Wolfgang Lettl erblickte 1919 in Augsburg das Licht der Welt. Nach dem Abitur leistete er während des Zweiten Weltkriegs seinen Wehrdienst ab. Dieser führte ihn von 1940-43 als Nachrichtensoldat nach Paris. Dort begegnete ihm erstmals der Surrealismus. Auch begann er selbst zu malen. Sein Sujet waren jedoch Aquarelle mit Straßenansichten der französischen Hauptstadt.

Gleich nach dem Ende des Krieges begann er, sich intensiv mit der surrealistischen Malerei auseinanderzusetzen. Erste Werke dieses Stils entstanden. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, arbeitete Lettl als Bau- und Lagerarbeiter und fertigte Landschaften und Portraits an.

Ebenfalls in dieser Zeit lernte er seine Frau Franziska kennen, die sein bevorzugtes Modell wurde. Dazu Franziska anlässlich der Goldenen Hochzeit 1999:

"Ich bin immer noch sein bevorzugtes Modell, obwohl er mich längst auswendig kennt. Da er meine Intelligenz nicht malen kann, läßt er den Kopf oft einfach weg."

Ab 1954 arbeitete Wolfgang Lettl als freischaffender Künstler in seiner Heimatstadt Augsburg. Die vielfältigen Auftragsarbeiten, die er nun erhielt, entsprachen seinem breitgefächerten Talent: Portraits, Wandmalereien, Sgraffiti und Mosaiken. Sein Hauptinteresse galt jedoch weiterhin dem Surrealismus, in dem er nun seinen persönlichen Stil entwickelte. Seinen Sinn für das Surrealistische drückte Lettl nicht nur in seinen Gemälden aus. In den späten 1990er Jahren wirkte er an vier surrealen Kurzfilmen mit.

Ab 1963 wurden die Arbeiten Wolfgang Lettls ausgestellt. Zudem wurde er Mitglied der "Neuen Münchener Künstlergenossenschaft". Von 1993 bis 2013 existierte in Augsburg das "Lettl-Atrium", in welchem neben Gemälden auch Skulpturen des Künstlers ausgestellt wurden.

Ab 1975 bewohnte das Ehepaar Lettle einen Zweitwohnsitz in Apulien. Die besonderen Lichtverhältnisse in seiner italienischen Wahlheimat, inspirierten Wolfgang Lettl wiederholt zur Arbeit an impressionistischen Gemälden. Ebenso hat er seine Heimatstadt Augsburg in einigen Werken festgehalten.

Wolfgang Lettl starb 2008 und hinterließ mehr als 500 Arbeiten.

"Jetzt höre ich aber auf. Über Bilder kann man schon reden, aber das muss nicht sein. Sie haben ihre eigene Sprache und die will verstanden sein, Worte können nur hinführen und das habe ich mit dieser kurzen Rede beabsichtigt."

Wolfgang Lettl anlässlich der Eröffnung des Lettl Museums in Lindau, 15. Juni 2002

Alle vorgestellten und weitere Werke Wolfgang Lettls werden am 4./5. Mai im Auktionshaus Georg Rehm in Augsburg versteigert. Die Versteigerung umfasst neben Kunst auch Porzellan, Schmuck, Möbel und vieles mehr.

Die Vorbesichtigungen finden vom 27. April bis 3. Mai statt.

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