Die letzten Jahre der Romanow-Dynastie und des russischen Zarenreiches sind von einem mystischen Schleier umgeben. Die kaiserliche Familie lebte abgeschirmt vom Rest der Welt in ihren Palästen. Die verzweifelte Zarin Alexandra Fjodorowna geriet in die Fänge des mysteriösen Wanderpredigers Rasputin, der ihr versprach, den an der Bluterkrankheit leidenden Thronfolger Alexei heilen zu können.

Blaues kaiserliches Pinienzapfen-Ei Blaues Kaiserliches Pinienzapfen-Ei

Der spätere Zar Alexander III., Zarin Maria Fjodorowna und ihre Kinder Nikolaus, Xenia und Georgi, 1878 Der spätere Zar Alexander III., Zarin Maria Fjodorowna und ihre Kinder Nikolaus, Xenia und Georgi, 1878

Die größte Legende jener Zeit sind jedoch die berühmten Ostereier aus dem Hause Fabergé, die nicht nur von der unglaublichen Kunstfertigkeit eines begnadeten Juweliers zeugen, sondern auch von dem sagenhaften Reichtum, mit dem sich die Zarenfamilie umgab und der zu ihrem Untergang beitrug.

1885 gab Zar Alexander III. bei seinem Hofjuwelier Peter Carl Fabergé das erste Ei in Auftrag. Er folgte damit der russischen Tradition, zu Ostern, dem wichtigsten Fest der orthodoxen Kirche, anstelle von Hühnereiern, Eier aus kostbaren Materialien zu verschenken, die den Wohlstand der jeweiligen Familie zeigen sollten.

Replika des Dänischen Palast-Eis von 1890 Replika des Dänischen Palast-Eis von 1890

Das bei Fabergé georderte Ei war als Geschenk des Zaren an seine Gattin Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Dagmar von Dänemark. Dieser gefiel das Geschenk außerordentlich gut, sodass der Zar ihr zu allen folgenden Osterfesten ein weiteres Ei schenkte. 1890 war es das Dänische Palast-Ei, das in seinem Innern Miniaturen aus der Heimat der Zarin verbarg.

Fabergé - Kaiserliches Ei - Limited Edition Fabergé - Kaiserliches Ei - Limited Edition

Fabergé-Ei aus der "Rosebud"-Kollektion mit Swarovski-Kristallen Fabergé-Ei aus der "Rosebud"-Kollektion mit Swarovski-Kristallen

Nach dem Tod Alexanders III. 1894 folgte ihm sein Sohn als Nikolaus II. auf den Zarenthorn. Er setzte die Tradition der kostbaren Fabergé-Eier fort. Er bestellte jedoch zu jedem Osterfest zwei Exemplare: Eines für seine Mutter, das andere für seine Frau Alexandra Fjodorowna. Das erste Ei, das diese 1895 erhielt, war das Rosenknospen-Ei. Dieses beinhaltete eine aufklappbare Rosenknospe aus Gold und Emaille, in der sich zwei weitere Pretiosen befanden, die heute jedoch verschwunden sind.

Replika des Rosenknospen-Eis von 1895 Replika des Rosenknospen-Eis von 1895

Kristall-Ei von Fabergé Kristall-Ei von Fabergé

Das teuerste Ei, das der Zar bestellte, war das sogenannte Winter-Ei aus Kristallglas, dass er 1913 seiner Mutter schenkte. Es kostete 24.700 Rubel. 2002 konnte das Ei einen weiteren Rekord für sich verbuchen, als es bei Christie's in New York für 9,6 Millionen USD versteigert wurde und dadurch zum teuersten Objekt von Fabergé in einer Auktion wurde.

Kristall-Ei mit Goldauflagen von Fabergé Kristall-Ei mit Goldauflagen von Fabergé

Replika des Militär-Stahl-Eis von 1916 Replika des Militär-Stahl-Eis von 1916

Die letzten beiden Eier, die Zar Nikolaus II. noch in Empfang nehmen konnte, waren 1916 das St. Georgskreuz-Ei für seine Mutter und das Militär-Stahl-Ei für seine Frau. Das letztere wurde aus Stahl und Gold gefertigt. Der ovoide Korpus ruht auf vier Artilleriegeschossen. Der Erste Weltkrieg hatte damit auch bei den Ostergeschenken des Zarenhauses Einzug gehalten.

Einige der über fünfzig Eier, die das Haus Fabergé für die Romanows anfertigte, gingen während der Russischen Revolution oder in den Jahren danach verloren. 45 Eier befinden sich jedoch in Museen in Europa und Nordamerika oder in Privatsammlungen.

Fabergé - Guilloche-Ei - Russland 2. Hälfte 20. Jh. Fabergé - Guilloche-Ei - Russland 2. Hälfte 20. Jh.

Die legendären Fabergé-Eier haben auch heute nicht an Anziehungskraft verloren. Es existieren Repliken oder von ihnen inspirierte Pretiosen.

Alle vorgestellte Exemplare wurden im Juli im Onlineauktionshaus Catawiki versteigert. Sie haben die Auktion verpasst? Damit ihnen das nicht noch einmal passiert, empfehlen wir, sich über die aktuellen Auktionen von Catawiki hier bei Barnebys auf dem Laufenden zu halten!

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