Drei Tage lang widmen die Hargesheimer Kunstauktionen ihre Versteigerungen russischer Kunst sowie Ikonen russischer und griechischer Herkunft. Mit dieser spektakulären Herbstauktionen setzt das Auktionshaus die Feierlichkeiten zu seinem 10-jährigen Bestehen fort.

Der erste Auktionstag ist der russischen Kunst gewidmet. Kunsthandwerk, Gemälde, Bronzeikonen und liturgisches Gerät kommen zum Aufruf.

In der Kunsthandwerksofferte bestechen wunderschöne Silberarbeiten, die teilweise aus den begabten Händen so gekannter Goldschmiede wie Iwan Chlebnikow oder Pawel Owtschinnikow stammen. Der Hoflieferant Chlebnikow fertigte Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Trinkgarnitur aus graviertem und vergoldeten Silber, die im originalen Koffer zum Aufruf kommt.

Im Bereich des lithurgischen Geräts ist eine seltene Engels-Deesis aus dem 19. Jahrhundert zu nennen. Der mit Cloisonné-Emaille hervorgehobene Christus wird von den Erzengeln Gabriel und Michael begleitet.

Unter den Gemälden der Auktion finden sich sowohl Arbeiten, die das klassische Bild des alten Russland vertreten als auch Arbeiten, die Einflüsse der modernen Malerei wiedergeben. Ein klassisches Reiterbild stammt vom österreichischen Maler Adolf Constantin Baumgärtner-Stoiloff, dessen Hauptmotiv Reiter- und Reisegruppen  in den winterlichen Steppen Russlands waren.

Der in der georgischen Hauptstadt Tiflis geborenen Lado Gudiaschwili ging in jungen Jahren nach Paris, wo er Malergrößen wie Pablo Picasso und Amedeo Modigliani traf. Erste Erfolge konnte er 1920 im Salon d'Automne feiern. Vielleicht mit dem vorliegenden Gemälde? Diese zeigt drei Männer in der georgischen Heimat des Künstlers, die bei einem Picknick ins Träumen geraten sind. Oder träumt vielmehr der Künstler von seiner Heimat?

Gleich zwei der drei Auktionstage widmen sich ganz den Ikonen aus Russland und Griechenland, von denen mehr als 1700 zum Aufruf kommen. Eine bedeutende Ikonen ist jene der Madre della Consolizione (Muttergottes des Trostes), die dem kretischen Ikonenmaler Nikolaos Tzafouris zugeschrieben wird. Das Bildnis der tröstenden Gottesmutter kam auf Kreta im Laufe des 15. Jahrhunderts auf. Das vorliegende Exemplar weist italienische Einflüsse auf.

Links: Ikone mit Lazarus-Szenen in Metallbasma, Zentralrussland, Palech, um 1800 Rechts: NIKOLAOS TZAFOURES (1455 Candia/Kreta - 1501) attr. - Ikone mit der Madre della Consolazione, Kreta vor 1500 Links: Ikone mit Lazarus-Szenen in Metallbasma, Zentralrussland, Palech, um 1800
Rechts: NIKOLAOS TZAFOURES (1455 Candia/Kreta - 1501) attr. - Ikone mit der Madre della Consolazione, Kreta vor 1500

Auch der Goldschmied Pawel Owtschinnikow, dem wir oben bereits begegnet sind, ist unter den Ikonen der Auktion vertreten. Unter zwei verschiebenden Losen kommen zwei ähnlich gestaltete Ikonen mit Cloisonné-Emaille zum Aufruf, die Christus als Weltenherrscher sowie die Gottesmutter Iwerskaja zeigen.

Die Versteigerungen der Hargesheimer Kunstauktionen finden vom 9. bis 11. November in Düsseldorf statt. Auktionsbeginn ist am ersten Tag um 15 Uhr, an den beiden folgenden jeweils um 10 Uhr. Eine Besichtigung der Objekte kann zwischen dem 4. und 9. November vorgenommen werden.

Entdecken Sie alle Objekte der aktuellen Auktionen der Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf hier bei Barnebys.

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