoch ist das, was in meinem Studio verloren ging, nichts, verglichen mit den Erinnerungen, die verloren gegangen sind, verglichen mit einer Gesellschaft, in der sich niemals Vertrauen in eine soziale Ordnung etablieren konnte - Vertrauen in die Macht des Gesetzes oder eine Einheit in der Verteidigung von Menschenrechten. Die Verluste in meinem Studio kümmern mich nicht. Es gibt tiefere und weitere Ruinen in dieser sich verschlechternden Gesellschaft, in der der Zustand eines Menschen nie respektiert wurde."          - Ai Weiwei

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