Mit über 1000 Losen ist der Katalog der Sommerauktion im Bamberger Kunstauktionshaus Schlosser prall gefüllt - aber nicht mit irgendetwas, sondern mit feinster Kunst und Antiquitäten aus mehreren Jahrhunderten. Treffen Sie auf Holzskulpturen der Gotik, Gemälde Alter Meister aus Italien und den Niederlanden, Porzellan aus Meissen, Glaskunst des Jugendstils und noch vieles mehr.

Bedeutete Stücke hat zudem das Kunsthandwerk der Auktion zu bieten. Hier stößt man auf Ebenisten und Kunsttischler des 18. und 19. Jahrhunderts aus Europa und Asien und eine Schmuckmanufaktur, die zwanzig Jahre lang die Traditionen des wohl legendärsten aller Juweliere wiederaufleben ließ.

Aus Neuwied stammt eine kleine mit vergoldetem Messing beschlagene Schatulle aus Mahagoni und Nusswurzelholz. Genauer gesagt stammt sie aus der Werkstatt des Kunsttischlers Abraham Roentgen, der seine exklusiven Möbel von der Stadt im heutigen Rheinland-Pfalz aus an seine betuchte und sogar royale Kundschaft in ganz Europa verschickte. Wie es auch bei vielen Schreibsekretären Roentgens der Fall war, verfügt auch die Schatulle über ein Geheimfach, das sich im Sockel verbirgt. Auch an das Schlüsselloch an der Frontseite gelangt man nur auch die Betätigung eines Knopfes an der Unterseite.

Wie eine Taschenuhr für das Wohnzimmer erscheint eine klassizistische Bodenstanduhr aus dem späten 18. Jahrhundert, welches ein besonderes Faible für eine ausgeklügelte Uhrmacherkunst hatte. Das Emaillezifferblatt zeigt viele Funktionen an, darunter einen Ewigen Kalender, Tierkreiszeichen und die Jahreszeiten. Das Messingpendel verbirgt sich im wie eine antike Säule gestalteten Uhrenkasten. Die Uhr vom ungarischen Uhrmacher Franciscus Seiffner hergestellt und befand sich einst im Besitz des Architekten Mihály Pollack.

Durch das Herausziehen der Lade mit der Arbeitsfläche öffnet sich der vordere Zylinderteil dieses eleganten Bureaus, das aus den Händen des Wiener Tischlermeisters Johann Reimann stammt. Als Material verwendete er Satinholz und Eibe, die zur Verzierung zu Säulen, Blättern und antiken Vasen formte. Die zierliche Gestaltung des Möbels sowie ein zentral am Steg angebrachter Handarbeitskorb weisen es als Objekt für die Dame aus. Reimann selbst versah das Zylinderbureau mit dem 1. Januar 1803 als Fertigungsdatum.

Der imposante Sessel unten links im Bild, wurde im 19. Jahrhundert vom italienischen Kusnttischler Valentino Panciera aus massiven Nussholz angefertigt. Mit den plastischen figürlichen Elementen griff er dabei den Stil seines Kollegen Andrea Brustolon (1662-1732) auf, der diese Art der Dekoration wiederholt bei seinen barocken Arbeiten einsetzte.

Ein nicht weniger beeindruckender Prunksessel (oben rechts) wurde vermutlich im 18. Jahrhundert für den englischen Markt in China angefertigt. Für seinen aus Laubholz gefertigten Rahmen setzte man jedoch nicht auf figürliche Motive, sondern auf reiches Schnitzwerk mit Blüten, Blättern und Ranken.

Das im Folgenden links abgebildete außergewöhnliche Kabinettmöbel hatte früher vermutlich einen Platz im Esszimmer des Achilleion, dem Wohnsitz der österreichischen Kaiserin Elisabeth auf der griechischen Insel Korfu. Flankiert von offenen Fächern verfügt das Möbelstück über sieben Schubladen, die mit antizipierenden Masken bemalt sind. Die partielle Vergoldung bildet unter anderem den Hintergrund für die gemalte Blütengirlande am oberen Gesims.

Rund 14 Jahre nach der Ausführung des Kabinettmöbels verzichtete Koloman Moser 1905 beim Entwurf eines Toilettentisches gänzlich auf jedes Dekor und präsentiert das Möbelstück als Teil der aufstrebenden Moderne. Im dreiteiligen Spiegel betrachtete sich einst Margarethe Wittgenstein (Schwester des Pianisten Paul Wittgenstein), die in jenem Jahr den New Yorker Fabrikanten Jerome Stonborough geheiratet hatte und mit ihm von Wien nach Berlin gezogen war.

Zwischen 1989 und 2009 führte die Schmuckmanufaktur Victor Mayer in Pforzheim die Produktion von Pretiosen im Stil und im Namen des einstigen russischen Hofjuweliers Carl Fabergé fort. Ganz der Tradition folgend wurden ausschließlich findet Materialien, wie Gold, Edel- und Halbedelsteine, Meissner Porzellan und Emaille verwendet. Und natürlich setzte man auf das Erbe der berühmten Ostereier. So auch bei den drei Beispielen, die in der Auktion zum Aufruf kommen. Während eines der Eier den historischen Vorbildern folgend, einen goldenen Blumenkorb in seinem Innern verbirgt, handelt es sich bei den beiden anderen um Spieluhren, die mit fantasievollen Dekoren glänzen.

Die Versteigerungen im Kunstauktionshaus Schlosser beginnen am 27. Juli um 15 Uhr mit europäischer Malerei, Plastik und Kunsthandwerk. Am Folgetag stehen ab 11 Uhr Kunst und Antiquitäten auf dem Programm. Veranstaltungsort ist das Auktionshaus in der Karolinenstraße 11 im Herzen von Bamberg. Dort werden auch alle Objekte der Auktion vom 21.-26. Juli ausgestellt.

Entdecken Sie jetzt alle aktuellen Objekte des Kunstauktionshauses Schlosser hier bei Barnebys.

Kommentar