In drei Auktionen kommen 520 Werke moderner und zeitgenössischer Künstler im Dorotheum unter den Hammer. Los geht es mit der Klassischen Moderne am 30. Mai ab 18 Uhr, am 31. Mai folgt der erste Teil der Zeitgenössischen Kunst ebenfalls ab 18 Uhr. Diese Auktion wird am 1. Juni um 17 Uhr fortgesetzt. Sehen Sie im Folgenden einige Highlights der Contemporary Week. Klicken Sie für nähere Informationen auf die jeweilige Bildunterschrift.

Spontane Formgebung 

Im Mittelpunkt der Versteigerung von Zeitgenössischer Kunst stehen Werke des Informel, einer Stilrichtung der abstrakten Malerei, die nach dem 2. Weltkrieg entstand. Ziel dieses Stils ist es, durch spontane Malerei das Entstehen eines Bildes erkennen zu lassen. Im folgenden Video hat das Dorotheum die „informellen Highlights“ der Auktion zusammengefasst.

Alpenglühen 

Alfons Walde und Oskar Mulley haben so manches gemeinsam: Beide nennen Österreich ihre Heimat, wurden im Jahre 1891 geboren und malten Landschaften und Gebirgsmotive, Bauernhäuser und Szenen des bäuerlichen Lebens. Außerdem waren die Gemälde der beiden Künstler so beliebt, dass sie ab 1930 gerichtlich gegen Fälschungen vorgehen mussten. Vor allem bei Alfons Walde blieb das weitestgehend erfolglos. Seine Bilder, die er ab 1923 im eigenen Verlag als Poster und Postkarten herausbrachte und mit denen er seine Heimat Tirol als Urlaubsparadies anpries, überfluten bis heute in unautorisierten Kopien den Markt.

Damenwahl 

Mit den für seine Werke typischen schwarzen Konturen hat Julian Opie Ruth with Cigarette portraitiert. Ebenso typisch ist die Reduktion der dargestellten Person auf die wichtigen Details. Um ihr dennoch Individualität zu verleihen, gibt Opie seinen Modellen typische Attribute zur Hand, im vorliegenden Fall eine Zigarette. Das Werk ist Teil von Opies fünfteiliger Ruth with Cigarette-Serie.

Während Ruth den Betrachter direkt ansieht, ist der gedankenverlorene Blick von Karl Hofers zweiter Frau Elisabeth, deren Portrait wir oben rechts sehen, in die Ferne gerichtet - eine für Hofer typische Darstellungsweise. Um nicht von der portraitierten Person abzulenken, ist der Hintergrund neutral wiedergegeben. Der Betrachter kann sich so vollkommen auf Elisabeths markantes Äußeres konzentrieren, des Hofer gekonnt eingefangen hat.

Weiß auf Schwarz

Ein Buchstabe macht den Unterschied: Während Tom Wesselmann als Vertreter der Pop Art den bewegten Rauch einer Zigarette innehalten lässt und zum plakativen Symbol eines Lebensgefühls erhebt, ahmt Julio Le Parc als Vertreter der OP Art die Bewegung eines Lichtkegels in seiner Modulation nach und gibt seinem Werk damit ein dynamisches Aussehen.

Kunst in 3D

Aus dem Bereich der  Skulpturen der Auktionswoche sehen wir hier zwei Arbeiten aus den 1950er Jahren.

Marino Marinis "Kleines Wunder" hat, wie so viele Werke des italienischen Bildhauers, Ross und Reiter zum Thema. Von der kleinen Bronzearbeit wurden sieben Exemplare angefertigt, vier davon mit Bein, drei ohne. In der Auktion kommt ein Unikat unter den drei beinlosen Versionen zum Aufruf, das aus einer Privatsammlung stammt.

Die Inspiration für seine "Dame aus Delos" erhielt der in Straßburg geborene Hans/Jean Arp während einer Griechenlandreise im Jahre 1952. Arp wandelte die antiken Vorbilder, die er vorfand, zu vom Dadaismus und Surrealismus geprägten Skulpturen um, die ihm 1954 auf der Biennale von Venedig den Internationalen Preis für Skulptur einbrachten.

Dem Thema "Mutter" widmen sich die Künstler Fernando Botero und Erwin Wurm in diesen beiden Bronzen, die beide in der jüngeren und jüngsten Vergangenheit entstanden. Während der Kolumbianer Botero seiner "Mutter und Kind" das Aussehen einer klassischen Madonnenstatue verlieh, hat sich der Österreicher Erwin Wurm dem Thema auf unkonventionelle Weise genähert und rückt die wärmende Liebe einer Mutter in den Mittelpunkt.

Abgerundet wird das Angebot der Contemporary Week durch Juwelen am 1. Juni ab 14 Uhr sowie Armband- und Taschenuhren am 2. Juni ab 16 Uhr. Veranstaltungsort aller Auktionen ist das Palais Dorotheum. Dort kann auch die Ausstellung zur Auktionswoche ab dem 20. Mai (Juwelen ab dem 13. Mai) besucht werden.

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