Frank Dunphy | Foto: Sotheby’s Frank Dunphy | Foto: Sotheby’s

Mit mehr als 200 Kunstwerken wird die Auktion Yellow Ball: The Frank and Lora Dunphy Collection an zwei Tagen stattfinden (im Saal und online). Ergänzt wird die Versteigerung durch die Ausstellung, die die respektlose Kunstszene der 1990er Jahre widerspiegelt, mit Frank und Lorna Dunphy als zentraler Fixstern.

Vielen sind die Namen Frank und Lorna Dunphy ein Begriff: Frank Dunphy war über 15 Jahre lang der Geschäftsführer, Mentor und sogenannte "Partner in Crime" von Damien Hirst. Der in Irland geborene und heute pensionierte Buchhalter und Finanzberater arbeitete auch mit Hirsts Kollegen der YBAs (Young British Artists), Tracey Emin und Jake und Dinos Chapman, zusammen.

In seinen 15 Jahren als Hirsts Finanzberater gelang es Dunphy, sich mit zahlreichen erfolgreichen Geschäftsabschlüssen verdient zu machen. Dazu zählt auch der private Verkauf von Hirsts Hymn im Jahr 1999 - das erste Werk des Künstlers, das die 1 Million GBP-Marke knackte.

Frank Dunphy und Damien Hirst vor Hirsts N-CHLOROACETYL-L-PHENYLALANINE (PFS) CRYSTALLINE, 2008 | Foto: Martin Beddall Frank Dunphy und Damien Hirst vor Hirsts N-CHLOROACETYL-L-PHENYLALANINE (PFS) CRYSTALLINE, 2008 | Foto: Martin Beddall

Das Herz der Dunphy-Sammlung bilden Arbeiten von Damien Hirst, die dieser seinem Geschäftspartner aus Zuneigung oder aus Spaß geschenkt hat und die wie eine Chronik der Abenteuer sind, die die beiden miteinander erlebt haben.

Hirst und Dunphy trafen sich zum ersten Mal bei einer Partie Snooker im Groucho Club, einem beliebten Treffpunkt für Londoner Künstler. Sotheby's Spezialist Olly Barker erklärte gegenüber artnet: "Damiens Mutter war auch Mitglied. Sie war es auch, die Frank zuerst ansprach, um ihrem Sohn zu helfen, der bereits großen finanziellen Erfolg hatte, aber noch jung war und nicht viel Ahnung vom geschäftlichen Teil seiner Arbeit hatte."

Damien Hirst, ‘Beautiful, all round, lovely day, big toys for big kids, Frank and Lorna, when we are no longer children we are already dead, painting’, 1998 | Foto: Sotheby’s Damien Hirst, ‘Beautiful, all round, lovely day, big toys for big kids, Frank and Lorna, when we are no longer children we are already dead, painting’, 1998 | Foto: Sotheby’s

Eines der herausragenden Stücke der Sammlung ist eines der Spin Paintings von Hirst, das Frank und Lorna Dunphy 1998 geschenkt bekamen: Beautiful, all round, lovely day, big toys for big kids, Frank and Lorna, when we are no longer children we are already dead, painting.

Hirst begann 1992 mit seinen "Spin Paintings", die sich durch ihre langen, komplizierten Titel und leuchtenden Farben auszeichnen. Der Künstler beschreibt die Gemälde als "kindisch ... im positiven Sinn des Wortes".

Tracey Emin, ‘MY HEART IS WITH YOU AND I LOVE YOU ALWAYS ALWAYS ALWAYS’, 2006 | Foto: Sotheby’s Tracey Emin, ‘MY HEART IS WITH YOU AND I LOVE YOU ALWAYS ALWAYS ALWAYS’, 2006 | Foto: Sotheby’s

Die Dunphys kauften auch hochkarätige Werke von anderen renommierten YBAs, darunter Tracey Emin, Rachel Whiteread, Angus Fairhurst und Michael Craig-Martin - Werke, die dem ikonoklastischen und rebellischen Geist der Zeit entsprachen.

Andy Warhol, ‘Dollar Sign’, 1982 | Foto: Sotheby’s Andy Warhol, ‘Dollar Sign’, 1982 | Foto: Sotheby’s

Neben Arbeiten von Hirst und den YBAs werden in der Auktion auch Werke von Ikonen wie Andy Warhol (1928-1987) und dem revolutionären italienischen Künstler Lucio Fontana (1889 bis 1968) angeboten.

Früher in der Sammlung von David Whitney, ist Warhols Dollar Sign von 1982 ein starkes Beispiel dafür, warum der Künstler noch immer als der König der Pop Art betrachtet wird. Die Arbeit ist ein Kommentar zur Dichotomie von hoher und niedriger Kunst sowie zu Geld als ultimatives Symbol für Macht, Reichtum und Prestige.

Frank und Lorna Dunphy | Foto: Sotheby’s Frank und Lorna Dunphy | Foto: Sotheby’s

In einem gemeinsamen Kommentar gaben die Dunphys an: "Die Kunstszene ist seit 30 Jahren unser Leben".

"Mit der Kunst zu leben war wie mit unseren Freunden zu leben. Vieles davon ist in glückliche Erinnerungen getaucht und so vieles davon haben wir uns selbst gekauft, einfach weil wir es geliebt haben. Aber die Zeit wartet auf niemanden, und es ist an der Zeit, sich von einem Teil der Kunst zu verabschieden, allerdings nicht von den Erinnerungen oder den Freundschaften."

Die Auktion findet am 20. September in London statt.

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