Moderne und Zeitgenössische Kunst

Mit der vorliegenden Arbeit sehen wir ein Gemälde aus dem Frühwerk Paul Cézannes, bevor dieser zum Impressionismus wechselte. 1858-60 war der Künstler noch der Romantik und dem klassischen Realismus zugetan. Kurz darauf lernte er in Paris viele Künstler kennen, die nach einer Erneuerung in der Kunst suchten, darunter Camille Pissarro, Édouard Manet und Pierre-Auguste Renoir.

Mit diesen beiden Arbeiten wagen wir uns nun in das Gefilde des Pointilismus vor, der aus dem Impressionismus hervorgegangen war. Im Gegensatz zu diesem steht eine durchdachte Bildkomposition gegenüber der Momentaufnahme im Vordergrund.

Sowohl das Gemälde Paul Signacs als auch das von Camille Pissarro sind in der frühen Phase des Pointilismus entstanden. Während sich Camille Pissarro nur einige Jahre mit dieser Stilrichtung beschäftigte, wurde Paul Signac zu einem ihrer Hauptvertreter. Er war es auch, der den Begriff "Pointilismus" erfand.

Dieser "Blick aus dem Fenster" Pierre-Auguste Renoirs entstammt der letzten Phase im Schaffen des Künstlers, in der sich dieser vom Impressionismus abgewendet hatte. Bei Renoir zeigten sich 1893 die ersten Symptome einer Arthritis, die seine Arbeit mit der Zeit sehr erschweren sollte, ihn jedoch niemals abhalten konnte. Spontane Landschaftsansichten, wie die vorliegende, sind selten in dieser Phase Renoirs zu finden.

Mit diesem Werk Raoul Dufys sind wir nun im 20. Jahrhundert angekommen. Dufy war ein Hauptvertreter des Fauvismus, einer Stilrichtung, die wie der Pointilismus aus dem Impressionismus hervorgegangen und als der Beginn der Klassischen Moderne gilt. Dufy verwendet bei dem vorliegenden Werk die den Fauvismus prägende Palette intensiver Farben nur für den Hintergrund, was der Szene eine bemerkenswerte Tiefe verleiht.

Machen wir nun einen Sprung zur zeitgenössischen Malerei der Nachkriegszeit. Zunächst sehen wir hier ein Doppelportrait zweier Studienkollegen des amerikanischen Neo-Realisten und Pop Art-Künstlers Alex Katz. In seiner für ihn typischen Manier hat Katz die dargestellten Personen in schablonenhafter Großflächigkeit wiedergegeben, wobei die Gesichter im absoluten Mittelpunkt stehen.

Nachdem sich der in Rom geborene Maler Giuseppe Capogrossi zunächst intensiv mit den Arbeiten Picassos, Renoirs, Modiglianis und der Wiener Secession beschäftigt hatte, wandte er sich in den 1950er Jahren vollständig von der gegenständlichen Malerei ab und der Abstraktion zu. Zu seinem "Markenzeichen" wurden ovale und ellipsoide Formen, die er immer wieder zu neuen Kompositionen zusammenfügte und dadurch eine eigene Bildsprache erfand.

Dieses in jüngerer Zeit entstandene Nagelbild Günther Ueckers wirkt roh und zart zugleich. Die verwendeten Materialien lassen das Werk zunächst aggressiv erscheinen, auch der durch das Bild verlaufene Riss trägt auf den ersten Blick dazu bei. Bei näherer Betrachtung drückt er jedoch eine gewisse Verletzlichkeit aus. Die Komposition hat etwas von einer länglichen Pusteblume. Ein Zeichen der Vergänglichkeit?

GÜNTHER UECKER (*1930 Wendorf/ Mecklenburg) - Riss III, Nägel und Farbe/Lwd./Holz, 300 x 60 x 15 cm, signiert und datiert, 2000 Schätzpreis: 200.000-400.000 EUR

GÜNTHER UECKER (*1930 Wendorf/ Mecklenburg) - Riss III, Nägel und Farbe/Lwd./Holz, 300 x 60 x 15 cm, signiert und datiert, 2000
Schätzpreis: 200.000-400.000 EUR

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