Shepard Fairey vor "Liberte, Egalite, Fraternite", das er nach den Anschlägen in Paris im November 2015 schuf Shepard Fairey vor "Liberte, Egalite, Fraternite", das er nach den Anschlägen in Paris im November 2015 schuf

Der zeitgenössische Künstler Shepard Fairey hat einige der bekanntesten Bilder der Welt geschaffen, vom OBEY-Symbol 1989 bis zum Obama-Hope-Kampagnenportrait 2008. Geboren 1970 in Charleston und Absolvent der Rhode Island School of Design (RISD), setzte sich Fairey gerade mit der Punk-Skateboard- und Street-Art-Szene auseinander, als er den OBEY-Aufkleber entwarf, um Zuschauer dazu zu bringen, die Welt um sie herum in Frage zu stellen. Ein Design, das schnell den Status eines Phänomens erreichte. Seitdem sein seine innovativen und faszinierenden Arbeiten weltweit in einer Vielzahl von Medien erschienen: von Drucken und Postern bis hin zu großformatigen Wandgemälden und kompletten Ausstellungsinstallationen, mit denen er seine sozialen und politischen Kommentare ausdrückt.

Zwei der bekanntesten Grafiken von Fairey: "OBEY" und "HOPE" Zwei der bekanntesten Grafiken von Fairey: "OBEY" und "HOPE"

In Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen VRt Ventures hat Fairey in diesem Monat die App Damaged entwickelt, mit der Nutzer seine gleichnamige Ausstellung von 2017 auf seinem Smartphone oder Virtual-Reality-Set ansehen kann. Die zum Nachdenken anregende Ausstellung, bestehend aus Wandgemälden, Drucken und Skulpturen, ist Fairey's Diagnose der heutigen Welt und wird von ausführlichen Beschreibungen begleitet, die von Fairey geschrieben und vorgetragen wurden.

Im Folgenden hat Barnebys mit Shepard Fairey über sein Lieblingswerk, was die Partnerschaft mit VRt Ventures für die Zukunft der Kunst bedeutet und seine Pläne für die Zukunft gesprochen.

"Wrong Path" aus der "Damaged"-Ausstellung, 2017 "Wrong Path" aus der "Damaged"-Ausstellung, 2017

Barnebys: Ihre Ausstellung Damaged schafft einen Dialog mit den sozialen, politischen und ökologischen Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind. Was ist Ihrer Meinung nach die Verantwortung eines Künstler im 21. Jahrhundert und insbesondere für Sie?

Shepard Fairey: Ich denke, Kunst ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Ideen zu vermitteln, und sie hat den Vorteil, emotional zu provozieren oder zu verführen, um Gedanken und Gespräche zu initiieren, die sonst nicht intellektuell geführt werden würden. Ich glaube nicht, dass alle Künstler eine Verpflichtung haben, Kunst über soziale oder politische Themen zu machen, aber ich fürchte leider, dass viele Künstler es vermeiden, ihre Meinung zu äußern, basierend auf ihrer Sorge, dass aktuelle Kunst nicht das ist, was die Kunstwelt will. Ich denke, es ist wichtig für Künstler, Mut zu haben und ihre Meinung zu sagen. Ich sehe meine Kunst als eine Kombination meiner ästhetischen und philosophischen Interessen. So wie großartige Musiker ihre Texte dazu benutzt haben, Dinge zu kommentieren, möchte ich das Gleiche mit meinen Kunstwerken tun, auch wenn die zusätzliche Ebene des sozialen Kommentars ein zusätzliches Problem schafft, das es zu lösen gilt. Bei bestimmten Themen wie Umweltzerstörung, Vermögensungleichheit und Fremdenfeindlichkeit denke ich, dass wir alle, nicht nur Künstler, die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen sollten, um die Dinge in eine gerechtere Richtung zu lenken.

Ihre Zusammenarbeit mit VRt Ventures ist ein wichtiger Schritt, um Kunstausstellungen für alle zugänglich zu machen. Was bedeutet dieser digitale Schritt für die Art und Weise, wie Künstler ihre Arbeiten und Ausstellung in Zukunft gestalten werden?

Ich hoffe, dass Künstler ihre Werke schaffen, indem sie hauptsächlich darüber nachdenken, wie sie die Menschen persönlich beeinflussen können. Allerdings denke ich auch, dass zeitraubende und teure Installationen Künstler eher zögern lassen, wenn diese für eine Ausstellung gedacht ist, die nur einen Monat dauert. Ein kostenintensiverer Aufwand wird sich eher lohnen, wenn die VR / AR-Technologie die Spannung eines dreidimensionalen Raums auch nach Ende einer Ausstellung bewahrt, damit mehr Leute daran teilhaben können.

Aus der VRt Ventures "Damaged"-App Aus der VRt Ventures "Damaged"-App

Was waren Ihre ursprünglichen Inspirationen, als Sie anfingen, Kunst zu schaffen und wie haben Sie sich entwickelt?

Als ich jung war, wurde ich nur traditionellerer Kunst ausgesetzt, aber glücklicherweise sah ich im Alter von 10 Jahren einige Arbeiten von Chuck Close. Diese Erfahrung brachte mich dazu, meine Fähigkeiten im Bereich des fotorealistischen Zeichnens zu verbessern. Später, als ich Skateboarden und Punkrock entdeckte, begann ich mit der Herstellung von Sprühfarbenschablonen und Siebdrucken. Ich sah auch zum ersten Mal die Kombination von Grafik und Politik. Lange Zeit betrachtete ich meine Gemälde und meine Grafik als separate Dinge, aber während meiner Zeit an der Rhode Island School of Design begannen die Linien zu verschwimmen und meine Kunst wurde zu einer Fusion aus Gemälde, Grafik und Fotografie. Mit dieser Kombination der verschiedenen Techniken möchte ich jenes soziale und politische Konzept zu veranschaulichen, das für mich wichtig ist.

Fairey arbeitet an einem Werk für die "Damaged"-Ausstellung Fairey arbeitet an einem Werk für die "Damaged"-Ausstellung

Welche Ihrer Arbeiten mögen Sie selbst am meisten und warum?

Das OBEY-Gesicht ist mein Favorit, weil es meiner Meinung nach in jedem Maßstab funktioniert, das Durcheinander der Straße durchschneidet und in vielen meiner Arbeiten ein identifizierbares Abzeichen oder Stempel ist. Ich mag seine Vielseitigkeit. Wenn ich an etwas Arbeite, bin ich in dem Moment immer mit einem Höchstmaß an Enthusiasmus bei der Sache, da mein Lieblingsaspekt der Kunst die Problemlösung ist.

Was denken Sie über die Entwicklung, die die Street Art in den letzten Jahren durchlebt hat und nun eine ganz neue Rolle auf dem Kunstmarkt einnimmt?

Ich freue mich, dass sich immer mehr Menschen für Street Art interessieren und das für Straßenkünstler, die sich auch auf Leinwänden oder Papier ausdrücken, nun auch einen Markt gibt. Eine verkaufsfertige Straßenkunst gibt es jedoch nicht. Straßenkunst ist für die Straße und nicht für ein verkaufsfähiges Format gemacht. Es geht darum, mit seiner Kunst die Menschen zu erreichen und zu überleben.

Mehr über die Entwicklung der Street Art erfahren Sie hier.

Faireys "We Own the Future"-Wandmalerei in New York City, 2014 Faireys "We Own the Future"-Wandmalerei in New York City, 2014

Was steht bei Ihnen als nächstes an? Woran arbeiten Sie?

Nachdem ich gerade die Damaged-App vorgestellt habe, werde ich mich als nächstes auf die Vorbereitungen zum 30-jährigen Jubiläum des OBEY-Projektes stürzen, das 2019 ansteht.

Entdecken Sie Kunst von Shepard Fairey hier bei Barnebys.

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