Im Alter von mittlerweile 63 Jahren kann Jeff Koons auf ein Leben voller Rekorde und Kuriositäten zurückblicken: Sein Instagram-Profil hat 297 Millionen Follower, er war kurz mit Ilona Staller, auch bekannt als Ciccolina, verheiratet und außerdem kann er praktisch jeden Auktionsrekord eines lebenden Künstler für sich verbuchen.

Jeff Koons | Foto: freewechat.com Jeff Koons | Foto: freewechat.com

Karrierebeginn

Jeff Koons wurde 1955 in York im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Koons Vater war Möbelhändler, seine Mutter arbeitete als Näherin. Jeff war ein talentierter junger Mann und studierte Malerei am School of the Art Institute of Chicago und am Maryland Institute College of Art in Baltimore. Nach der Schule sehnte sich Koons nach dem Leben in einer richtigen Metropole und zog nach New York City.

Koons versuchte, sich als Künstler in der Stadt zu etablieren. Da er jedoch nur über geringe Geldmittel verfügte, musste er diverse Jobs annehmen, um sich über Wasser halten zu können. Er versuchte sich als Broker an der Wall Street und arbeitete eine Weile am Informationsschalter des MoMA. Koons erstes erfolgreiches Kunstwerk, entstand in den 1970er Jahren und verkörperte die Dinge, die Koons Markenzeichen werden sollten: Gebrauchsgegenstände und aufblasbares Spielzeug.

Jeff Koons, "The New" | Foto: New Museum of Contemporary Art Jeff Koons, "The New" | Foto: New Museum of Contemporary Art

Während seines ersten aktiven Jahrzehnts als Künstler explodierte Koons Karriere geradezu. Im Jahr 1980 hatte er seine erste Einzelausstellung im Museum of Contemporary Art in New York City. Das Museum zeigte die Koons-Serie The New, die aus einer Reihe von Staubsaugern bestand, die in Vitrinen eingeschlossen und von Neonlichtern beleuchtet wurden. Indem er die Staubsauger in einen unerwarteten Zusammenhang stellte, erhob Koons diese gewöhnlichen Haushaltsgegenstände zu Kunstobjekten, womit er ihnen eine neue Bedeutung gab, die dem Betrachter ein gewisses Maß an Respekt abverlangte.

Zwischen Warhol und Duchamp

Jeff Koons Kust wird oft mit den Werken von Künstler-Majestäten wie Andy Warhol oder Marcel Duchamp vergleichen. Koons nahm das Werk Warhols auf und entwickelte die Pop Art zu einem Konzept weiter. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit des Künstlers mit Google im Jahr 2013, für die er eine limitierte Auflage von Smartphone-Hüllen entworfen hat.

Koons X Google LiveCase | Foto: jeffkoons.com Koons X Google LiveCase | Foto: jeffkoons.com

Inspiriert von Duchamp entwickelte Koons das Konzept der Ready-mades auf einer höheren Ebene weiter. Koons Arbeiten verstärken die provokante Position der Kunstform, indem er Objekte neu konzipiert. Er ignoriert ihre primäre Funktion und präsentiert sie stattdessen als Kunst. Im Zusammenhang mit seiner Einzelausstellung von 1980 erklärte Koons, dass der künstlerische Wert der dafür verwendeten Staubsauger zerstört wäre, würden diese für ihre eigentliche Aufgabe, dem Staubsaugen, eingesetzt.

Made in Heaven

Im Jahr 1988 setzte Koons seine visuelle Forschung mit der Serie Banality fort, zu der die berühmte Skulptur von Michael Jackson mit dessen Hausaffen Bubbles gehört. Koons griff damit Warhols These auf, dass in Zukunft jeder für 15 Minuten berühmt sein würde und spielt auf dieser Basis mit der Beziehung zwischen Prominenten, Künstlern und Betrachtern.

Jeff Koons, "Michael Jackson and Bubbles", 1988 | Foto: jeffkoons.com Jeff Koons, "Michael Jackson and Bubbles", 1988 | Foto: jeffkoons.com

1991 heiratete Jeff Koons die Italienerin Ilona Staller. Diese Ehe sorgte aus mehreren Gründen für Schlagzeilen. Zum einen, weil Staller unter dem Namen Cicciolina Star diverser pornographischer Filme war, zum anderen wegen der Kunst, die die beiden erschufen. Die Serie Made in Heaven bestand hauptsächlich aus erotischen Skulpturen, die Koons und Staller in sexuellen Positionen zeigten. Die Ehe dauerte nicht lange und nach der Geburt ihres Sohnes trennte sich das Paar. Koons erklärte, dass der Zweck der Serie darin bestand, die Sexualität zu entdramatisieren und Fragen über Scham und Selbstzerstörung in Bezug auf Sex zu thematisieren. Made in Heaven war bereits vor der Eheschließung von Koons und Cicciolina Teil der 44. Biennale in Venedig gewesen.

Jeff Koons, "Made in Heaven", 1989 | Foto: Tate Jeff Koons, "Made in Heaven", 1989 | Foto: Tate

Rekorde und Kontroversen

Jeff Koons hat mehrere Auktionsrekorde gebrochen. Seinen Weltrekord hält sein Ballon Dog (Orange), der 2013 bei Christie's einen neuen Besitzer fand. Mit einem Zuschlag von 58,4 Millionen USD ist es das teuerste Kunstwerk, das jemals von einem noch lebenden Künstler verkauft wurde.

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Jeff Koons Stil ist eine Symbiose aus Kitsch, Popkultur und Ready-mades. Sein Vermögen, Banales mit Provokantem zu vermischen, hat ihn nicht nur gut verdienen lassen, sondern auch zu einem der beliebtesten Künstler der Gegenwart gemacht, für dessen Arbeiten sowohl im öffentlichen Raum als auch in privaten Sammlungen in aller Welt gerne ein besonderer Platz freigehalten wird. In einem Interview mit The Guardian im Jahr 2015 beschrieb Koons die seiner Kunst zugrunde liegende Dynamik:

"Es geht darum, die Menschen zu bilden. Diese Bildung geschieht durch die Kunst. Und ich versuche, Menschen durch meine Arbeiten über den Materialismus aufzuklären. Ich versuche, ihnen den wahren visuellen Luxus zu zeigen. Es ist visuell berauschend."

Jeff Koons, "Balloon Dog (Orange)" | Foto: CNN Jeff Koons, "Balloon Dog (Orange)" | Foto: CNN

Auch wenn Koons es mittlerweile zu einiger Berühmtheit gebracht hat, muss er sich dennoch fortwährend mit der ernsthaften Kritik seitens der Medien, der Kunstwelt und der Öffentlichkeit auseinandersetzen. Ein Großteil der gegen Koons gerichteten Kritik, bezieht sich auf den angeblichen Zynismus, die Banalität und die großen Profite des Künstlers.

Die Kontroversen rund um Koons haben nicht nachgelassen, haben im Laufe der Jahre sogar eher zugenommen. Als Koons kürzlich in Erinnerung an die Pariser Terroranschläge von 2015 seine Arbeit Bouquet of Tulips dem französischen Staat anbot, sah sich der Künstler mit wütenden Reaktionen konfrontiert. Koons eigene Idee war, dass die Skulptur zwischen dem Pariser Kunstmuseum und dem Palais de Tokyo platziert werden sollte. Koons hatte die Idee gehabt, die Skulptur zwischen dem Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris und dem Palais de Tokyo aufzustellen.

"Bouquet of Tulips” | Foto: lequotidiendelart.com "Bouquet of Tulips” | Foto: lequotidiendelart.com

Die Stadt Paris lehnte die Platzierung der Skulptur ab. Nicht nur, weil die von Koons vorgeschlagene Platzwahl aufgrund technischer Umstände nicht funktionieren hätte, sondern weil sich im Januar 2018 etwa zwei Dutzend französische Intellektuelle, Politiker, Künstler, Galeristen und Kunstkritiker in einem offenen Brief dagegen aussprachen. In dem Brief wird Koons als zynisch und sich anbiedernd bezeichnet, dessen Schenkung lediglich ein unangenehmer Versuch sei, sensationelle Schlagzeilen und Publicity zu erzielen.

Jeff Koons, einer der am widersprüchlichsten betrachteten Künstler unserer Zeit, erzeugt mit seinen Arbeiten weiterhin starke Reaktionen, wenn er die Beziehung zwischen Kunst und Kommerzialisierung erkundet. Ob die Reaktion seiner Zuschauer positiv sind oder nicht, ist eines sicher - Jeff Koons wird Ihre Aufmerksamkeit erregen.

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