5. Dezember - Post War & Contemporary Art

Diese Auktion präsentiert einem interessiertem Publikum 58 Lose. Unter den darin vertretenen Künstlern finden sich große Namen der Nachkriegskunst, wie Anselm Kiefer, Tom Wesselman, Conrad Marcarelli, Alfred Leslie, Danh Vo oder auch Yaacov Agam.

ANSELM KIEFER (*1945) - Die Schlange, Öl, Stroh, Klammern, Schrauben, Emulsion und Blei, 190 x 285 cm, 1982-1991 Schätzpreis: 700.000-900.000 EUR ANSELM KIEFER (*1945) - Die Schlange, Öl, Stroh, Klammern, Schrauben, Emulsion und Blei, 190 x 285 cm, 1982-1991
Schätzpreis: 700.000-900.000 EUR

Gemeinsam mit Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Jörg Immendorff sorgte Anselm Kiefer in den 1970er Jahren für eine Wiederbelebung der deutschen Malerei. Bei der Wahl der Materialien schöpft er aus dem Vollen und verwendet Farbe, Stroh, Asche, Eisen, Blei usw. und führt den Betrachter so zu apokalyptischen Visionen.

Die Schlange ist eine Metapher, die in mehreren Werken Anselm Kiefers vorkommt. Dabei ist sie nicht nur ein Symbol des Bösen, ein Bote des Wandels und der Katastrophe, sondern auch ein Symbol der Auferstehung. Sich schlängelnd auf schwarzer verbrannter Erde bewegend dargestellt, scheint die Schlange mit dem Untergrund verwachsen zu sein. Sie ist jedoch ebenfalls mit neun Schnüren aus Blei mit dem Himmel verbunden, was möglicherweise als ein Zeichen der Auferstehung und Erneuerung zu deuten ist.

Nach den Jahren des Nationalsozialismus und des Krieges nähert sich Anselm Kiefer der Idee des Zerfalls mit einem neuen Blickwinkel: Er ist nicht mehr nur als ein Relikt der Vergangenheit zu betrachten, sondern auch als Quelle der Inspiration und das, was aus Zerstörung entstehen kann.

ERNST WILHELM NAY (1902-1968) - Irisches Märchen, Öl/Lwd., 100 x 120 cm, betitelt, signiert und datiert, 1951 Schätzpreis: 150.000-200.000 EUR ERNST WILHELM NAY (1902-1968) - Irisches Märchen, Öl/Lwd., 100 x 120 cm, betitelt, signiert und datiert, 1951
Schätzpreis: 150.000-200.000 EUR

Dieses Gemälde von Erst Wilhelm Nay war 1994 Teil der Ausstellung "Ernst Wilhelm Nay, Die Hofheimer Jahre 1945-51" im Frankfurter Städel Museum. Der Künstler lebte nach Ende des 2. Weltkrieges in dem kleinen Ort im Taunus, wo er sich zunächst mit den "Hekate-Bildern" beschäftigte, für die er sich von der griechischen Mythologie inspirieren lies. Anschließend folgten die "Fugalen Bilder". Das vorliegende Werk ist dieser Schaffensphase zuzuordnen und im Werkverzeichnis des Künstlers unter der Nummer 565 gelistet.

YAACOV AGAM (*1928) - Intimacy, Öl/Lwd. und Öl/Aluminiumrelief, Triptychon, je 108 x 108 cm, jeweils bezeichnet, betitelt, signiert und datiert, 2007-2009 Schätzpreis: 300.000-500.000 EUR YAACOV AGAM (*1928) - Intimacy, Öl/Lwd. und Öl/Aluminiumrelief, Triptychon, je 108 x 108 cm, jeweils bezeichnet, betitelt, signiert und datiert, 2007-2009
Schätzpreis: 300.000-500.000 EUR

Yaacov Adam symbolisiert die kinetische Kunst wie kaum ein anderer Künstler. Er erschafft seine Werke ausschließlich mit dem Bezug, den die Bewegung des Betrachters auf das Bild haben wird, unter Verwendung geometrischer Grundformen und reiner Farbe.

Intimacy ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Mit jedem Schritt des Betrachters scheint tatsächlich eine neue Kombination von Form und Farbe zu entstehen, ganz so, als bewegte sie sich selbst. In Adams Werk ist der Betrachter der Erschaffer von dem, was er sieht. Er wird niemals alle Bilder sehen, die so entstehen können und erhält so durch seine Bewegung seine eigene Version des Kunstwerkes.

PETER SAUL (*1934) - Guernica (Blue), Acryl, Graphit, Tinte/Museumstafel, 50,5 x 112 cm, signiert und datiert, 1976 Schätzpreis: 50.000-70.000 EUR PETER SAUL (*1934) - Guernica (Blue), Acryl, Graphit, Tinte/Museumstafel, 50,5 x 112 cm, signiert und datiert, 1976
Schätzpreis: 50.000-70.000 EUR

Die Arbeiten des in San Francisco geborenen Künstlers Peter Saul sind sowohl mit der Pop Art als auch mit dem Surrealismus und dem Expressionismus verbunden. Die größte Inspiration erhielt er durch Comics der 1940er Jahre, deren Figuren er auch für seine Arbeiten verwendete. Später wandte er sich zudem psychologischen Portraits prominenter Personen zu sowie Interpretationen berühmter Kunstwerke, wie Rembrandts Nachtwache oder Picassos Guernica. In der Auktion wird die blaue Version von Peter Sauls Guernica angeboten.

6. Dezember - Impressionismus und Moderne

Ein bedeutender Künstler dieser Auktion ist zweifellos Bernard Buffet, der mit mehreren Werken vertreten ist. Weitere wichtige Gemälde stammen u.a. von Paul Signac, Raoul Dufy, Kees van Dongen, Jean Sala, Moise Kisling, Maurice de Vlaminck und Henri Rousseau.

KEES VAN DONGEN (1877-1968) - Cavaliers au Bois de Boulogne, Öl/Lwd., 41 x 33 cm, signiert, 1906 Schätzpreis: 80.000-120.000 EUR KEES VAN DONGEN (1877-1968) - Cavaliers au Bois de Boulogne, Öl/Lwd., 41 x 33 cm, signiert, 1906
Schätzpreis: 80.000-120.000 EUR

Kees van Dongen war ein französischer Maler niederländischer Herkunft. Als Vertreter der damals aktuellen Fauvisten ist er besonders bekannt für seine grellen Farben und kräftige Pinselführung.

Beim Großbürgertum beliebt, wurde van Dingen zu einem gesuchten Portraitisten der High Society. "Das Essentielle ist, Frauen größer und schlanker darzustellen. Anschließend muss man nur noch ihre Juwelen vergrößern und sie sind begeistert", amüsierte er sich.

 

MARC CHAGALL (1887-1985) - Les fiancés aux deux bouquets, Paravent, Farblithografie/Papaier/Holz, 147 x 190 cm, nummeriert (80/100) und signiert, 1963 Schätzpreis: 40.000-60.000 EUR MARC CHAGALL (1887-1985) - Les fiancés aux deux bouquets, Paravent, Farblithografie/Papaier/Holz, 147 x 190 cm, nummeriert (80/100) und signiert, 1963
Schätzpreis: 40.000-60.000 EUR

Diese aus vier Blättern bestehende Arbeit Marc Chagalls ist auf einen Paravant aus Eichenholz geklebt. Die Lithografie umfasst einige wiederkehrende Motive in Chagalls Werken: Ein schwebendes Brautpaar als Verkörperung der Liebe und Sehnsucht Chagalls zu seiner Frau Bella. Die Kuh ist ein Symbol der Lebenskraft schlecht hin, der Eiffelturm steht für den Himmel und die Freiheit.

Chagalls Oeuvre ist zu einem Synonym geworden für verträumte Malerei voller Aussagekraft und Symbolik.

AUGUSTN LESAGE (1876-1954) - Burbure, Öl/Lwd., 135 x 185 cm, betitelt, signiert und datiert, 1944 Schätzpreis: 40.000-60.000 EUR AUGUSTN LESAGE (1876-1954) - Burbure, Öl/Lwd., 135 x 185 cm, betitelt, signiert und datiert, 1944
Schätzpreis: 40.000-60.000 EUR

Augustin Lesage kam auf eher auf ungewöhnlichem Wege zur Malerei. Spirituelle Stimmen sollen es gewesen sein, die ihn dazu brachten, den Pinsel in die Hand zu nehmen. Zuvor hatte er in einer Kohlenmine gearbeitet. Sein neues Metier brachte er sich selbst bei und wurde ein wichtiger Vertreter der Art Brut, also jener Kunst, die ausschließlich von Laien und Autodidakten ausgeführt wird. Lesage konnte sogar von dem Verkauf seiner Werke, für die er sich, geometrisch gehalten, von Vorlagen der altorientalischen und altägyptischen Kunst inspirieren ließ.

BERNARD BUFFET (1928-1999) - Le signe, Öl/Lwd., 146 x 114 cm, signiert und datiert, 1997 Schätzpreis: 80.000-120.000 EUR BERNARD BUFFET (1928-1999) - Le signe, Öl/Lwd., 146 x 114 cm, signiert und datiert, 1997
Schätzpreis: 80.000-120.000 EUR

Der Maler und Grafiker Bernard Buffet war im Frankreich der Nachkriegszeit einer der gefeiertsten Künstler überhaupt, der sogar als "neuer Picasso" bezeichnet wurde. Seinem Werk wurde 1958, Buffet war erst 30 Jahre alt, bereits die erste Retrospektive gewidmet. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen folgten. Buffets Motive waren sehr vielfältig, sein unverkennbarer Stil mit den schwarzen Umrandungen bleib jedoch stets erhalten. Ab den 1960er Jahren gerieten Buffet, der auch als Illustrator und Bühnenbildner tätig war, und seine Arbeiten ins Abseits. Eine neue Retrospektive, die zurzeit im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris zu sehen ist, soll das wieder ändern.

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