Die Auktionen bei Schlosser beginnen am 13. April um 15 Uhr mit der Versteigerung von europäischer Malerei und Grafik. Die Werke stammen aus verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte vom 15. bis 20. Jahrhundert.

Aus dem Umkreis des deutschen Renaissancemalers Lucas Cranach d. Ä. stammt das unten links abgebildete Tafelbild mit dem Urteil des Paris, jenem griechischen Mythos, der den Auftakt zum Trojanischen Krieg bildete. Cranach malte dieses Motiv mehrfach unter Verwendung der gleichen Figuren und Bildelemente, die er jeweils in leicht abgeänderter Form neu zusammenfügte.

Eine meisterliche Kopie eines Madonnenbildes von Hans Memling schuf ein unbekannter Maler des 18. oder 19. Jahrhunderts. Genauso unbekannt wie der Name jenes Malers, ist der Verbleib des Originalgemäldes, das vom Kunsthistoriker Max J. Friedländer (1867-1958) noch dokumentiert wurde.

Ein Maler aus Bologna oder Parma schuf Ende des 16. Jahrhunderts dieses feine Portrait der heiligen Familie mit Elisabeth und dem Johannesknaben. Im Zentrum befinden sich die gekrönte Gottesmutter mit dem Christusknaben. Dieser blickt den älteren Johannes, den späteren Täufer an, der von seiner Mutter Elisabeth begleitet wird. Josef ist am linken Bildrand zu sehen. Die höhere Bedeutung von Jesus gegenüber Johannes wird durch die Positionierung des Ersteren auf einer (Welt-) Kugel symbolisiert, die ihn als König bzw. Weltherrscher kennzeichnet. Auch die unterschiedliche Kopfbedeckung der Mütter deutet darauf hin.

Nun folgt ein Sprung von der Renaissance in Deutschland und Italien ins Frankreich des 19. Jahrhunderts. Im Stil des Impressionismus malte der Corot-Schüler Stanislas Victor Edouard Lépine An den Ufern der Seine. Das qualitätsvolle Werk ist eine typische Arbeit Lépines, für den Gewässer im Allgemeinen und die Seine im Besonderen das liebste Motiv darstellten.

Der zweite Auktionstag (14. April) ist ab 11 Uhr für Kunst und Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten reserviert. Angeführt wird dieser Reigen aus Möbeln, Porzellan, Silber, Schmuck und Asiatika von zwei Losen, die Fabergé-Fans gewiss aufhorchen lassen.

Von 1989 bis 2009 verfügte die Pforzheimer Schmuckmanufaktur Victor Mayer über die Lizenz zur Anfertigung von Pretiosen unter dem legendären Namen Fabergé. 2001 schuf das Unternehmen diese außergewöhnliche Tischuhr mit Mondphasenanzeige aus edelsten Materialien. Sie verfügt über ein Musikwerk, das zu jeder Mittagsstunde das bekannte Debussy-Stück Clair de Lune spielt.

 

Keine Neuschöpfung, sondern eine Kopie des Originals vom russischen Hofjuwelier Peter Carl Fabergé ist dieses sogenannte "Winter-Ei" aus Bergkristall, das in seinem Inneren einen Korb mit Maiglöckchen aus Perlen verbirgt. Das Original-Ei schenkte der letzte Zar, Nikolaus II., seiner Mutter zu Ostern 1913. Dieses Ei wurde 2002 für umgerechnet 7,7 Millionen Euro versteigert.

Wie für die Fabergé-Uhr wurde auch bei der Anfertigung dieses außergewöhnlichen Tafelaufsatzes auf eine Kombination unterschiedlicher Materialien gesetzt: Marmor, Granit, Lapislazuli und vergoldete Bronze bilden einen antiken Rundtempel, in dessen Zentrum der griechische Kriegsgott Ares (römisch: Mars) steht.

Die unten links abgebildete Figurenuhr ist ein wahrlich internationales Werk. Die Porzellanfigur stammt aus der Manufaktur Meissen. Sie beruht auf jener Columbine der Commedia dell‘Arte, die Peter Reinicke in den 1740er Jahren für den Herzog von Weißenfels geschaffen hatte. Die Bronzemontierung wurde hingegen in Frankreich angefertigt, ebenso wie die Blüten, die eine typische Arbeit der Manufaktur in Vincennes darstellen. Eine Bezeichnung auf dem Zifferblatt gibt wiederum an, dass das Uhrwerk ein Londoner Erzeugnis ist.

Mit zwei ruhenden Löwen beenden wir unseren Rundgang durch die Auktion. Die detailverliebt wiedergegebenen Tiere ähneln jenen sehr stark, die Italiens bedeutendster Bildhauer des Klassizismus, Antonio Canova, für das Grabmal Papst Clemens' XIII. im Petersdom schuf. Die leichten Abweichungen sprechen jedoch eher für einen Schüler Canovas, der Zugang zu den Entwürfen seines Meisters für das Grabmal hatte.

Die Ausstellung zur Auktion in der Bamberger Altstadt ist vom 7. bis 12. April für interessierte Besucher geöffnet.

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