In den letzten fünf Jahren hat sich der dänische Künstler Kaspar Sonne dank seiner Anziehungskraft auf junge Sammler und hoffnungsvolle Händler ganz still und leise einen Namen in der zeitgenössischen Kunstszene gemacht.

Sonne lebt und arbeitet in Greenpoint, Brooklyn, wo er Gemälde und Skulpturen erschafft, um sie anschließend zu „zerstören“. Kritiker sprechen von einer „erzwungenen Spontanität“.

„Für mich geht es darum, die eine Sache sehr kontrolliert und methodisch durchdacht zu tun, um dann dem Drang nachzugeben, das Gegenteil zu tun“, erklärte der Künstler in einem Interview, das er 2015 mit Blouin Artinfo führte.

Zum Zeitpunkt des Interviews war der Künstler grade dabei, die Anzahl seiner Werke aus der TXC-Serie auf beinahe 100 Stück zu erhöhen. Die an den Schätzungsservice übermittelte Arbeit ist ein Teil davon. Die Gemälde bestehen aus monochromen Formen auf einer Leinwand, die Sonne anschließend mit Chemikalien behandelt. Das Ergebnis ist eine spontane Ansicht von Farben und Farbschattierungen.

Die Serie ist unglaublich populär - dank einer Reihe von Präsentationen auf Messen und in Galerien, bei Einzelausstellungen sowie einem regelrechten Hype in den Sozialen Netzwerken. In den letzten vier Jahren ist die Warteliste für ein TXC-Werk exponentiell gewachsen.

Die Zerstörerischen Qualitäten in Sonnes Werken, greifen die die Meister der Moderne vor ihm auf. Einige von ihnen gehören heute zu den erfolgreichsten Künstlern auf dem Sekundärmarkt. Man denke an Andy Warhols Experimente mit chemischen Prozessen, Yves Kleins Versuche mit Feuer oder Lucio Fontanas destruktive Meisterwerke. Sie alle gehören zu den erfolgreichsten Künstlern in den Auktionen.

Kaspar Sonne mit Werken seiner Serien TCX und Borderline Kaspar Sonne mit Werken seiner Serien TXC und Borderline

„Bei jedem Stück beschleicht mich ein minimales Angstgefühl, bevor ich es in Brand stecke. Wenn ich mit fünf Leinwänden zum Arbeiten aufs Land fahre, komme ich möglicherweise nicht mit fünf Werken wieder zurück und irgendwie gefällt mir das“, sagte Kaspar Sonne 2015. Zu jenem Zeitpunkt hatte Sonne beinahe ein Viertel der für die TXC-Serie gedachten Arbeiten zerstört. Einige wurden repariert, nachdem die Chemikalien Löcher in sie hineingebrannt hatten. Das Werk bei Phillips, das mit replacement piece betitelt wurde, könnte ein Beispiel dieser Stücke sein.

„Die chemischen Gemälde zu kreieren ist ein wenig lohnender, das es noch weitere Prozesse gibt: Ich tränke das Gemälde und lasse es trocknen. Dann tränke ich es erneut, was die Farben nochmals völlig verändert. Es ist eine weitere Möglichkeit, etwas falsch zu machen.“

Vor der TXC-Serie arbeitete Sonne ausschließlich in schwarzweiß, um die Spannung der Gegensätze herauszuarbeiten: Hell und dunkel, Ruhe und Chaos, maskulin und feminin. Daraus entwickelte sich schließlich das Bedürfnis nach Farben - die mit Säure getränkte TXC-Serie war geboren.

Die Arbeiten des dänischen Künstlers können Preise von bis zu 13.000 USD erzielen, wobei die TXC-Serie die gefragteste und daher die teuerste ist.

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